Audioguides kennt man zum Beispiel aus Museen, wo sie den Besuchern akustische Erläuterungen vorlesen. Nun plant auch die Bergkamener Tourismusförderung einen akustischen Stadtführer.

Bergkamen

, 22.10.2018, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marco Neises aus Mainz hat sich vor kurzem die Bergkamener Sehenswürdigkeiten angeschaut. Allerdings war er nicht als Tourist unterwegs, sondern aus beruflichen Gründen: Er ist Inhaber der Firma „Lauschtour“. Die soll einen Audio-Guide für Bergkamen entwickeln. Damit kennen sich Neises und seine Mitarbeiter aus. Sie haben bereits diverse akustische Führungen durch Museen, Städte, Kirchen und Klöster konzipiert. Allein der Tourismusverband Bayerisch-Schwaben hat inzwischen 18 Lauschtouren zu unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten und Themen im Angebot. Die lassen sich als kostenlose Apps auf das Smartphone herunterladen. Und so ist das auch mit dem Bergkamener Audio-Guide geplant.

„Er ist vor allem für Fahrradfahrer gedacht“, sagt die städtische Tourismusförderin Simone Reichert. Denn die wichtigsten Bergkamener touristischen Anziehungspunkte wie die Halde, die Marina in Rünthe, der Römerpark in Oberaden oder auch die öffentlichen Kunstwerke im Stadtgebiet lassen sich gut über den Radweg A 8 erschließen. Aber natürlich wird die App auch Wanderern zur Verfügung stehen, die Bergkamen zu Fuß erkunden wollen.

Bergkamen ist nicht nur sehens-, sondern auch hörenswert

Für eine seiner Apps hat Lauschtour-Gründer Marco Neises den Straußenbauer Horst Engelhardt aus Nordschwaben interviewt. Ähnliche Gespräche sind mit Kennern der Bergkamener Sehenswürdigkeiten geplant. Lauschtour

Interviews zu den einzelnen Stationen

Und dabei, so das Konzept von Lauschtour, soll ihnen das Mobiltelefon nicht allein nackte Daten und Fakten zu den einzelnen Stationen vorlesen: „Das darf auch ruhig unterhaltsam sein“, sagt Neises, der früher als Radioreporter gearbeitet hat. Dementsprechend hat er für den Bergkamener Akustik-Führer ein journalistisches Format gewählt. Die Nutzer werden Interviews lauschen, die Neises Mitarbeiter geführt haben. Und zwar mit Leuten, die sich an den jeweiligen Bergkamener Orten bestens auskennen. Im Römerpark könnte das zum Beispiel Museumschef Mark Schrader sein, an anderen Stationen Gästeführer, die Touren zu den jeweiligen Themen anbieten. Im Hafen etwa Detlef Göke, der Marina-Spezialist des Gästeführerrings. „Die Nutzer sollen auf Besonderheiten der einzelnen Stationen hingewiesen werden, die sie sonst nicht erkennen könnten“, sagt Neises. „Das ist der Mehrwert des Audio-Guides.“

Die Tourismusförderin hat die Mainzer bereits mit Detailinformationen zu Bergkamen ausgestattet – auch über die Stadtgeschichte. „Dafür haben wir Rücksprache mit Stadtarchivar Martin Litzinger gehalten“, sagt Reichert. In einigen Wochen kommt dann eine Mitarbeiterin von „Lauschtour“ nach Bergkamen, um die Interviews aufzuzeichnen. Im nächsten Jahr soll die App dann nutzbar sein.

Reichert hofft, dass nicht nur Besucher sie herunterladen, sondern auch der ein oder andere Bergkamener. Schließlich kann der auf diese Weise noch etwas Neues über seine Heimatstadt erfahren. Zwar vermitteln die relativ kurzen Hörstücke keine so umfassende Informationen wie zum Beispiel eine Führung der Gästeführer. Aber denen soll das neue Angebot ja auch keineswegs Konkurrenz machen, sagt Reichert: „Wir wollen mit dem Audio-Guide Lust auf mehr wecken.“

Bergkamen ist nicht nur sehens-, sondern auch hörenswert

Die neue App ist insbesondere für Radtouristen gedacht, kann aber natürlich auch von Fußgängern genutzt werden. Archiv © Stefan Milk

Das Geld kommt von der AGFS

Rund 30.000 Euro will Tourismusförderin Simone Reichert für die neue Audio-Guide-App ausgeben. Den größten Teil davon finanziert sie mit Fördergeldern. „Die kommen aus dem Marketingtopf der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte und Gemeinde (AGFS)“, sagt sie. Der gehört Bergkamen seit dem Jahr 2010 an. Und weil sich der Akustik-Führer an einer Fahrrad-Route orientiert ist er förderfähig. Die AGFS zahlt nach Reicherts Angaben 75 Prozent der Kosten. Die Stadt muss also lediglich 7500 Euro aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Förderbedingungen lösen zudem einen gewissen Zeitdruck aus, was dem Fortgang des Projektes ja auch nicht abträglich sein muss. „Die Interviews für den Audio-Guide müssen bis zum Jahresende fertig sein“, sagt die Tourismus-Förderin. Die App selbst sollte dann spätestens zu Beginn der neuen Fahrrad-Saison zur Verfügung stehen, sodass die ersten „Lauschtouren“ durch Bergkamen im April oder Mai möglich sein werden.

Hier findet sich ein Video, das zeigt, wie die „Lauschtour“ funktioniert.

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