Hier werden bald Kinder betreut. Nächste Woche nimmt die neue Awo-Kita „Schatzinsel“ an der Landwehrstraße ihren Betrieb auf. © Stefan Milk
Kinderbetreuung

Bergkamen bekommt dieses Jahr zwei neue Kitas – der Mangel bleibt

Kindergartenplätze sind in Bergkamen schon lange Mangelware. Nun eröffnet die Awo zwei neue Kitas, eine schon nächste Woche. Das entspannt die Lage. Aber die Kinderbetreuung bleibt eine offene Baustelle.

Noch wissen nicht alle Bergkamener Eltern, welchen Kindergarten ihr Nachwuchs ab dem kommenden Sommer besuchen wird. Das Anmeldeverfahren läuft noch. Den tagesaktuellen Stand will die Bergkamener Jugenddezernentin Christine Busch in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 2. März verkünden. Und dabei wird sie etwas positivere Zahlen zu vermelden haben als in früheren Jahren.

Denn einen Tag vor der Sitzung geht eine neue Kita in Betrieb. Die „Schatzinsel“, die die Awo neben dem Hermann-Görlitz-Zentrum betreibt. Zunächst werden dort zwei Gruppen betreut, im April kommen zwei weitere hinzu. Dadurch gibt es in Bergkamen 75 Kindergartenplätze mehr, die auch dringend benötigt werden.

In Weddinghofen eröffnen die „Lippestrolche“

Spätestens im August kommen noch einmal 75 Plätze hinzu: In der neuen Kita „Lippestrolche“ an der Berliner Straße, in der die Awo ebenfalls vier Gruppen einrichten will. Ein Teil davon kann vielleicht schon früher an den Start gehen: „Das hängt vom Baufortschritt ab“, sagt Awo-Sprecher Stefan Kuster. Zweifel, dass das Gebäude bis zum August bezugsfertig ist, hegt er allerdings nicht.

Der Awo-Kindergarten „Lippestrolche“ an der Berliner Straße soll spätestens im August zur Verfügung stehen. © Stefan Milk © Stefan Milk

Das ist für alle Bergkamener Eltern mit Kindern im Vorschulalter eine gute Nachricht. Und für Kindergarten-Dezernentin Busch ebenfalls, die bisher gemeinsam mit dem Jugendamt beim Thema Kindergärten vor allem mit der Mangelverwaltung beschäftigt war. Angespannt bleibt die Lage aber dennoch: „Wir können nicht garantieren, dass jedes Kind einen Platz in seiner Wunsch-Kita bekommt“, gibt Busch zu.

Immerhin muss im Kindergartenjahr 2021/22 wohl kein Betreuungswunsch abgewiesen werden. Das funktioniert aber nur deshalb, weil es in Bergkamen Tagesmütter gibt, die vor allem jüngere Kinder betreuen.

Weiter Warten auf die neue Kita am „PueD“

Die Zahl der Kita-Plätze ist immer noch zu niedrig, Bergkamen braucht mindestens noch einen neuen Kindergarten. Der soll im Zuge des Gesundheitshauses PueD entstehen, das auf dem Grimberg 3/4-Gelände in Weddinghofen geplant ist. Aber wann dieses Vorhaben realisiert ist, steht weiter in den Sternen.

Außerdem gibt es auch Einrichtungen, die in die Jahre gekommen sind und dringend modernisiert werden müssten. Die „Lippestrolche“ sollten zum Beispiel das Familienzentrum „Vorstadtstrolche“ an der Schulstraße ersetzen. Wegen des akuten Mangels an den Kindergartenplätzen bleibt es aber geöffnet. Gleiches gilt für den Ein-Gruppen-Kindergarten „Flohzirkus“, den die Awo an der Lessingstraße betreibt.

Ein Sozialplaner soll verlässliche Prognosen liefern

Durch die neuen Kindergärten entspannt sich die Lage bei der Kinderbetreuung zwar, doch schwierig bleibt sie immer noch. Das liegt vor allem daran, dass sich die Stadt in früheren Jahren auf die Prognose sinkender Kinderzahlen verlassen hat. Die erwiesen sich als falsch. Außerdem sei es ohnehin schwierig, die Anzahl der Kindergartenkinder zu prognostizieren, meint Busch, weil diese jünger sind als zum Beispiel Schulkinder.

Die Stadt geht deshalb einen Schritt, um besser kalkulieren können. Zum 1. März nimmt ein Sozialplaner seine Arbeit im Rathaus auf. Er soll, erläutert Busch, insbesondere ein Auge auf die geplanten Neubaugebiete haben. Wichtig sei vor allem die Frage, ob deren Bewohner innerhalb von Bergkamen umziehen oder von außerhalb kommen. Im letzteren Fall benötigt die Stadt vermutlich in absehbarer Zeit noch weitere Kindergartenplätze.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
Zur Autorenseite
Johannes Brüne
Lesen Sie jetzt