Beim Umzug der Musikschule steht die Stadt unter akutem Zeitdruck

dzFakt-Campus

Der Plan, dass die Musikschule in den Fakt-Campus zieht, stößt bei allen Beteiligen auf Zustimmung. Aber noch gibt es keinen Mietvertrag für das Übergangsquartier. Langsam wird die Zeit knapp.

Bergkamen

, 12.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch ist der Umzug der Musikschule auf den Fakt-Campus nicht in trockenen Tüchern. Aber der städtische Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich meldet einen substanziellen Verhandlungserfolg: „Wir haben uns mit der Fakt AG auf die Miete geeinigt.“ Wie hoch die ist, will Ulrich allerdings nicht verraten. Ganz unkompliziert waren die Gespräche mit dem Essener Unternehmen offenbar nicht.

Stadt verhandelt unter Zeitdruck

Immerhin will die Musikschule ihre bisher in Oberaden am Stadtmuseum beheimatete Verwaltung sowie die Unterrichtsräume aus der Preinschule in Oberaden in die ehemalige Bergbauberufsschule am Kleiweg in Weddinghofen verlagern. Dafür braucht sie Platz. „Auch der Vermieter muss Umbauten vornehmen“, sagt Ulrich. Das spiegelt sich vermutlich im Mietpreis wider.

Die Musikschule Bergkamen soll mindestens zwei bis drei Jahren im Faktcampus  bleiben: Aber noch gibt es offene Fragen.

Die Musikschule soll mindestens zwei bis drei Jahre im Fakt-Campus bleiben: Aber noch gibt es offene Fragen. © Stefan Milk

Dazu kommt, dass die Stadt beim Musikschulumzug unter akutem Zeitdruck steht. Die Räume in der Preinschule werden spätestens nach den Sommerferien benötigt, weil dort die Offene Ganztagsschule (OGS) aus allen Nähten platzt. Vorher müssen sie noch auf Vordermann gebracht werden: „Wir müssen deshalb im Mai oder im Juni umgezogen sein“, sagt Ulrich.

Das ist ohnehin schon ein ambitioniertes Ziel. Zuvor muss der Dezernent, der als Stadtkämmerer auch für die Finanzen zuständig ist, noch das Geld für die Miete auftreiben. Im laufenden Haushalt für dieses und für nächstes Jahr ist das eigentlich nicht eingeplant. Denn der Umzug zum Fakt-Campus hat sich relativ kurzfristig ergeben.

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Ausschuss und Rat

Politik berät über Musikschul-Umzug

  • Der Kulturausschuss befasst sich in seiner Sitzung am Mittwoch, 18. März, mit dem Umzug der Musikschule. Sie beginnt um 17 Uhr im Saal I des Ratstraktes neben dem Rathaus.
  • Der Stadtrat kommt am Donnerstag, 26. März, zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Sie beginnt um 17.15 Uhr im Ratssaal im Ratstrakt.
  • Wenn die Tagesordnungen und die Vorlagen veröffentlicht worden sind, finden sie sich unter https://ris.bergkamen.de im Ratsinformationssystem der Stadt.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die Musikschule in ein Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Burgschule in Oberaden ziehen soll. Diesen Plan gibt es immer noch. Allerdings kann die Musikschule einen quadratischen Altbau im hinteren Teil des Geländes an der Preinstraße erst dann nutzen, wenn auch der geplante Neubau für die Jahnschule fertig ist – und wann dann das der Fall sein wird, steht vorerst noch in den Sternen.

Die Musikschule bleibt mehrere Jahre im Übergangsquartier

Deshalb wird die Musikschule das Übergangsquartier in Weddinghofen für mindestens zwei bis drei Jahre nutzen – womöglich sogar länger. Das treibt die Mietkosten nach oben. Ulrich ist optimistisch, dass er sie durch Umschichtungen im Etat finanzieren kann. „Aber weil wir in diesem Jahr mit einem Defizit planen, ist das nicht ganz einfach.“

Auf Dauer soll die Musikschule dieses Gebäude auf dem Burgschul-Gelände nutzen. Aber vorher muss dort der Neubau für die Jahnschule errichtet werden.

Auf Dauer soll die Musikschule dieses Gebäude auf dem Burgschul-Gelände nutzen. Aber vorher muss dort der Neubau für die Jahnschule errichtet werden. © Stefan Milk

Allerdings steht der Dezernent auch dabei unter Zeitdruck. Eigentlich muss er bis nächste Woche liefern: Am Mittwoch, 18. März, befasst sich der Kulturausschuss des Stadtrates mit dem Umzug der Musikschule. Der Vorlage ist zu entnehmen, dass der Musikschule im Fakt-Campus rund 1400 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Im Gebäude auf dem Burgschul-Gelände, das der Stadt gehört, sind etwas mehr als 900 Quadratmeter vorgesehen.

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Außerdem sind in der Vorlage noch mehrere offene Fragen aufgelistet, die geklärt werden müssen, bis ein unterschriftsreifer Mietvertrag vorliegt. Dabei geht es zum Beispiel um die Nutzung der Räume am Abend und an den Wochenenden, darum, ob das Forum des Fakt-Campus für Musikschul-Veranstaltungen genutzt werden kann und um einen möglichen Umbau von Räumen, die zu groß oder zu klein sind.

Der Ausschuss trifft allerdings keine Entscheidung über das Mietverhältnis mit der Fakt AG. Das obliegt dem Stadtrat, der am Donnerstag, 26. März, zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt. Bis dahin sollte Ulrich die Details geklärt haben – sonst könnte es eng werden mit einem pünktlichen Musikschulumzug.

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