Bergkamen muss um Fördermittel für die IGA 2027 ringen

dzInternationale Gartenausstellung

Die Stadt hatte die Hoffnung, dass sie mithilfe der Internationalen Gartenausstellung mehrere Projekte verwirklichen kann. Jetzt muss sie mit anderen in Wettstreit um Fördermittel treten.

Bergkamen

, 20.06.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob der große rote Mann im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 (IGA) von der Halde grüßt, ob in Höhe der Marina eine Fußgänger- und Radlerbrücke über die Marina gebaut wird und wie die Freizeitlandschaft auf der Halde am Kanal ausgestattet wird, steht noch nicht fest. All das sind Ideen, die der Regionalverband Ruhr (RVR) für die IGA hat oder Ideen, die die Stadt gerne verwirklichen möchte. Ob und was daraus tatsächlich umgesetzt wird, darum konkurriert Bergkamen jetzt mit anderen Kommunen aus dem Ruhrgebiet.

Schwerpunkt der IGA

Bekanntlich soll der Bereich um den Datteln-Hamm-Kanal in Bergkamen und der Nachbarstadt Lünen einer der Schwerpunkte der IGA sein als einer der Orte, die kostenlos besichtigt werden können. Trotzdem muss die Kommune um die Finanzierung ringen, wie Kämmerer Marc Alexander Ulrich deutlich macht. Nach seinen Angaben hat die Landesregierung keinen eigenen Fördertopf mit Extra-Mitteln für die IGA bereitgestellt.

Bergkamen muss um Fördermittel für die IGA 2027 ringen

Eine Brücke über den Kanal an der Marina ist einer der Wünsche, die sich die Stadt im Rahmen der IGA verwirklichen möchte.

Keine Sondermittel bereitgestellt

Ohnehin haben weder der Bund noch das Land NRW Extra-Mittel für die IGA vorgesehen. Stattdessen ist es den Kommunen im Ruhrgebiet freigestellt sich mit ihren IGA-Projekten um Fördermittel aus den vorhandenen Töpfen zu bewerben – zum Beispiel um Mittel aus der Städtebau-Förderung. Das macht das Verfahren kompliziert, sagt Ulrich. „Wir befinden uns wöchentlich in Abstimmungsgesprächen mit der Bezirksregierung.“ Arnsberg ist für die Vergabe der Fördermittel zuständig.

Stadt muss IGA im Haushalt berücksichtigen

Die Zeit drängt für die Stadt. Sie muss wie fast immer bei einer Landesförderung Eigenanteile aufbringen. Die muss sie schon ab dem kommenden Doppelhaushalt 2020/2021 im städtischen Haushalt berücksichtigen. An dem Entwurf arbeitet der Kämmerer schon, den er den Ratsfraktionen im Herbst vorlegen muss. Die Ausgaben für die IGA müssen zum Teil schon jetzt eingeplant werden, weil die Vorarbeiten zum Teil schon lange vor dem Jahr 2027 beginnen müssen. „Wenn wir uns entschließen, eine Allee zu pflanzen, können wird das nicht erst ein Jahr bevor die IGA eröffnet wird“, sagt Ulrich. Die Stadt muss deshalb auch abklopfen, was sie überhaupt bis zur IGA-Eröffnung umsetzen kann.

Bergkamen muss um Fördermittel für die IGA 2027 ringen

Der noch nicht gestaltete Bereich der Halde zwischen Kanal und Bahn soll zur Freizeitlandschaft werden. © Stefan Milk

Konkurrenz zu den Großstädten

Die Verteilungsprozess wird auch dadurch erschwert, dass die erforderlichen Fördermittel aus unterschiedlichen Töpfen stammen und es nicht eine spezielle IGA-Förderung gibt. Außerdem befinden sich Bergkamen und Lünen auch in Konkurrenz mit den Ruhrgebietsgroßstädten, in denen die großen. Kostenpflichtigen IGA-Höhepunkte geplant sind.

Chance für das Ruhrgebiet

Ulrich befürchtet, dass das Land die Förderpraxis die Chance verpasst, nachhaltig etwas für das Ruhrgebiet zu tun. Er habe den Eindruck, dass viele Landtagsmitglieder immer noch glauben würden, bei der IGA gehe es um „Blümchen und Blüten“ und nicht darum, den Wandel im Ruhrgebiet zu präsentieren.

Wandel von der Industrie zu Freizeit und Wohnen

Das IGA-Konzept sieht eigentlich vor, auch in Bergkamen und Lünen den Wandel von der Montanindustrie zu einer Freizeit- und Wohnlandschaft zu präsentieren. Wichtige Bestandteile in Bergkamen sollen dabei die Wasserstadt als neue Nutzung für ein ehemaliges Zechengelände, die zur Erholungs- und Freizeitlandschaft umgebaute Halde und die Marina sein, die in einem ehemaligen Kohlehafen entstanden ist. Die Stadt hofft eigentlich, im Rahmen der IGA einige zusätzliche Projekte verwirklichen zu können, deren Finanzierung sonst nicht möglich wäre. Dazu gehört zum Beispiel der Umbau der Halde am Kanal zur Freizeitlandschaft oder die Brücke zwischen der Marina und der geplanten Marina Nord.

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