Bayer garantiert Jobs im Bergkamener Werk und will kräftig investieren

dzPharma-Standort

Der Bayer-Konzern hat zuletzt hauptsächlich für negative Schlagzeilen gesorgt. Am Bergkamener Werk lag das nicht. Und das hat offenkundig auch ziemlich gute Zukunftsaussichten.

Bergkamen

, 02.10.2019, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mitarbeiter von Bayer konnten in den vergangenen Monaten angesichts der Turbulenzen um die Übernahme des umstrittenen Saatgut-Herstellers Monsanto nur selten etwas Positives über ihren Arbeitgeber lesen. Die knapp 1500 Beschäftigten im Bergkamener Bayer-Werk haben aber offenbar keinen Grund, sich vor der unmittelbaren Zukunft zu sorgen. Insbesondere ihre Arbeitsplätze sind mindestens bis zum Jahr 2025 sicher.

Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen

So lange will Bayer trotz des angekündigten massiven Stellenabbaus auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Das haben die Arbeitnehmer jetzt schriftlich: Die Zusage ist Bestandteil einer Vereinbarung, die die Konzernführung mit dem Gesamtbetriebsrat abgeschlossen hat. Diese war unter anderem notwendig geworden, weil Bayer 12.000 seiner insgesamt rund 117.000 Arbeitsplätze abbauen will. In Deutschland sollen 4500 Stellen gestrichen werden. Das Bergkamener Werk, das zum Bereich Pharma gehört, stehe nicht auf der Streichliste, sagte Bayer-Sprecher Markus Siebenmorgen aus der Leverkusener Konzernzentrale auf Nachfrage.

Jetzt lesen

Kräftige Investitionen in Bergkamen geplant

Vielmehr will das Unternehmen kräftig in Bergkamen investieren. Das Bergkamener Bayer-Werk gehört zusammen mit den Niederlassungen in Wuppertal, Leverkusen, Berlin und Weimar zu den Standorten, in die jedes Jahr 300 bis 350 Millionen Euro fließen soll. In Bergkamen sei ein Kompetenzzentrum für die Herstellung von Kontrastmitteln geplant, sagte Sprecher Siebenmorgen. Bayer plane in Bergkamen vor allem Investitionen in die Digitalisierung und in die Künstliche Intelligenz. Das bedeute eine Stärkung des Standortes Bergkamen, sagte Siebenmorgen.

Chemie-Standort

Von Schering zu Bayer

  • Die Schering AG kauft 1959 das 32 Hektar große Gelände der Chemischen Werke Bergkamen AG.
  • Die Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe beginnt 1964.
  • Bayer übernimmt 2006 die Schering AG und damit auch den Standort Bergkamen.

In den Standort fließt viel Geld

In den hatte Bayer schon in den vergangenen Jahren kräftig investiert: Nachdem Bayer zuvor pro Jahr durchschnittlich etwa 25 Millionen Euro pro Jahr in das Werk gesteckt hatte, flossen 2017 37 Millionen Euro und 2018 44 Millionen Euro. Im laufenden Jahr wird die Investitionssumme etwa 30 Millionen Euro betragen. Den Stellenabbau will Bayer über Abfindungen und die normale Fluktuation bewerkstelligen. Das Bergkamener Werk ist dadurch allenfalls indirekt durch so genannte Kettenlösungen beteiligt. Wenn ein Arbeitsplatz frei wird, weil ein Bergkamener Mitarbeiter das Abfindungsangebot annimmt, kann ein Kollege von einem anderen Standort hierher wechseln, dessen Stelle ansonsten wegfallen würde.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bergbau-Erinnerung

Mit vielen Bildern: Die Oberadener Bergleute holen die Heilige Barbara nach Hause

Meistgelesen