Beim Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner setzt Bergkamen auf tierische Hilfe

dzMeisenkästen

Beim Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner setzt die Stadt auf die Unterstützung durch Meisen. Sie hängt Nistkästen auf, in der Hoffnung, dass die Vögel helfen.

Bergkamen

, 01.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Schüler aus der Forscherklasse 5a jetzt zusammen mit Mitgliedern des Schützenvereins Overberge 1833 Nistkästen für Blaumeisen aufhängten, ging es nicht nur um die Natur, sondern auch um Politik. Die Schüler setzten damit einen Beschluss des Stadtrats um.

Diese Nistkästen sollen an anderen Bäumen in Bergkamen zum Einsatz kommen.

Diese Nistkästen sollen an anderen Bäumen in Bergkamen zum Einsatz kommen. © Marcel Drawe

Stadtrat hat beschlossen, auf Meisen zu setzen

Der hatte im vergangenen Jahr beschlossen, im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auch auf tierische Hilfe zu setzen. Die Raupen eines Nachtfalters hatten im vergangenen Sommer praktisch landesweit für Unruhe gesorgt. Ihre Brennhaare können bei Menschen heftige allergische Reaktionen auslösen.

Eichenprozessionsspinner hatten im vergangenen Jahr viele Eichen befallen. Die Raupen und ihre Nester dürfen auf keinen Fall angefasst werden.

Eichenprozessionsspinner hatten im vergangenen Jahr viele Eichen befallen. Die Raupen und ihre Nester dürfen auf keinen Fall angefasst werden. © Stefan Milk (Archiv)

Starker Befall durch Kimawandel

Nicht nur in Bergkamen waren viele Eichen so dicht befallen, dass sogar Sportplätze und andere Einrichtungen in der Nähe von Eichen gesperrt wurden.

Meisen haben dagegen keine Probleme mit den Raupen: Im Gegenteil: Sie dienen ihnen als Nahrung.

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Der Stadtrat hatte deshalb beschlossen, einen Versuch zu starten und Meisen-Nistkästen an den im vergangenen Jahr am stärksten betroffenen Bäumen aufzuhängen.

Schüler und Schützen hängen Kasten an Eiche in Overberge

Eine dieser Eichen befindet sich im Bereich des Overberger Schützenplatzes an der Hansastraße, an der die Fünftklässler jetzt mithilfe der Schützen einen Kasten anbrachten.

Nach Angaben von Dezernent Marc Alexander Ulrich haben die Schüler insgesamt zehn solcher Kästen aus Holz gebaut. Die Stadt hat zusätzliche aus Beton bestellt. Alle sollen in den nächsten Tagen an Eichen in Bergkamen gehängt werden - und zwar so hoch, dass sie vor Vandalismus sicher sind.

Der Baubetriebshof bekämpfte die Raupen wochenlang mit einem Spezialsauger. Dabei mussten die Mitarbeiter Schutzkleidung tragen.

Der Baubetriebshof bekämpfte die Raupen wochenlang mit einem Spezialsauger. Dabei mussten die Mitarbeiter Schutzkleidung tragen. © Stefan Milk (Archiv)

Plage im vergangenen Jahr

Eichenprozessionsspinner kommen zwar auch hierzulande natürlich vor. Besonders im vergangenen Jahr hatten die trockenen Sommer dafür gesorgt, dass die Raupen in noch nie gekanntem Ausmaß an Eichen auftraten. Es waren so viele, dass die Bevölkerung beunruhigt war.

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Die Stadt schaffte für den Baubetriebshof sogar ein eigenes Absauggerät an, weil die Fachfirmen in der Umgebung schnell komplett ausgebucht waren. Ein Trupp des Baubetriebshofs, der unter komplettem Körperschutz arbeiten musste, war mehrere Wochen damit beschäftigt, die Tiere von den Eichen abzusaugen.

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Jetzt hofft die Stadt, die Plage auch mit der Unterstützung der Meisen besser in den Griff zu bekommen. Die Methode hat außerdem einen unschätzbaren Vorteil: Sie ist komplett umweltfreundlich und kommt ohne jede Chemie aus.

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