Bergkamen und Lünen: Arm in Arm zum „Hotspot“ bei der IGA 2027

Gartenausstellung

Die Gartenausstellung in neun Jahren soll einen dauerhaften Effekt für Bergkamen haben. Ein Experte erklärt, warum dafür eine enge Zusammenarbeit mit der Nachbarstadt Lünen unabdingbar ist.

Bergkamen

, 10.11.2018, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bergkamen und Lünen: Arm in Arm zum „Hotspot“ bei der IGA 2027

Die Landschaft um den Datteln-Hamm-Kanal soll eine Hauptrolle bei der IGA spielen. © Stefan Milk

Die Landschaft am Datteln-Hamm-Kanal in Bergkamen soll deshalb ein Schwerpunkt der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 werden, weil der Regionalverband Ruhr (RVR) die Entwicklung in den vergangenen Jahren für „beispielhaft für eine Industrielandschaft“ hält. Projektleiter Horst Fischer, der beim Regionalverband für die IGA verantwortlich ist, führte die ganze Liste von neuen Nutzungen auf, die in den vergangenen Jahren auf und in der Nähe von ehemaligen Industrieflächen geschaffen wurden – und die einen deutlichen Wandel bedeuten. Als Beispiele nannte er die Marina Rünthe, die auf dem Gelände eines ehemaligen Kohlehafens entstanden ist, die geplante Wasserstadt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden, die Freizeitnutzungen auf der Halde Großes Holz – aber auch den Römerpark Bergkamen und die Ökologiestation, die in der ehemals industriell geprägten Region entstanden sind. All das mache Bergkamen zu einem „Hotspot“ bei der IGA 2027, sagte er.

Das nächste Großprojekt

Fischer sieht die IGA in einer Folge von Großprojekten im Ruhrgebiet wie der Internationalen Bauausstellung (IBA) in den 90er-Jahren, in deren Rahmen auch diverse Bergkamener Projekte entstanden, und dem Kulturhauptstadtjahr 2010.

Die sogenannte „Gartenschau“ wird allerdings auch in Bergkamen nicht ganz dem entsprechen, was bei ihrem Namen eigentlich zu erwarten ist. „Wir wollen nicht nur eine Leistungsschau des Gartenbaugewerbes, wir wollen auch besondere Projekte vorstellen“, sagte er. Dabei sollen nicht nur die großen Städte wie Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund im Mittelpunkt stehen, sondern auch die kleineren Ruhrgebietskommunen wie Bergkamen und Lünen, die bei der IGA zu Kooperationspartnern werden.

Heimische Wirtschaft als Profiteur

Fischer rechnet durch die IGA mit einer erheblichen Spritze für die heimische Wirtschaft. Dabei geht es nicht nur um die öffentlichen Investitionen, die bei etwa 200 Millionen brutto liegen, sondern auch um private Investitionen die Folgen und den Profit, den die kalkulierten Besuchermassen mit sich bringen. Fischer schätzt die Gesamtausgaben im Zusammenhang mit der der IGA auf rund 800 Millionen Euro – mit dem entsprechenden Effekt auf den heimischen Arbeitsmarkt. In Bergkamen und Lünen sind Investitionen in Höhe von jeweils rund elf Millionen Euro geplant. Der finanzielle Aufwand der Stadt soll sich nach Angaben von Fischer in Grenzen halten: Er kalkulierte ihn auf etwa 55.000 Euro pro Jahr. Aus welchem Programm die Fördermittel des Landes speziell in Bergkamen stammen sollen ist allerdings noch nicht ganz klar.

Dauerhafte Attraktion

Für Bergkamen und Lünen hat der RVR das Thema „Freizeit und Erholung“ als Schwerpunkt festgelegt. Im Rahmen der IGA sollen Attraktionen geschaffen werden, die auch nach deren Ende dauerhaft Gäste anziehen.

Allerdings werden Bergkamen und Lünen dafür eng zusammenarbeiten müssen. Oder wie es Landschaftsplaner Manfred Karsch ausdrückte: „Wir müssen zwei Städte, die sonst nicht viel miteinander zu tun haben, so zusammenbringen, dass sie Arm in Arm gehen – sonst wird das nichts.“

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