Die Kriminalität hat in Bergkamen zwar zugenommen. Aber es gab weniger Delikte im Bereich von Einbrüchen und Gewalt. © picture alliance / dpa
Kriminalität

Bergkamen erlebt ein Jahr ohne Mord und Totschlag, aber mit viel Betrug

Die Polizei hat 2020 einen Anstieg der Kriminalität in Bergkamen registriert. Allerdings gab es weniger Gewalt und weniger Einbrüche. Ein Bereich macht den Ermittlern aber große Sorge.

Die Zahl der Straftaten in Bergkamen ist im vergangenen Jahr gestiegen. Das ist die schlechte Nachricht der Kriminalitätsstatistik der Polizei. Wer allerdings genauer hinschaut, stellt fest, dass es auch positive Botschaften gibt.

Zwar registrierte die Polizei in Bergkamen im Corona-Jahr 2020 2432 Straftaten und damit 107 mehr als im Vorjahr. Aber bei den meisten Kapitalverbrechen ist die Tendenz rückläufig.

So gab es 2020 keinerlei Tötungsdelikt in Bergkamen. 2019 lag die Zahl bei zwei. Das waren zwei Beziehungs- beziehungsweise Familiendramen, bei denen der mutmaßliche Täter Suizid beging.

Alle Vergewaltigungen wurden aufgeklärt

Die Zahl der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigung ging von sieben auf drei zurück. Und diese Taten im vergangenen Jahr konnte die Polizei allesamt aufklären. Auch die Zahl der Raubdelikte sank von 27 auf 16.

Besonders beruhigend dürfte auf die Bergkamener wirken, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche weiter rückläufig ist. Sie sank von 86 auf 62. Noch 2016 hatte es fast 150 Einbrüche in Bergkamen gegeben. Allerdings ist die Aufklärungsquote in diesem Bereich ziemlich gering. Die Polizei meldete 2020 gerade einmal zehn Fahndungserfolge.

Wie auch schon vor der Corona-Pandemie sind meist ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern.
Wie auch schon vor der Corona-Pandemie sind meist ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Große Sorgen bereitet den Ermittlern ein ganz anderer Bereich der Kriminalität: Wie im gesamten Kreis Unna stieg auch in Bergkamen der „Betrug zu Lasten älterer Menschen“ – auch als Enkeltrick bekannt – massiv an.

Beim „Enkeltrick“ gab es in Plus von fast 75 Prozent

Die Polizei registrierte ein Wachstum von 97 auf 169. Das entspricht einem Plus von fast 75 Prozent. Die Täter erbeuteten zum Teil sehr hohe Summen. Die Aufklärungsquote ist sehr niedrig. Die Polizei setzt jetzt verstärkt auf Prävention.Ein anderer Wachstumsbereich der Bergkamener Kriminalität sind die Drogen. Die Zahl der Rauschgiftdelikte stieg von 95 auf 118. Allerdings ist diese Zahl mit einer gewissen Vorsicht zu bewerten, erläuterte Kriminalhauptkommissar Georg Nierhoff im Ausschuss für öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Während bei anderen Delikten Opfer existieren, die Anzeige erstatten, kommt die Polizei den Drogenkonsumenten- und -verkäufern auf die Spur, wenn sie ihre Ermittlungsarbeit intensiviert. Das war 2020 offenbar der Fall. Der Lohn dafür ist eine hohe Aufklärungsquote: In 104 Fällen fand die Polizei einen Täter.

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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