Bei Lanxess brennt ein Stoff, der sich mit Wasser nicht löschen lässt

dzFeuer im Chemiepark

Bei Lanxess geriet ein Stoff in Brand, der sowohl mit Luft als auch mit Wasser heftig reagiert. Die Bayer-Werkfeuerwehr hatte ihn aber trotzdem schnell unter Kontrolle.

Bergkamen

, 20.08.2019, 12:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Firma Lanxess im Bergkamener Chemiepark ist es am Dienstagmorgen zu einem Brand gekommen, den die Werkfeuerwehr allerdings nach Angaben des Unternehmens schon nach wenigen Minuten unter Kontrolle hatte.

Stoff tritt versehentlich aus

Wie Lanxess nach dem Brand schriftlich mitteilte, ist um 9.15 Uhr im Verfahrenstechnikum von Lanxess ein brennbares Produkt ausgetreten. Dabei soll es sich um Aluminiumalkyle handeln – eine organische Metallverbindung, die unter anderem als Katalysator in der Kunststoffindustrie eingesetzt wird.

Auch die Bergkamener Feuerwehr rückt mit aus

Um das Feuer zu bekämpfen, rückte zunächst die Bayer-Werkfeuerwehr aus, die auch bei den anderen Unternehmen im Chemiepark für den Brandschutz zuständig ist. Sie alarmierte auch die Freiwillige Feuerwehr Bergkamen nach. Zunächst rückte die Einheit Mitte an, später kamen auch die Einheiten Rünthe und Overberge dazu. Die Bergkamener Feuerwehr hielt sich in Reserve, falls noch weitere Kräfte benötigt würden. Auch der Rettungsdienst und ein Notarzt waren sicherheitshalber vor Ort.

Bei Lanxess brennt ein Stoff, der sich mit Wasser nicht löschen lässt

Die Werkfeuerwehr Bayer übt regelmäßig, wie sich Aluminiumalkyle und andere gefährliche Stoffe löschen lassen. Dabei demonstriert sie auch oft, was geschieht, wenn der Stoff mit Wasser in Kontakt kommt: Er explodiert geradezu. © Stefan Milk

Feuer nach wenigen Minuten gelöscht

Nach Angaben des Unternehmens konnte die Werkfeuerwehr den Brand schon nach wenigen Minuten komplett löschen. Das betroffene Gebäude war evakuiert worden. Bei dem Brand wurden keine Personen verletzt. Lanxess hat nach eigenen Angaben sofort die zuständigen Behörden informiert.

Wie eine Sprecherin des für die Werkfeuerwehr zuständigen Bayer-Werks erklärte, bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung und für die Mitarbeiter.

Werkfeuerwehr übt regelmäßig Löschen von gefährlichen Stoffen

Die Werkfeuerwehr übt regelmäßig das Löschen von solchen Verbindungen wie Aluminiumalkylen. Die Flüssigkeit entzündet sich selbst, wenn sie mit Luft in Verbindung kommt. Offenbar war sie bei Lanxess versehentlich oder durch einen Defekt ausgetreten. Sie ist auch nicht einfach zu löschen. Wenn Aluminiumalkyle mit Wasser in Kontakt kommen, reagieren sie heftig. Die Werkfeuerwehr musste die Flammen mit anderen Mitteln ersticken.

Flammen werden unter einem Pulver erstickt

Da Aluminiumalkyle mit Wasser und Luft reagieren, erstickt die Feuerwehr den Brand, indem sie ihm den Sauerstoff entzieht. Dazu verwendet die Feuerwehr ein Pulver, das aus Kügelchen aus geschmolzenem und geschäumten Glas besteht und das auf die brennende Flüssigkeit aufgebracht wird.

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