Baubeginn nicht in Sicht: Gesundheitszentrum „PueD“ sucht Geldgeber

dzGrimberg 3/4

Der Bau des Gesundheitszentrums PueD auf Grimberg 3/4 verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Den Bauherren ist die Finanzierung für das Projekt abhanden gekommen – nicht zum ersten Mal.

Bergkamen

, 25.07.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich auf der Homepage der PueD GmbH umschaut und dort nach dem Standort Bergkamen sucht, erfährt, was alles in dem Gesundheitszentrum entstehen soll, das auf Grimberg 3/4 gebaut werden soll. Außerdem erfährt er, dass mit der Fertigstellung 2020 zu rechnen ist – also noch in diesem Jahr. In Wirklichkeit käme es aber wohl schon einem kleinen Wunder gleich, wenn in diesem Jahr überhaupt schon der Bau beginnen kann. Das Unternehmen ist wieder einmal auf der Suche nach einem Geldgeber für das Projekt.

So soll das Gesundheitszentrum aussehen, wenn es gebaut wird.

So soll das Gesundheitszentrum aussehen, wenn es gebaut wird.

Geldgeber für Investition von 16 Millionen Euro gesucht

PueD-Sprecher Andreas Schmid bestätigte auf Nachfrage Gerüchte, dass das Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Investor für das Gesundheitszentrum ist. Aus eigenen Mitteln könne es die geplanten 16 Millionen Euro Investitionssumme nicht finanzieren, teilte er mit. Bisher galt das Projekt aber mithilfe von Geld von Banken als durchfinanziert. Dass die Kreditzusagen offenbar mittlerweile ganz oder teilweise zurückgezogen sind, habe unter anderem mit der Corona-Pandemie zu tun, teilte Schmid mit. „Mittlerweile ist es schon schwierig die Finanzierung für ein Eigenheim zu bekommen“, sagt er.

Im ersten Bauabschnitt sollte ein Kindergarten entstehen, den die Stadt eigentlich dringend benötigt.

Im ersten Bauabschnitt sollte ein Kindergarten entstehen, den die Stadt eigentlich dringend benötigt.

Es soll neue Interessenten geben

Der Sprecher ist jedoch zuversichtlich, dass sich neue Investoren für das Projekt finden. Es gebe bereits ernsthafte Interessenten, sagt er. Am Konzept des PueD, dessen Name die Abkürzung von „Partner unter einem Dach“ ist, soll sich nach seinen Worten nichts ändern. Geplant ist ein Gesundheitszentrum, in dem es Ärzte, eine Apotheke, andere Gesundheitsanbieter, Pflegeeinrichtungen, ein Bistro als sozialen Treffpunkt, seniorengerechte Wohnungen und eine Kindertagesstätte geben soll.

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Vor allem wegen der Kindertagesstätte dürften der Stadt Bergkamen die erneuten Verzögerungen bei dem Projekt gar nicht recht sein. Sie hat den Kindergarten fest eingeplant, um das Defizit bei den Kindergartenplätzen vor allem in Weddinghofen auszugleichen. Auch einen Träger gibt es schon. Das „Lebenszentrum Königsborn“ soll auch die ersten Plätze für Kinder mit einer Behinderung in Bergkamen schaffen.

Angeblich Probleme, Ärzte für das Zentrum zu bekommen

Dem Vernehmen nach soll die PueD GmbH aber auch Probleme haben, Ärzte für das Gesundheitszentrum zu finden. Auch die UKBS war damit gescheitert im „Stadtfenster“ am Rathaus eine neue Arztpraxis anzusiedeln – obwohl Bergkamen zu den mit Ärzten unterversorgten Städten gehört. Schmid versicherte aber, dass sich am Konzept des PueD nichts ändern soll und dass es von der PueD GmbH koordiniert wird.

Das ist nicht das erste Mal, dass es Probleme mit der Finanzierung gibt. Bereits vor einigen Jahren sollte das Projekt vorgestellt werden, der Bauherr musste jedoch verkünden, dass die Finanzierung weggebrochen ist.

Bei einer Sondierung Anfang des Jahres wurde ein Verdachtspunkt für einen Blindgänger aus dem Zeiten Weltkrieg gefunden.

Bei einer Sondierung Anfang des Jahres wurde ein Verdachtspunkt für einen Blindgänger aus dem Zeiten Weltkrieg gefunden. © Marcel Drawe

Möglicher Blindgänger behindert Bau ebenfalls

Das ist nicht das einzige Hindernis für den Baubeginn. Bei einer Untersuchung auf Blindgänger wurde ein Verdachtspunkt auf dem Gelände gefunden, auf dem das Gesundheitszentrum entstehen soll. Diesem Verdacht konnte der Kampfmittelräumdienst bisher nicht nachgehen. Falls sich dort eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg findet, müsste sie auch entschärft werden.

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Das wäre nur unter großen Problemen möglich. Wenn eine Bombe entschärft wird, muss die Umgebung evakuiert werden. Das wäre wegen der Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie nur schwer möglich. Menschen, die den Bereich verlassen müssen, könnten nicht an einem Sammelpunkt untergebracht werden.

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