Keine Zeit für ein gesundes Frühstück und als Snack musste häufig Fast Food herhalten. Peter Polk hatte darauf keine Lust mehr. Als Abhilfe erfand er ein Produkt, das es vorher nicht gab.

Bergkamen

, 04.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer kennt es nicht: Wenn es morgens schnell gehen muss, dann bleibt das Frühstück schon mal auf der Strecke. Ein Kaffee ist drin, vielleicht noch ein kleiner Snack auf die Hand. Für den Bergkamener Peter Polk war das oft ein Ärgernis. Nicht nur morgens hatte der 56-Jährige selten Zeit, in Ruhe etwas Gesundes zu frühstücken. Weil er beruflich viel unterwegs war, blieb ihm manchmal auch tagsüber nichts anderes übrig als eben an einer Fast-Food-Restaurant oder einem Rastplatz zu halten.

Polk arbeitete in der Fitnessbranche, gab teils Kurse, beriet Kunden in ihrer Ernährungsweise. Umso mehr ärgerte es ihn zuweilen, dass er selbst immer weniger Zeit für eine gesunde Ernährung hatte – insbesondere für sein geliebtes Müsli am Morgen. „Ich habe immer gern Müsli gegessen. Aber auch wenn das einfach ist, muss man trotzdem die Zeit haben, um sich Milch einzugießen, sich hinzusetzen und zu essen.“ Diese Zeit hatte er nicht immer. Eine andere Lösung musste her. Und hier beginnt die Geschichte von Naturimax, dem Unternehmen, das Polk im August 2019 gründete.

Naturimax-Trinkmüsli: Von einer Idee zum Produkt

Die Idee für sein Produkt sei aus der Not heraus entstanden, erinnert sich Polk. Er habe ein Müsli für unterwegs haben wollen, das man auch mal im Auto zu sich nehmen kann, das gesund ist und sättigt. Gleichzeitig wurde sein Beruf in der Fitnessbranche immer stressiger, immer mehr Aufgaben kamen auf ihn zu und damit blieb ihm immer weniger Zeit für eine gesunde Ernährung. „Ich habe dann irgendwann angefangen, mein Müsli zu mahlen, damit ich es trinken kann.“ Auch Bekannten und Kollegen gab er davon etwas zum Probieren. „Da habe ich festgestellt, dass es anschlägt, dass Interesse da ist“, sagt Polk.

Peter Polk mischt sein Trinkmüsli alleine an und füllt es in die braunen Tüten. Auch die Aufkleber klebt er selbst auf das Papier. Unterstützung bekommt er ab und zu von Frau und Sohn. Ansonsten stemmt er das Geschäft alleine. Mit Erfolg.

Peter Polk mischt sein Trinkmüsli alleine an und füllt es in die braunen Tüten. Auch die Aufkleber klebt er selbst auf das Papier. Unterstützung bekommt er ab und zu von Frau und Sohn. Ansonsten stemmt er das Geschäft alleine. Mit Erfolg. © Borys Sarad

Im vergangenen Jahr machte der 56-Jährige dann den entscheidenden Schritt, kündigte seinen Job und startete nach einer Auszeit mit seinem eigenen Business. Doch bis sein Trinkmüsli auf dem Markt war, sollte noch ein halbes Jahr vergehen.

Am Anfang musste erst einmal das Produkt selbst geschaffen werden und das war gar nicht so einfach wie gedacht. „Nüsse sind fetthaltig. Die verschmieren, wenn man sie in einer gewöhnlichen Mühle mahlt“, sagt Polk. Er testete also zahlreiche Mühlen aus, bis er ein professionelles Gerät entdeckte, das die Walnüsse, Sonnenblumenkerne und Mandeln für das Müsli so zerrieb, dass sie zu feinem Pulver wurden. Hinzu kamen Chia- und Leinsamen sowie Vollkornflocken.

Bergkamener Trinkmüsli-Erfinder macht alles alleine

Fehlte nur noch der Geschmack – und da erreichte Polk die nächste Hürde. Er dachte zunächst über getrocknete Früchte nach, entschied sich aber schnell dagegen: Zu teuer und zu viel Zucker. Immerhin wollte er ein gesundes Produkt auf den Markt bringen. Er habe deshalb Aromen ausgewählt, die zumindest nicht den umstrittenen Süßstoff Aspartam enthalten.

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So weit so gut. Folgten noch die behördlichen Schritte – wie etwa die Abnahme seiner Manufaktur an der Erich-Ollenhauer-Straße und die seines Produktes durch Behörden und Ämter. Doch auch das überstand Polks Trinkmüsli. Der Bergkamener habe viel Unterstützung von der Wirtschaftsförderung des Kreises Unna erhalten. Er sicherte sich außerdem ein „Gründerstipendium NRW“ und erhält vom Land ein Jahr lang monatliche Unterstützung für seine „innovative Idee“.

Nicht nur bei Sportlern kommt Naturimax gut an

Richtig rund läuft es in Polks Ein-Mann-Unternehmen, bei dem er selbst produziert, selbst verpackt und selbst vermarktet, seit Januar in diesem Jahr. Polk stellte sich in Supermärkte, warb in Fitnessstudios mit Proben für sein Müsli.

Doch obwohl das Getränk den Sportlern schmeckte, läuft der Verkauf mittlerweile ganz anders als Polk geplant hatte.

Der Bergkamener Peter Polk vertreibt nicht nur Naturimax-Trinkmüsli, sondern auch „Blender Bottles“. Darin kann man Milch und Trinkmüsli getrennt voneinander mitnehmen, unterwegs vermischen und trinken. Gesundes Fast Food sozusagen.

Der Bergkamener Peter Polk vertreibt nicht nur Naturimax-Trinkmüsli, sondern auch „Blender Bottles“. Darin kann man Milch und Trinkmüsli getrennt voneinander mitnehmen, unterwegs vermischen und trinken. Gesundes Fast Food sozusagen. © Borys Sarad

„Ich dachte, dass die Fitnessstudios an erster Stelle stehen, dann der Online-Verkauf und dann der Einzelhandel“. Immerhin ist sein Trinkmüsli ein natürlicher Proteinlieferant, gesund und sättigend. Doch es kam anders – auch wegen der Corona-Krise.

Polk konnte keine Proben mehr in den Studios anbieten, in Geschäften vor Ort und online kauften die Menschen sein Trinkmüsli aber weiter. Und auch die Zielgruppe ist eine etwas andere als der einstige Fitnesstrainer anvisiert hatte. Denn nicht nur Sportler mögen das Getränk, sondern auch viele Mütter. „Sie mischen das Müsli zum Beispiel in Pancakes, damit die Kinder etwas Gesundes essen.“

Das Trinkmüsli von Naturimax muss man nicht unbedingt trinken

Ohnehin ist das Trinkmüsli vielseitiger einsetzbar als es zunächst anmuten lässt. Polk empfiehlt zwar die Zubereitung mit Milch und Quark, andere mischen es aber wie gesagt in ihren Pfannkuchenteig, mischen es nur mit Milch oder auch in Joghurt. „Das ist ein gesunder Snack“, sagt Polk. Und der Unterschied zu den anderen vielen gesunden, fitnessorientieren Produkten? Es ist einmalig. Denn ein gemahlenes Müsli mit gesunden, natürlichen Zutaten, das man unterwegs trinken kann, gab es vor Naturimax schlicht nicht, sagt Polk.

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Zu kaufen gibt es das Trinkmüsli von Naturimax online unter www.naturimax.de oder in ausgewählten Rewe-Märkten in Bergkamen, Kamen und Werne. Probieren kann man das fertige Getränk auch in der Padel Arena in Kamen. Und künftig vielleicht an noch mehr Stellen. Polk ist gerade in Gesprächen mit der Rewe-Zentrale, um sein Produkt in ganz NRW verkaufen zu können. Aber auch da ist wie bei den vorangegangenen Schritten wieder eins gefragt: Geduld.

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