Bauordnung sucht Leck im Brandschutz bei den Turmarkaden

dzKellerbrand am Freitag

Die Bauordnung soll überprüfen, wo der Rauch bei einem Brand im Keller der Turmarkaden in angrenzende Wohnhäuser eindringen kann. Bisher ist es ein Rätsel, welchen Weg der Rauch nimmt.

Bergkamen

, 13.05.2019, 15:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim Kellerbrand am Freitag im leer stehenden Einkaufszentrum Turmarkaden stand die Bergkamener Feuerwehr zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten vor dem gleichen Problem: Der Rauch zog auch in die Keller von angrenzenden Wohnhäusern. Die Verqualmung war so stark, dass die Feuerwehr die Wohnhäuser evakuieren musste. In einigen Wohnungen in den Wohnhochhäusern Töddinghauser Straße 135 und 137 waren schon die Rauchmelder ausgelöst worden. Die Feuerwehr entschloss sich, beide Häuser zu evakuieren. Das war nicht nur für die Bewohner unangenehm. Die Evakuierung band so viele Feuerwehrkräfte, dass auch ein Löschzug der Kamener Feuerwehr alarmiert wurde, um den Brandschutz in der übrigen Stadt sicherzustellen.

Ausbreitungsweg des Brandrauchs unklar

Nach Angaben von Stadtbrandmeister Dirk Kemke ist allerdings nicht klar, auf welchem Wege sich der Rauch in die benachbarten Wohnhäuser ausbreitet. Es gebe keine sofort erkennbare Verbindung zwischen dem Keller des Einkaufszentrums und den Wohnhäusern - etwa in Form eines Verbindungsgangs oder ähnlichen.

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Verwinkelt und verschachtelt

Allerdings ist der bereits Anfang bis Mitte der siebziger Jahre gebaute Komplex der ehemaligen Bergkamener City derart verwinkelt und verschachtelt, dass es kaum möglich ist, den Überblick zu behalten. Hinzu kommt, dass der Komplex mehrfach umgebaut wurde, zuletzt Anfang der 2000er Jahre als die neuen Turmarkaden mit dem Hauptmieter Wal Mart gebaut wurden. Im Lagerkeller des ehemaligen Wal Mart war das Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr geht davon aus, dass es irgendwo zwischen den Kellern über Rohrverbindungen oder Lüftungskanäle einen Luftaustausch gibt, über den auch die giftigen Rauchgase in die Keller der Wohnhäuser gelangen können. Dass die Rauchgase von außen in die Wohnhäuser eingedrungen sind, schließt sie mittlerweile aus.

Abrissantrag ist gestellt

Das Problem dürfte zwar beseitigt werden, wenn die Turmarkaden abgerissen und wie geplant durch einen Neubau ersetzt werden. Bis dahin vergeht aber noch einige Zeit. Die neue Eigentümerin des Komplexes, die Interra AG hat zwar einen Abrissantrag gestellt. Der Abriss beginnt aber wohl erst in einigen Monaten. Baubeginn für den Neubau ist wahrscheinlich im kommenden Jahr. Deshalb soll die Bauordnung jetzt intensiv prüfen, wie sich in den Turmarkaden Brandschutzmaßnahmen umsetzen lassen, sagte Bürgermeister Roland Schäfer. Die Mitarbeiter sollen die alten Pläne prüfen und sich auf die Suche nach Lecks machen.

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