Bei der Hydranten-Kontrolle geht es der Feuerwehr ums Löschwasser - und um einiges mehr

dzLöschwasserversorgung

Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. Zum Löschen braucht sie Wasser. Das kommt aus den Hydranten. Die kontrollieren die Feuerwehrleute regelmäßig - und verfolgen damit gleich mehrere Zwecke

Weddinghofen

, 10.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Andreas Schorn kennt sie alle: Die Hydranten in Weddinghofen. Er ist in der Feuerwehr-Einheit des Stadtteils für die Löschwasser-Spender verantwortlich. Und das ist eine wichtige Aufgabe: Wenn es brennt und es um Minuten geht, dürfen die Brandkämpfer nicht zu viel Zeit mit der Hydranten-Suche verschwenden. Zwar weisen ihnen Schilder den Weg.

Bei der Hydranten-Kontrolle geht es der Feuerwehr ums Löschwasser - und um einiges mehr

Berthold Boden und Andreas Schorn von der Feuerwehr Weddinghofen präsentieren den Plan, in dem jeder Hydrant im Ortsteil verzeichnet ist. © Johannes Brüne

Aber die Weddinghofer haben noch etwas Besseres in ihren Feuerwehrfahrzeugen: Ein blaue Mappe, die Schorn erstellt hat, und in der jeder Hydrant in jeder Weddinghofer Straße mit einer Karte und einem Foto verzeichnet ist.

Einmal im Jahr werden die Hydranten kontrolliert

Und natürlich trägt Schorn auch die Verantwortung, wenn die Einheit Weddinghofen zur Hydrantenkontrolle ausrückt. „Das macht jede Einheit der Bergkamener Feuerwehr einmal pro Jahr in ihrem Stadtteil“, erläutert er.

Bei der Hydranten-Kontrolle geht es der Feuerwehr ums Löschwasser - und um einiges mehr

Für jeden Hydranten gibt es einen Karteneintrag und ein Foto. © Johannes Brüne

Die 18 Weddinghofer Feuerwehrleute, die die Kontrolltour am Samstagnachmittag übernehmen, haben dabei ganz ordentlich zu tun: „In unserem Stadtteil gibt es ungefähr 200 Hydranten“, weiß Schorn. „In Wohngebieten muss alle 300 Meter einer sein“, ergänzt Feuerwehrmann Berthold Boden.

Wenn das Wasser fließt, funktioniert der Hydrant

Die Funktionsprüfung selbst ist relativ einfach. In Weddinghofen gibt es ausschließlich Unterflurhydranten, die in der Straße verbogen sind. Mit dem Hydrantenschlüssel wird die Kappe im Straßenpflaster zur Seite geschoben. Dann kommt der Hydrantenfuß zum Vorschein.

Bei der Hydranten-Kontrolle geht es der Feuerwehr ums Löschwasser - und um einiges mehr

Die Unterflurhydranten sind unter dem Straßenpflaster verborgen © Johannes Brüne

Auf den wird ein Standrohr gesetzt, das zur Grundausstattung eines jeden Löschfahrzeuges zählt: Wenn das Wasser daraus sprudelt, ist der Hydrant in Ordnung. Wenn nicht, kommt er auf eine Liste, die die Feuerwehr an die Stadt weitergibt. „Die benachrichtigt dann den Wasserversorger Gelsenwasser, der sich schnellstmöglichst um die Reparatur kümmert“, sagt Schorn.

Denn die Hydranten sind an das Trinkwassernetz angeschlossen. „Wir löschen mit einem Lebensmittel“, sagt dazu der Pressesprecher der Einheit, Ralf Bartsch. Auch dafür soll die Hydrantenkontrolle sensibilisieren. Natürlich müssen die Brandbekämpfer im Ernstfall nicht mit dem Wassereinsatz geizen. Aber ein paar Sicherheitsvorkehrungen sind schon zu beachten, damit keine Schmutzstoffe ins Trinkwassernetz gelangen.

Der Nachwuchs lernt etwas

Bei der Hydrantenkontrolle machen auch einige Mitglieder der Jugendfeuerwehr mit. Sie sollen den Umgang mit der Technik lernen. Aber erwachsenen Feuerwehrleuten sammeln ebenfalls wichtige Erfahrungen, weil sie sich im Ernstfall schneller zurechtfinden. „Wer zwei, drei Mal bei der Hydrantenkontrolle mitgemacht hat, der kennt sich im Stadtteil aus“, sagt Schorn.

Bei der Hydranten-Kontrolle geht es der Feuerwehr ums Löschwasser - und um einiges mehr

Die rotumrandeten Schilder weisen auf die Unterflurhydranten hin. Wer sie beklebt, behindert die Arbeit der Feuerwehr. © Johannes Brüne

Allerdings würden sich die Hydranten-Kontrolleure auch etwas mehr Sensibilität von ihren Mitmenschen für die Löschwasserquellen wünschen. Autos, die auf Hydrantendecke parken, können beim Löscheinsatz zu einem ernsten Hindernis werden. Und Schorn hat es schon häufiger erlebt, dass Hydranten bei Bauarbeiten verschmutzt oder beschädigt wurden.

Hydrantennetz im guten Zustand

Allerdings ist das Bergkamener Hydrantennetz wohl weitgehend in einem ordentlichen Zustand: Pressesprecher Bartsch hat es in 40 Jahren Feuerwehr nur ganz selten erlebt, dass es Probleme mit dem Löschmittel aus der Wasserleitung gab. Aber die Tour zu den 200 Hydranten dient noch einem anderen Zweck: „Wir pflegen so die Kameradschaft“, sagt Bartsch. Und bei dem ein oder anderen Weddinghofer Feuerwehrfreund werden die Hydranten-Kontrolleure zudem ins Haus gebeten und bewirtet.

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