Bei Vollmond fallen die Schüsse: Jäger verbringen viele Nächte im Schießstand

dzJagd

Die Nächte sind hell und somit optimal für die hiesigen Jäger. Sie schießen nachts auf Wildschweine. Vor allem auf die jungen Tiere haben sie es abgesehen – aus gutem Grund.

Bergkamen

, 12.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesen Tagen ist der Mond besonders voll. Das nutzen die hiesigen Jäger aus. Am Wochenende wird kaum einer die Nacht zu Hause verbracht haben, weiß Reinhard Middendorf, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Unna.

Stattdessen verbringen viele die Nacht in ihren Schießständen, um den nachtaktiven Wildschweinen aufzulauern. Bei vollem Mond und klarem Himmel sind die Gegebenheiten für die Jäger optimal. Natürlich identifizieren sie vorher ihre Zielobjekte. Nachtwandelnde Spaziergänger müssen sich also keine Sorgen machen. Erschrecken sollten sie sich aber nicht, wenn nachts ein Schuss fällt.

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Jäger schießen vor allem auf junge Wildschweine

Reinhard Middendorf, der sein Revier in Bergkamen hat, erklärt, warum er und seine Kollegen vor allem auf junge Tiere zielen müssen. Die Jäger wollen die Familienstrukturen der Herden nicht zerstören. Wenn sie auf die älteren Tiere schießen würden, dann würden die jungen Tiere sich voneinander trennen und neue Verbände bilden. Die Tiere würden sich dann weiter vermehren und das Gegenteil wäre erreicht. Denn die Jäger sind derzeit aufgerufen, die Bestände zu verkleinern.

Da die Afrikanische Schweinepest näher rückt, ist diese Maßnahme notwendig. Die Pest ist eine tödlich verlaufende Viruserkrankung, die auch Hausschweine befallen kann. Auf Menschen ist sie nicht übertragbar. Doch um die Krankheit einzudämmen und die Schweine zu schützen ist es laut Jagdverband eine Bejagung notwendig.

Jäger setzten sich für den Tierschutz und auch für die Natur ein

Doch nicht nur für den Tierschutz tun die Jäger, was sie tun. Sondern auch für den Naturschutz. Denn Wildschweine zertrampeln wertvolle Flächen auf denen zum Beispiel zarte Orchideen wachsen sollen. „Am Beversee sind wertvolle Biotope entstanden“, sagt Middendorf. Besonders dort seien die Jäger darauf bedacht, die Wildschweinpopulation kleinzuhalten. Auch landwirtschaftliche Flächen sind durch Wildschweine gefährdet. Laut Jagdverband können die Schweine in einer Nacht ein ganzes Maisfeld verwüsten. Die Jagdzeit für Wildschweine endet am 30. Januar.

Doch im kommenden Jahr nimmt das Spiel erneut seinen Lauf. Denn Wildschweine vermehren sich laut Middendorf pro Jahr um bis zu 300 Prozent. Dieser hohe Vermehrungsrate macht deutlich, wie viele Tiere es gäbe, wenn die Jäger nicht eingreifen würden.

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