Baugebiet Heideschule: Politiker protestieren gegen die Pläne des neuen Investors

dzBauprojekt in Weddinghofen

Es tut sich was auf dem Gelände der Heideschule - auch wenn die Brandstiftung den Abriss kurzfristig ausbremste. Das begrüßt Bergkamens Politik. Was der neue Investor vor hat, aber nicht.

Bergkamen

, 16.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gelände der ehemaligen Heideschule sowie die gegenüberliegende Fläche des ehemaligen Schützenplatzes bis zur Baumreihe hatte die Fakt AG erworben, um dort mit einem Partner ein Wohngebiet zu errichten. Geplant und von der Bergkamener Politik mit Rahmenvorgaben abgesegnet waren Einzel- und Mehrfamilienhäuser inklusive barrierefreier Wohnungen und öffentlich geförderter, sozialer Wohnungsbau.

Vom bisherigen Partner hat sich die Fakt AG jedoch getrennt - und in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstagnachmittag stellte sich die Bonava Deutschland GmbH als neuer Eigentümer vor. Sie präsentierte ihre Pläne für das Gelände.

Jetzt lesen

Neue Pläne vom neuen Eigentümer

„Die sind in völligem Einklang mit dem Bebauungsplan und den Rahmenvereinbarungen“, hatte der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters einleitend erklärt, andernfalls hätte man das Thema nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Bei der Stadt sehne man sich nach dem Abbruch der stadtteilbelastenden Immobilie Heideschule.

So sehen die Pläne der Bonava Deutschland GmbH für Wohngebiet Berliner Straße aus.

So sehen die Pläne der Bonava Deutschland GmbH für Wohngebiet Berliner Straße aus. © Bonava

Zudem erklärte Peters, dass man „sehr froh ist, dass abweichend vom Rahmenplan die neue Kita auf dem Gelände gebaut werden kann. Die Fakt AG hat dafür auf Wohnbaufläche verzichtet“, verdeutlichte Peters den Ausschussmitgliedern. „Im Gegenzug bittet sie nun um Entgegenkommen, dass man den Wohnungsbaupartner getauscht habe.“

Bonava plant 65 Wohneinheiten in kleinen Häuschen

Bonava, so stellten die Mitarbeiter des skandinavischen Unternehmens klar, sei allerdings ein Bauunternehmer, der die Häuser errichte und später an Eigenheimbesitzer oder Kapitalanleger verkaufe. „Wir haben keine Mietobjekte im Bestand“, erklärte Projektleiterin Corinna Tiggelman. An der Berliner Straße plane man östlich und westlich 65 Wohneinheiten, die sich auf 48 Doppelhäuser, 6 Einfamilienhäuser und 11 Reihenhäuser verteilen. Jedes Haus wird neben einer Garage auch einen Stellplatz haben. Während die Häuser auf dem Gelände der ehemaligen Heideschule unterkellert werden, lässt dies die Tragfähigkeit des Baugrunds auf der anderen Straßenseite nicht zu. So ließen sich bei den Häusern jedoch unterschiedliche Preisklassen erreichen und sei so ein Konzept für viele Zielgruppen.

Jetzt lesen

Lange Gesichter bei Ausschussmitgliedern

Bei den Ausschussmitgliedern sorgte es jedoch für lange Gesichter. Erst recht, als ihre kritischen Nachfragen nicht die gewünschten Antworten brachten: Denn die einst geforderten Grundstücksgrößen werden zum Teil unterschritten, von öffentlich gefördertem Wohnungsbau ist nichts mehr zu sehen.

Die Marktanalyse, so erklärte Projektentwickler Roger Baumgart, habe gezeigt, dass Geschosswohnungsbau nicht wirtschaftlich sei und die erforderlichen Mieten und Verkaufspreise in dieser Gegend nicht erzielt werden könnten. Daher baue man „Häuschen“. Eine Wohnungsbauförderung habe man weder im städtebaulichen Vertrag noch im Bebauungsplan entdeckt. Diesem Gedanken komme man aber mit den unterschiedlichen Haustypen nahe, deren Finanzierung auch ohne Förderung leistbar sei.

Kritik an Arbeit der Verwaltung

Da fragte sich nicht nur Rüdiger Weiß (SPD), inwieweit die ursprünglichen Pläne durch den Weiterverkauf der Fakt AG ad absurdum geführt wurden, und auch Thomas Heinzel (CDU) fand es „irritierend, dass die Verwaltung nicht das umsetzt, was Politik beschließt“. Denn auch Peters musste letztlich eingestehen, dass es die zwölf ursprünglich geplanten öffentlich geförderten Wohneinheiten nach den neuen Plänen nicht geben wird.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Corona-Pandemie
Drei Corona-Fälle an Gesamtschule und Gymnasium in Bergkamen – 13 neue Fälle im Kreis Unna
Hellweger Anzeiger Nahverkehr
Keine Züge auf der Bahnstrecke Dortmund-Hamm: Es gibt noch eine zweite Vollsperrung