Bergbau zahlt pauschale Entschädigungen an Overberger

dzWegen der Erdstöße

Bis zum Ende des Bergbaus unter Bergkamen waren vor allem die Overberger von Erdstößen geplagt. Nun bekommen sie eine Entschädigung. Zumindest dann, wenn sie an bestimmten Straßen wohnen.

Overberge

, 14.01.2020, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Overberger können sich noch an die heftigen Erderschütterungen erinnern, die der Bergbau in ihrem Stadtteil ausgelöst hat. Zehn Jahre nach dem Ende des Bergbaus unter Bergkamen bekommen sie nun eine Entschädigung dafür. Dabei geht es nicht um konkrete Bergschäden an Gebäuden – die muss die RAG ohnehin ersetzen.

Die RAG zahlt pauschal für die Zeit von 2008 bis 2010

Vielmehr zahlt die RAG eine pauschale Summe für Immobilien in Gebieten, die von den Erschütterungen besonders stark betroffen waren. Das betrifft Overberge und einige angrenzende Bereiche von Kamen sowie Pelkum und Herringen. Ob man zu denjenigen gehört, die Geld von der RAG bekommen, lässt sich relativ einfach herausfinden. Das Formular im Internet hat die Adresse www.rag.de/wohnwertminderung/online-formular/.

Bergbau zahlt pauschale Entschädigungen an Overberger

Die Entschädigung fließt für die Zeit ab 2008. Zwei Jahre später stellte das Bergwerk Ost seinen Betrieb ein. © Stefan Milk

Dort sind die entsprechenden Straßen hinterlegt. Wer seine Adresse findet, bekommt Geld und kann die Entschädigung gleich online beantragen. Die RAG zahlt Pauschalen von 200, 400 oder 800 Euro. „Die Höhe hängt von der Schwere der Erschütterungen ab“, erläuterte RAG-Pressesprecher Christof Beike. Welche Summe die Overberger erwarten dürfen, konnte er allerdings nicht sagen.

Das Geld fließt ausschließlich für den Zeitraum von 2008 bis 2010. Ansprüche aus der Zeit davor seien verjährt, teilte Beike mit. Um zu beweisen, dass der Antragsteller in diesem Zeitraum in einem von den Erschütterungen betroffenen Haus gewohnt hat, muss er unter Umständen eine Bescheinigung vom Einwohnermeldeamt vorlegen. Die Gebühren erstattet die RAG ebenfalls.

Entschädigung


In diesen Straßen gibt es Geld

  • Anwohner folgender Straßen in Overberge haben Anspruch auf die Entschädigung der RAG: Am Geistbaum, Am Goldbach, Am Kuhbach, Friedhofstraße, Gänseweg, Haferkamp, Hahnenpatt, Hammer Straße, Hansastraße, Hof Lethaus, Hof Theiler, Hohlweg, Hüchtstraße, Kurzer Kamp, Landwehrstraße, Lanfermannteich, Ostenfeldmark, Schenkstraße, Verbindungsweg, Wiener Straße.
  • In Kamen können die Anwohner folgender Straßen Anträge stellen: Friedhofstraße, Hammer Straße, Münsterstraße, Ostenfeldmark,

Die RAG zahlt nicht ganz freiwillig

Ganz freiwillig zahlt das Bergbau-Unternehmen die pauschale Entschädigung nicht. Sie sind das Ergebnis von „intensiven Verhandlungen“ (Beike) mit dem Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer (VBGH). Er hatte einige Musterprozesse gegen die RAG geführt. Die RAG betont allerdings, dass sie die Entschädigung auch an betroffene Eigentümer, Mieter und Wohnungsberechtige zahlt, die dem VBGH nicht angehören.

Die RAG zahlt die Pauschale einmal pro „Wohneinheit“, unabhängig von der Zahl der dort lebenden Menschen. Als „Wohneinheit“ definiert die RAG: „Eine aus mehreren Räumen bestehende Einheit, in der ein selbstständiger Haushalt geführt werden kann. Eine Wohneinheit kann also ein einzelnes Haus sein oder eine einzelne Wohnung innerhalb eines Wohnhauses.“

Den Overbergern und anderen Betroffenen bleibt bis zum 31. Dezember Zeit, die Anträge zu stellen.

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