Bergkamen füllt seine Städtepartnerschaft mit Leben und feiert das in diesem Jahr

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Andere Städte mögen mehr internationale Partnerschaften als Bergkamen. Aber dafür füllen die Bergkamener ihre Städtepartnerschaften mit Leben. Und in diesem Jahr gibt es Grund zu feiern.

25.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende Mai, gegen Ende seiner Amtszeit wird Bürgermeister Roland Schäfer vier Partnerschaftsverträge mit Kollegen aus anderen Städten unterzeichnen. Bergkamen schließt aber keine neuen Städtepartnerschaften ab, sondern feiert runde Geburtstage der bestehenden: Die mit Hettstedt in Sachsen-Anhalt besteht seit 1990, also seit 30 Jahren, die mit Gennevilliers in Frankreich und mit Wieliczka in Polen seit 1995 also seit 25 Jahren. Das wollen Bergkamen und seine Partner am langen ersten Mai-Wochenende feiern. Dazu gehört auch ein Festakt, bei dem die Bürgermeister Roland Schäfer, Dirk Fuhlert (Hettstedt), Patrice Leclerc (Gennevilliers) und Artur Koziol (Wieliczka) Urkunden unterzeichnen werden.

Die Partnerschaften werden symbolisch erneuert

„Damit wollen wir die Partnerschaften symbolisch erneuern“, sagt die Bergkamener Partnerschaftsbeauftragte Angelika Joormann-Luft. Nötig ist das eigentlich nicht. Denn alle drei Städtepartnerschaften funktionieren – und zwar nicht nur auf der Ebene der Offiziellen. „Die meisten Aktivitäten hat es in den vergangenen Jahren wohl mit Wieliczka gegeben“, meint Joormann-Luft. Aber auch zwischen den Bürgern aus Gennevilliers und denen aus Bergkamen kommt es zu regelmäßigen Begegnungen.

Bergkamen füllt seine Städtepartnerschaft mit Leben und feiert das in diesem Jahr

Beim Neujahrsempfang überreichte Artur Koziol (r.) aus Wieliczka dem Bergkamener Kollegen Roland Schäfer ein Geschenk. Beim Festakt im Mai wollen die beiden Bürgermeister die Parnterschaft symbolisch erneuern. © Johannes Brüne

Die Beziehungen zu Hettstedt waren zwar zwischenzeitlich eingeschlafen. Aber spätestens, seitdem der inzwischen verstorbene Hettstedter Bürgermeister Danny Kavalier sie 2011 wiederbelebte, bestehen auch zwischen Sachsen-Anhalt und Westfalen wieder starke Partnerschaftsbande. Auch das aktuelle Stadtoberhaupt Dirk Fuhlert habe großes Interesse an der Partnerschaft, berichtet Joormann-Luft.

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Der Bürgermeister von Silifke kommt im April

Das gilt auch für Sadik Altunok den Bürgermeister des türkischen Silifke, der vierten Bergkamener Partnerstadt. Und diese Verbindung ist sogar noch ein Jahr älter als die mit Frankreich und Polen. Den Partnerschaftsvertrag mit Tasucu schloss Bergkamen 1994 ab und erneuerte ihn 2014 nachdem die Stadt nach Silifke eingemeindet wurde.

Bergkamen füllt seine Städtepartnerschaft mit Leben und feiert das in diesem Jahr

Bergkamen pflegt seine Städtepartnerschaften mit jährlichen Bürgerreisen. Im Advent 2019 reisten die Bergkamener nach Hettstedt.

Altunok, der noch recht frisch im Amt ist, wird allerdings nicht zu dem Festakt kommen. Er hat sich für den April zu seinem Antrittsbesuch in Bergkamen angekündigt. Das erste Mai-Wochenende ist für die Türken ein eher ungünstiger Termin zum Feiern, sagt Joormann-Luft: „Das liegt mitten im Ramadan.“

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Europatag bei der Blumenbörse

Gefeiert werden die Partnerschaftsjubiläen auch bei der Blumenbörse am Sonntag, 3. Mai. Wie in den Vorjahren gibt es dort wieder einen Europatag. Und angesichts des Jubiläums-Besuchs aus Hettstedt, Gennevilliers und Wieliczka wird der noch um einiges größer ausfallen als in den vergangenen Jahren.

Bergkamen füllt seine Städtepartnerschaft mit Leben und feiert das in diesem Jahr

Patrice Leclerc, Bürgermeister von Gennevilliers, mit der Bergkamener Partnerschaftsbeauftragten Angelika Joormann-Luft. Die Kontakte aus Bergkamen zu der französischen Partnerstadt beschränken sich aber nicht auf die offiziellen Anlässe. © Johannes Brüne

Zumal ja nicht nur die Rathausinsassen aus den Partnerstädten nach Bergkamen kommen, sondern auch „ganz normale“ Bürger. „Jede der Partnerstädte wird einen Beitrag zu dem Kulturprogramm beim Europatag leisten“, sagt Joorman-Luft. Ganz besonders gespannt ist sie auf die Darbietungen aus Gennevilliers. Dort gibt es ein Konservatorium für Musik und Tanz. Und das bedeutet, dass vor allem junge Leute zum Europatag bei der Blumenbörse kommen, was natürlich ganz im Sinne der Völkerverständigung ist.

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Um die Zukunft der Bergkamener Städtepartnerschaften macht sich Joormann-Luft dann auch keinerlei Sorgen: „Andere Städte mögen auf ihren Ortseingangsschildern mehr Städtenamen stehen haben“, meint sie. „Aber wir füllen unsere Partnerschaften auch mit Leben.“

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