Bergkamener soll jahrelang seine zwei Stieftöchter missbraucht haben

dzProzessauftakt

Ein 52 Jahre alter Mann steht vor Gericht, weil er seine zwei Stieftöchter jahrelang missbraucht haben soll. Eine Hoffnung der Richter erfüllt sich zum Prozessauftakt nicht.

Bergkamen

, 10.10.2019, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz vor seinem 52. Geburtstag wird ein Mann aus Bergkamen möglicherweise von seiner Vergangenheit eingeholt. Seit Donnerstag muss sich der Angeklagte wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Dortmunder Landgericht verantworten.

Belastet wird der Bergkamener von zwei Töchtern seiner früheren Lebensgefährtin, die zeitlich nacheinander von ihrem „Stiefvater“ missbraucht worden sein sollen. Laut Anklage begannen die Übergriffe 1997, als das erste Mädchen gerade erst acht Jahre alt war. Die inzwischen erwachsene und nach Österreich verzogene Frau soll sich erst nach Jahren dazu durchgerungen haben, den Mann anzuzeigen. Kurz darauf zog ihre Schwester nach und meldete sich ebenfalls bei der Polizei.

Angeklagter äußert sich nicht

Zum Prozessauftakt wollte sich der 51-Jährige noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Sein ganzes Auftreten wirkte so, als weise er die Vorwürfe weit von sich. Dabei geben die beiden mutmaßlichen Missbrauchsopfer an, dass der Angeklagte eine Vielzahl der Übergriffe mit einer Kamera aufgezeichnet hat. Sollten diese Aufnahmen noch existieren, hätte der Bergkamener große Schwierigkeiten.

Ohne Geständnis steht fest, dass die Richter nicht daran vorbeikommen werden, alle Beteiligten als Zeugen zu vernehmen. Das betrifft auch seine frühere Partnerin. Sie soll sich schon während der Serie von Missbrauchstaten von dem Angeklagten getrennt haben und umgezogen sein. Weil sie mit dem Mann aber auch zwei gemeinsame Kinder hatte, hielt sich der Bergkamener auch nach dem Beziehungs-Aus immer wieder in der Wohnung der Frau auf. Und damit hatte er laut Anklage auch weiterhin die Möglichkeit, die beiden Töchter seiner Ex-Partnerin sexuell zu missbrauchen.

Gericht rechnet mit langem Verfahren

Bereits Ende Oktober soll die erste Zeugin aus Österreich ins Landgericht kommen und aussagen. Gut möglich, dass ihre Anwältin dann den Antrag stellen wird, die Öffentlichkeit auszuschließen. Tatsache ist, dass sich ein frühes umfassendes Geständnis immer positiv für den Angeklagten ausgewirkt hätte. Regelmäßig zu Beginn eines Missbrauchsprozesses erklärt der Vorsitzende Richter Ulf Pennig den Angeklagten, dass sie damit vielleicht den Opfern eine quälende Befragung ersparen könnten. Und das habe einen erheblichen Strafrabatt zur Folge, Der Bergkamener will darauf nicht eingehen. Die Richter gehen deshalb nicht davon aus, den Prozess schnell abschließen zu können. Mit einem Urteil wird nicht vor Ende des Jahres gerechnet.

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