Beim Hundeschwimmen zeigt sich: Es gibt auch wasserscheue Labradore

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Für zweibeinige Badegäste ist das Wellenbad Bergkamen-Weddinghofen bereits seit Anfang des Monats geschlossen. Am Wochenende dreht sich dort stattdessen alles um den besten Freund des Menschen.

von Niklas Mallitzky

Weddinghofen

, 14.09.2019, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn ihr Spielzeug fliegt, ist Fay nicht mehr zu halten. Die braune Labrador-Dame ist erst 14 Monate alt, Angst vor dem Wasser hat sie trotzdem nicht. Das sei gar nicht ungewöhnlich, erklärt Besitzerin Jaana Boettcher, die mit ihrem Vater Thomas und Mutter Angelika auf einer Bank am Beckenrand einen Platz gefunden hat. „Labradore sind nämlich Wasserhunde. Die wurden ursprünglich für die Jagd gezüchtet und haben dann zum Beispiel die geschossenen Enten aus dem Teich geholt.“

Beim Hundeschwimmen zeigt sich: Es gibt auch wasserscheue Labradore

Auch im Wasser funktioniert der Jagd-Instinkt. © Stefan Milk


Im Wasser ist kein Chlor mehr

Am 1. September öffnete das Wellenbad Weddinghofen die Pforten zum letzten Mal in diesem Jahr für den regulären Betrieb, in der vergangen Woche stand noch der Freundschaftswettkampf „Waves and Fun“ der Ortsgruppe der DLRG auf dem Plan. „Danach haben wir die Heizung abgeschaltet“, berichtet Daniel Knapp, Fachangestellter für Bäderbetrieb, obwohl ihn auch die Bezeichnung Bademeister nicht stört. Am Mittwoch dann wurde die Chlorzufuhr zu den Becken abgeschaltet, denn das könnte den tierischen Besuchern am Wochenende sonst schaden. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die Hundebesitzer nicht ins Wasser dürfen. Am Morgen vor dem Hundeschwimmen haben Knapp und seine Kollegen dann noch die Pumpen abgeschaltet und abgedichtet. „Das tun wir, damit die Hundehaare und sonstige Hinterlassenschaften nicht in die Anlage geraten.“

Beim Hundeschwimmen zeigt sich: Es gibt auch wasserscheue Labradore

Die Hunde haben sichtlich Spaß im Wasser © Stefan Milk

Hundeschwimmen an zwei Tagen

Das Hundeschwimmen findet an zwei Tagen statt, einige der Besucher würden auch von weit her anreisen, um ihren Hunden ein ausgiebiges Bad zu ermöglichen, so Knapp: „Das Wellenbecken hat einen abgeflachten Einstieg, der es den Hunden deutlich einfacher macht, in das Becken hinein und heraus zu kommen. Das gibt es sonst nicht so häufig.“

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Hundeschwimmen im Wellenbad

14.09.2019
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Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Hundeschwimmen im Wellenbad© Stefan Milk
Luna traut ich nicht ins Wasser

Auch Marcel Eschmann steht mit seiner blonden Labrador-Dame Luna am Beckenrand. Dass sie eigentlich ein Wasserhund ist, hat der sechs Jahre alten Hündin wohl niemand erklärt, denn Luna traut sich nicht so recht in die Fluten. „Bis ins wadentiefe Wasser geht es noch“, erzählt der Kamener. „Danach ist dann aber Schluss für Luna.“ Seit einem Jahr hat die Hündin bei Eschmann ein neues Zuhause gefunden, vorher war sie beim Tierschutzverein „Bella Luna“ untergebracht. Warum sie so wasserscheu ist, kann sich ihr Herrchen auch nicht so recht erklären. „Es kann sein, dass sie da in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht hat.“


Wellenbad

Hundeschwimmen auch am Sonntag

Auch am Sonntag, 15. September, dürfen die Hunde ins Wasser. Das Wellenbad am Häupenweg in Weddinghofen hat von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt pro Hund kostet 3 Euro.

Angst vor dem Wasser hat der Sennenhund nicht

Der Hund von Marlis Acar ist zwar ein Apenzeller Sennenhund, Angst vorm Wasser hat er allerdings keine. Im Gegenteil, Maya ist kaum zu halten, noch an der Leine zieht die Hündin Acar Richtung Wasser. Auch der Große Schweizer Sennenhund ihres Sohnes macht sich sofort in Richtung Wellenbecken auf. Natürlich wird die Wellenanlage auch für die Hunde eingeschaltet, einmal pro Stunde herrscht im Becken echter Seegang. Während einige der Hunde erst einmal verdutzt dreinblicken, ist die Scheu bei den meisten schnell verschwunden Ausgelassen toben die Vierbeiner in den Fluten.

Beim Hundeschwimmen zeigt sich: Es gibt auch wasserscheue Labradore

Die Menschen müssen beim Hundeschwimmen am Beckenrand bleiben. © Stefan Milk


Die Menschen dürfen nicht ins Wasser

Nur für Labrador-Dame Luna ist das nun wirklich zu viel. Nicht einmal mehr eine Pfote möchte sie nun ins Becken halten und schaut sich das Treiben lieber vom Beckenrand an. Was passieren würde, wenn ein Hund in Seenot geraten würd e, darüber will Bademeister knapp lieber nicht genauer nachdenken. „Ich würde jedenfalls nur sehr ungerne in das trübe Wasser springen.“

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