Bergkamener muss zehn Monate in Haft

Nach Unfall ohne Führerschein geflüchtet

Einen 62-jährigen Bergkamener verurteilte das Amtsgericht am Freitag wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu zehn Monaten Haft.

von Jana Peuckert

Bergkamen

, 02.11.2018, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bergkamener muss zehn Monate in Haft

Zusätzlich zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verhängte das Amtsgericht am Freitag eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von zwei Jahre gegen einen Bergkamener. © picture alliance / dpa

„Ich verstehe nicht, wie jemand so naiv sein kann, zu denken, dass ein Richter ihm diese Geschichte glaubt“, bemerkte der Vorsitzende im Amtsgericht Kamen am Freitag. Zuvor hatte er einen 62-Jährigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Im Mittelpunkt des Prozesses stand ein Vorfall vom 7. Mai. Am Kreisverkehr nahe der evangelischen Kirche in Bergkamen war der Angeklagte nach Überzeugung des Richters auf seinen Vordermann aufgefahren und hatte einen Fremdschaden von rund 1257 Euro verursacht.

Zu dem Zeitpunkt sei er gar nicht mit dem Auto gefahren. Er nutze immer die öffentlichen Verkehrsmittel. Allein schon aus gesundheitlichen Gründe könnte er gar kein Auto mehr fahren, erklärte der Angeklagte. „Ich bin es nicht gewesen. Zu dieser Uhrzeit war ich mit Sicherheit zu Hause.“ Der Wagen gehöre seiner Schwester. Wenn er damit unterwegs sei, dann nur als Beifahrer, so der Bergkamener.

Dann betraten zwei Frauen (Mutter und Tochter), die im beschädigten Fahrzeug gesessen hatte, den Zeugenstand. Die Tochter als Fahrerin gab an, am Kreisverkehr angehalten zu haben: „Dann hat es einen lauten Knall und einen Ruck gegeben.“ Beide Fahrzeuge hätten sich dann zum Parkplatz der evangelischen Kirche begeben. Die Frauen hätten darauf bestanden, die Polizei zu rufen. Damit sei der Mann nicht einverstanden gewesen. Er habe schon so oft Ärger mit der Polizei bekommen, sei die Begründung gewesen. Als die Tochter schließlich die Polizei alarmierte, floh der Fahrer vom Parkplatz. Die 25-Jährige war sich sowohl vom Äußeren als auch von der Stimme her sicher, dass es sich bei dem Angeklagten um den Unfallverursacher handelte. Auch ihre Mutter erkannte den 62-Jährigen im Gericht wieder: „Das ist er. Er war das auf jeden Fall.“

Ein Polizeibeamter erklärte, dass er den Angeklagten am Tattag bei dessen Schwester angetroffen hätte. Der Wagen der Schwester habe Schäden aufgewiesen, die zum Unfall passten.

Auch nach dieser belastenden Beweisaufnahme blieb der Angeklagte dabei, nichts mit der Sache zu tun zu haben. Das hatte er auch in der Vergangenheit schon einmal in einem ähnlich gelagerten Fall behauptet. Verurteilt worden war er damals dennoch. Insgesamt hat sich der Bergkamener bereits fünffach strafbar gemacht. Wegen Trunkenheitsfahrten ebenso wie wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Betruges und Nötigung.

Zusätzlich zu den zehn Monaten Haft verhängte der Richter Freitag eine Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis von zwei Jahren. jape

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bergkamener Straße/Nordring

Anwohner verärgert: Gelbe Mülltonnen bleiben wegen Straßen-Großbaustelle ungeleert

Hellweger Anzeiger Parkfriedhof Bergkamen

Wie ehemalige Langzeitarbeitslose auf einem Friedhof zu neuen Menschen werden

Hellweger Anzeiger Stadtmuseum

Ohne Handys und Tiefkühlpizza: Wie die Arbeit mit Holz Wertschätzung lehrt (+Video)

Hellweger Anzeiger Vortrag im Stadtmuseum

Bergkamener 9/11: So erlebten Zeugen den ersten Groß-Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg

Hellweger Anzeiger Feuerwehr Bergkamen

Besonderes „Weihnachtsgeschenk“: Die Einheit Oberaden ist bei Unfällen bald noch schneller

Meistgelesen