Behindertenkreis trifft sich nach über 35 Jahren zum letzten Mal

dzGruppe aus dem Martin-Luther-Zentrum

Seit vielen Jahren haben sich Marita Fuchs und ihr Helferinnenteam um Behinderte aus der Martin-Luther-Gemeinde gekümmert. Der Kreis löst sich auf, die Verbindung aber bleibt.

Oberaden

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Abschied fällt Marita Fuchs sichtlich schwer. Seit 15 Jahren leitet sie den Behindertenkreis Martin-Luther-Zentrum und jetzt ist der Tag des letzten Treffens gekommen. Nach der Andacht, die Pfarrer Chudaska hält, erinnert sie an diejenigen, die nicht kommen konnten und berichtet, wie es ihnen geht – bevor es Kaffee und Kekse gibt.

Betreuung fällt Helferinnen immer schwerer

Die fast 71-Jährige und ihr Helferinnenteam haben schon vor einigen Monaten festgestellt, dass ihnen die Betreuung des Behindertenkreises immer schwerer fällt, auch weil sie mittlerweile selbst häufiger von Krankheiten geplagt werden. Die Leitung und Betreuung des vor mehr als 35 Jahren als Selbsthilfegruppe gegründeten Behindertenkreises ist nicht einfach und vor allem zeitintensiv, schildert die Leiterin. „Das ist nicht damit getan, dass man sich einmal im Monat zu Kaffee und Kuchen trifft“, sagt sie. Sie kümmert sich um die Mitglieder und ihr Wohlergehen, hat immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte und hilft, wo sie kann. In den vergangenen Monaten hat immer wieder einmal ihr Mann mitgeholfen, weil eine der Helferinnen erkrankt war.

Das Alter geht auch an den Helferinnen nicht vorbei

Das Helferteam ist auch vor einigen Monaten an Fuchs herangetreten und hat den Wunsch geäußert, sich nach so langer Zeit nicht mehr so stark ehrenamtlich zu engagieren. Damals hatten alle noch gehofft, dass sich Nachfolger finden. „Ich wäre auch heute noch bereit, sie in ihre Aufgabe einzuarbeiten“, sagt Fuchs. Die Hoffnung, dass sich jemand so stark ehrenamtlich engagieren will, hat sie aber aufgegeben.

Gespräche über den bevorstehenden Abschied

Die Gruppe von gut einem Dutzend behinderter Menschen ist in jeder Hinsicht gut auf den Abschied vorbereitet. Bei jedem der vergangenen Treffen haben alle über den bevorstehenden Abschied geredet und gemeinsam beschlossen, das Geld aus der Kasse an andere Gruppen aus der Gemeinde weiterzugeben, zum Beispiel an die Gruppe junger Behinderter aus dem Sundern oder das kirchliche Jugendzentrum „John“.

Blumen und ein Frühstücksgutschein

Zum Abschied gibt es Blumen für Fuchs und ihr Helferteam, erst von Pfarrer Chudaska und dann von den Betreuten. Sie laden das Team auch noch zu einem Frühstück ein, bevor das Programm weitergeht und Chorleiter Tobias Heinken die Gruppe beim Singen auf dem Klavier begleitet.

Der Kontakt soll bleiben

So ganz will Marita Fuchs die Betreuung doch nicht aufgeben. Es könne sein, dass sie den einen oder anderen aus den Augen verliert – aber nicht aus den Ohren. Wer will oder Hilfe benötigt, kann sie jederzeit anrufen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Spielplatzfest in Bergkamen

Letztes Spielplatzfest in diesem Jahr: Für eine Sache standen die Kinder sogar Schlange

Hellweger Anzeiger Mit Anleitung

Ansteckendes Stein-Fieber: „Pottsteine“ gibt es jetzt endlich auch in Bergkamen und Kamen

Hellweger Anzeiger Haushaltsplanung

Der Kämmerer will den nächsten Doppelhaushalt ohne Steuererhöhungen stemmen

Meistgelesen