BergAUF stellt Bürgermeisterkandidaten und will Einzug der AfD in den Bergkamener Rat verhindern

dzKommunalwahl Bergkamen

Das Bündnis BergAuf zieht mit 22 Kandidaten in die anstehende Kommunalwahl. Jeder Wahlbezirk ist besetzt. Und noch eine Neuigkeit gibt es: BergAuf stellt außerdem einen Bürgermeisterkandidaten.

Bergkamen

, 30.06.2020, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang des Jahres war sich Werner Engelhardt, der Fraktionsgeschäftsführer der Gruppierung BergAUF, noch nicht sicher, ob BergAUF einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen wird. Nun steht fest: Sie wird. Und wie. Die aktuelle Pressemitteilung des „Personenwahlbündnisses BergAUF Bergkamen“ strotzt vor Selbstbewusstsein und Kampfeswillen.

In der Mitteilung gibt das Bündnis bekannt, dass es in allen 22 Bezirken kandidieren und mit Werner Engelhardt einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen wird. Die Gruppe trete an, um sich künftig mehr als nur zwei Sitze im Rat zu sichern. Ihre Strategie: Eine bunte Mischung. Mit 22 Kandidaten – die aus verschiedenen Altersgruppen stammen, teils alteingesessene Bergkamener und teils unterschiedlicher Herkunft sind und die breit gefächerte Berufe ausüben – möchte sie besonders um die Gunst der jungen Wähler werben. Die Kandidaten seien „Menschen wie du und ich“.

Fatma Uyar sitzt gemeinsam mit Claudia Schewior im Rat für das Bündnis BergAUF. Die beiden sind auch Spitzenkandidatinnen für die anstehende Kommunalwahl.

Fatma Uyar sitzt gemeinsam mit Claudia Schewior im Rat für das Bündnis BergAUF. Die beiden sind auch Spitzenkandidatinnen für die anstehende Kommunalwahl. © BergAUF

BergAUF in Bergkamen will verhindern, dass die AfD in den Rat zieht

Dass die farbenfrohe Mischung keinen Platz für Parteien hat, die eher das Gegenteil von bunt sind, liegt da wohl nahe: Die Gruppe wolle „klare Kante gegen Rechts“ zeigen, steht in der Mitteilung: Und „durch sachliche antifaschistische Aufklärung“ den Einzug der AfD, die womöglich auch einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken will, in den Rat möglichst verhindern.

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Um das zu erreichen und mehr Plätze im Rat – doppelt so viele sollen es sein – zu ergattern, will BergAUF die Tatsache, dass sie keine etablierte Partei ist, zu ihrem Vorteil nutzen. Sie soll als „demokratisches und überparteiliches Wahlbündnis zahlreicher Einzelpersonen wahrgenommen werden“. Und das mache den Unterschied, wie die jetzige Fraktionsvorsitzende Claudia Schewior, findet. Die Gruppe handele allein im Interesse der Bergkamener und müsse nicht Parteilinie und Fehlentscheidungen aus Berlin oder Düsseldorf mittragen. Damit das so bleibt, und kein persönlicher Vorteil entsteht, spenden alle Kandidaten weiterhin ihre Aufwandsentschädigungen, erklärt Fatma Uyar – Ratsfrau und Spitzenkandidatin.

Das Personenwahlbündnis BergAUF kandidiert in allen 22 Bergkamener Wahlbezirken – auf dem Bild nur einige von ihnen.

Das Personenwahlbündnis BergAUF kandidiert in allen 22 Bergkamener Wahlbezirken – auf dem Bild nur einige von ihnen. © BergAUF

BergAUF blickt auf Erfolge der vergangenen Jahre zurück

Freilich findet sich in der Mitteilung auch Schärfe und Kritik, denn das gehört zu einer Kampfansage schließlich dazu. So kritisiert Bürgermeisterkandidat Engelhardt seinen Kontrahenten aus der SPD, Bernd Schäfer, dafür, dass dieser behauptet habe, BergAUF habe sich weggeduckt. Engelhardt soll sich von Anfang an für einen „wirklichen Freibadbereich“ im neuen Bad eingesetzt haben. Außerdem wäre ohne die Gruppe „das Problem mit dem Ultragift PCB im Grubenwasser und dem Giftmüll unter Tage“ nicht ans Licht der Öffentlichkeit gekommen, sagt Pressesprecher Richard Bauer.

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BergAUF wehrt sich mit solchen Ansagen möglicherweise auch gegen die Vorwürfe, dass sich die Fraktion nicht an Beratungen in Ausschüssen beteiligen würde, um dann in den Ratssitzungen Diskussionen aufzuwirbeln. BergAUF wehrt sich nun bekanntlich mit anwaltlicher Hilfe gegen die Vorwürfe, die es in der Vergangenheit immer mal wieder von Ratsmitgliedern gab. Die Wahlen nutzt die Gruppe nun wohl auch zur Betonung dafür, dass sie in der Vergangenheit nicht untätig geblieben ist. Engelhardt: „Wir haben uns nie weggeduckt, wie SPD-Bürgermeisterkandidat Schäfer behauptet, unsere Stimme wurde nur meistens mehrheitlich unter den Tisch gekehrt!“

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