Bei der Feuerwehr in Heil ist die alte Feuerspritze der Star des Tages

dzFrühschoppen

Die Heiler Einheit der Feuerwehr lädt zum Frühschoppen am Gerätehaus. Die Einsatzfahrzeuge begeistern die Technikfreaks, doch eine Rarität aus Holz und Eisen stiehlt ihnen die Show.

von Niklas Mallitzky

Heil

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Bereits rund 100 Meter vor dem Feuerwehrgerätehaus in Heil blitzen am Donnerstagmittag die Warnleuchten auf, links und rechts am Straßenrand stehen mehrere Einsatzwagen. Statt Brandgeruch liegt hier allerdings der Duft von Bratwürsten und Pommes in der Luft. Die älteste Einheit der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen lädt zum Frühschoppen am Feiertag, ein besonderer Hingucker ist die historische Feuerwehrspritze.

Feuerwehreinheit ist am Grill im Einsatz

Eigentlich sollte die betagte Spritze aus Holz und Eisen am Donnerstag sogar zum Einsatz kommen.. „Leider hat uns die Technik einen Strich durch die Rechnung gemacht“, berichtet Einheitsführer Axel Kallenbach. Rund 360 Besucher begehen am Donnerstag über den Tag verteilt den Frühschoppen mit den Heiler Rettungskräften, die Einheit ist für den Feiertag abgemeldet. Insgesamt 22 aktive Mitglieder hat die Feuerwehr in Heil. Sie schenken am Getränkewagen aus, am stehen am Grill oder verkaufen Wertmarken. „Wir sind heute alle komplett eingebunden“, sagt Kallenbach.

Einsatzfahrzeuge zum erkunden

Damit die Besucher auch etwas zum Staunen haben, stehen mehrere Einsatzfahrzeuge bereit, die die Besucher erkunden können. Die Firma Thoma Wiss hat das neue Löschfahrzeug (LF) „Kat“ vorbei geschickt, das für den Katastrophenschutz ausgerüstet ist. So führt der Wagen die doppelte der üblichen Schlauchmenge mit sich, sowie eine mobile Tragkraftspritze. Nur wenige Meter entfernt steht das LF 10 der Heiler Einheit, mit einem Wassertankvolumen von 600 Litern.

Historische Spritze wird mit Muskelkraft betrieben

Mit solchen Werten kann die historische Spritze nicht mithalten. Der Wassertank ist hier bedeutend kleiner, doch der käme eigentlich sowieso nicht zum Einsatz, so Kallenbach: „Auf der einen Seite ist der Ansaugschlauch angebracht, mit dem das Wasser in die Spritze hinein befördert wird.“ Damit das auch geschieht, ist Muskelkraft gefordert. Wann die Spritze gebaut wurde, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Kallenbach glaubt irgendwann zwischen 1903 und 1905.

Instandhaltung ist arbeitsintensiv

Feuerwehrmann Rainer Bloemberg ist beruflich auch mit der Instandsetzung von Feuerwehrtechnik vertraut und hat schon an der Pumpe gearbeitet. Er glaubt, sie könnte noch älter sein: „Ich schätze, die stammt noch aus dem 19. Jahrhundert.“ Er ist es auch, der die Ansaugdichtungen regelmäßig repariert. „Alle fünf Jahre müssen die Lederdichtungen gewechselt werden, dann wird das Material brüchig.“ Auch sonst ist das Gerät wartungsintensiv, so müssen alle drei Monate die Speichenräder gewässert werden, sonst lässt sich die Spritze nicht mehr bewegen. Bereits zwei Leute könnten die Spritze bedienen, berichtet Kallenbach, besser wären aber vier. „Und dann am besten mehr als ein Vierer-Team, denn nach einer halben Stunde ist man ganz schön fertig.“ Bis zu fünf Bar können acht starke Arme mit der Pumpe an Druck aufbauen.

Oberadener bringen Modell ihres Feuerwehrfahrzeugs mnit

Neben Besuchern aus der Nachbarschaft nehmen auch befreundete Einheiten wie die aus Methler an dem Fest teil. Die Kollegen aus Oberaden kommen mit ihrem eigenen Löschfahrzeug, das allerdings gezogen werden muss. Den Metallrahmen für das LF 20 in Miniaturformat haben Projektleiter Michael Stief und seine Helfer selbst geschweißt. Angetrieben wird der Wagen von einem alten Elektromobil. Sogar Blaulicht und Blitzhacker funktionieren, die Rollladen fahren ebenfalls elektrisch hoch und runter. Sogar ein Einsatzhorn hat der Wagen, der anhand von Bauplänen des echten LF 20 entstanden ist. Für das Löschfahrzeug der Marke Eigenbau ist die Reise zur Heiler Einheit die Jungfernfahrt.

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