Beim Frauensalon in Bergkamen dreht sich alles um Geldprobleme

dzKabarett mit Kriszti Kiss

Geld allein macht nicht glücklich, dieser Spruch muss von jemandem stammen, der genug davon hat. In „Schein oder nicht Schein“ mimt Kriszti Kiss eine Frau, die besessen vom Geld ist.

von Niklas Mallitzky

06.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Was halten sie von Geld? – das fragt die Figur von Kabarettistin Kriszti Kiss am Mittwochabend im Martin-Luther-Haus ihr Publikum. „Wer hätte gerne Geld?“ Diese Frage kann das Publikum leicht beantworten. „Na alle!“ entfährt es mehr als einem der rund 40 Zuschauer. Dem kann Kiss nur beipflichten, auch sie möge Geld. Arm aber sexy, das sei vielleicht etwas für Berlin aber nicht für sie. „Ich bin nicht Berlin, ich bin eher Bottrop. Oder Bergkamen.“

Frauensalon diesmal auch für Männer

Viermal im Jahr lädt der Frauensalon zu abendfüllenden Veranstaltungen ein. Eigentlich seien zu diesen Terminen nur Frauen zugelassen, erklärt Pfarrerin Petra Buschmann-Simons. Das Kabarett am Mittwoch stand aber allen Geschlechtern offen. Kriszti Kiss hatten Buschmann-Simons und ihre Kollegin Martina Bierkämper bereits im Mittwochs-Mix in der Galerie „sohle 1“ gesehen, berichtet die Pfarrerin: „Also haben wir sie zum heutigen Termin eingeladen.“

Job bei der Bank verloren, Konto behalten

Auf der Bühne dreht sich weiter alles um Geld. Sie selbst habe am Bankschalter gearbeitet, verrät Kiss, insgesamt 30 Jahre lang. Ein Job mit Zukunftssicherheit habe es geheißen, doch dann wurden ein paar Filialen geschlossen, ihren Job gab es dann nicht mehr. Zum Abschluss habe es dann noch geheißen: „Bitte bleiben sie uns treu, um ihr Giro-Konto kümmern wir uns trotzdem weiterhin gerne.“

Erfolg bei „Wer wird Millionär?“

Der Arbeitsmarkt entpuppt sich als Arbeitswüste, Kiss weiß nicht mehr weiter. Reich heiraten, das wäre es doch. Sie versucht es im Publikum, doch ohne Erfolg. Ihr Ehemann habe sie verlassen. Erst habe es noch geheißen, sie schaffe das schon und finde bestimmt bald etwas Neues. „Doch dann fand mein Rudi was Neues!“ Doch der Verflossene hinterlässt ihr ein ungeahntes Geschenk. Seine Vorliebe für Hering machte sie zum ungewollten Experten für das Identifizieren der Heringsart anhand des Atems. Eine Anmeldung bei „Wetten dass“ sollte ihr die nötige Anerkennung für dieses Talent verschaffen, Rudis Schusseligkeit brachte ihr stattdessen eine Anmeldung bei „Wer wird Millionär?“ Und tatsächlich nimmt die Alleinstehende die Million mit nach Hause.

Schneidender Wortwitz mit ungarischem Akzent

Mit einem beißenden Humor und schneidendem Wortwitz begeistert Kiss ihr Publikum. Ihre Lieder-Parodien kommen dank des ungarischen Akzents besonders rustikal daher, was sie aber nur noch hörenswerter macht. Während die erste Hälfte ganz im Zeichen des schnöden Mammons steht, lernt ihre Kunstfigur am Ende der zweiten Hälfte dann doch noch die Lektion, die man selbst gelernt haben muss, um sie wirklich zu glauben: Geld allein macht auch nicht glücklich.

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