Bei der Bergkamener Spielzeugbörse gibt es nicht nur Sachen zum Spielen

dz„Kinderkram“

Eigentlich müsste die Spielzeugebörse der Friedenskirchengemeinde ihren Namen ändern. Denn längst geben Ute Dettmar und die anderen freiwilligen Helferinnen nicht nur Spielsachen an Familien mit wenig Geld heraus.

Bergkamen

, 26.07.2018, 10:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Inzwischen kommen auch Eltern zu der Börse „Kinderkram“, die wollen, dass ihre Kinder nicht nur spielen, sondern auch lernen. „Der Bedarf an Schulsachen steigt“, berichtet Dettmar. Insbesondere die Grundausstattung, die Kinder für die Schule benötigen, seien sehr gefragt. So suchten Eltern zum Beispiel häufig gebrauchte Tornister und Turnbeutel für ihre Kinder. Auch Zirkel und Geo-Dreiecke nehmen die „Kinderkram“-Nutzer gerne mit. Bei den Spendern, von denen das Angebot der Spielzeugbörse lebt, hat sich das noch nicht herumgesprochen. Die geben zumeist noch Spielsachen ab.

Dettmar hofft, dass Eltern künftig auch verstärkt ausrangierte und gut erhaltene Schulsachen ihrer Kinder abgeben, damit andere sie benutzen können. „Auch Hefte können wir gebrauchen“, sagt sie. Unbeschriebene versteht sich. Vor kurzem hat die Spielzeugbörse eine Spende des Lions-Clubs erhalten, die sie in den Kauf von Unterrichtsmaterialien investiert hat. Denn vor Beginn des neuen Schuljahres öffnet die Börse im Keller der Auferstehungskirche noch zwei Mal: An diesem Samstag, 28. Juli, und am Samstag, 26. August. Und Dettmar weiß, das Eltern mit geringen Einkommen oft Schwierigkeiten haben, die Schul-Ausstattung ihrer Kinder zu finanzieren. „Sie haben zwar Anspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket“, sagt sie. „Aber so viel Geld ist das auch nicht.“ Deshalb freuen sich viele Eltern, wenn sie in der Spielzeugbörse fündig werden.

Dettmar hat auch schon erlebt, dass Lehrer die Familien zum „Kinderkram“ schicken. „Sie sagen zu dem Schüler: Nächste Woche kommst Du aber nicht mehr mit einem Plastikbeutel zur Schule“, berichtet sie. Allerdings sollte man nicht meinen, dass Eltern, die die Spielzeugbörse nutzen, kein Interesse an der Bildung ihres Nachwuchses haben – im Gegenteil. Wenn Spender Rechenhilfen, Wörterbücher oder ähnliche pädagogische Bänden abgeben, finden die schnell einen neuen Besitzer, berichtet Dettmar: „Gerade Flüchtlinge nutzen dieses Angebot.“

Und dass es beim „Kinderkram“ eben nicht nur um Sachen zum Spielen geht, lässt sich auch noch an einem anderen Trend ablesen: „Bücher haben uns die Spender von Anfang an gebracht“, sagt Dettmar. Anfangs blieben die oft in den Regalen stehen – inzwischen finden sie einen reißenden Absatz.

Die Spielzeugbörse „Kinderkram“ befindet sich in den Räumen unter der evangelischen Auferstehungskirche an der Goekenheide in Weddinghofen. Sie hat an jedem letzten Samstag eines Monats von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Zu diesen Zeiten nimmt die Börse auch Spenden entgegen.
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