Baubeginn des PueD ist ungewiss – jetzt fehlen noch länger Kindergartenplätze

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Ob und wann das Gesundheitszentrum „PueD“ mit einem neuen Kindergarten auf Grimberg 3/4 gebaut wird, ist noch völlig ungewiss. Die Stadt muss jetzt improvisieren, nicht nur bei den Kindergartenplätzen.

Bergkamen

, 15.08.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sozialdezernentin Christine Busch rechnet offenbar nicht mehr damit, dass der geplante Kindergarten im Gesundheitszentrum PueD die Situation bei den Kindergartenplätzen auf absehbare Zeit entlastet. Im Gesundheitszentrum ist ein Kindergarten geplant, der als erster in Bergkamen auch behinderte Kinder betreuen soll. Träger soll das Lebenszentrum Königsborn werden.

Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder Verzögerungen beim Baubeginn für das Gesundheitszentrum auf der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 gegeben hat, ist die Lage zurzeit offenbar völlig unübersichtlich.

Im Rahmen einer Sondierung auf Bomben-Blindgänger wurde ein Verdachtspunkt auf dem Baugelände gefunden.

Im Rahmen einer Sondierung auf Bomben-Blindgänger wurde ein Verdachtspunkt auf dem Baugelände gefunden. © Marcel Drawe

Blindgänger-Verdacht kann nicht ausgeräumt werden

Bei der Überprüfung nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg war zunächst ein Verdachtspunkt entdeckt worden. Da eine geplante Bombenentschärfung wegen der Corona-Pandemie zurzeit nicht in Frage kommt, ruhte das Vorhaben.

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Vor einigen Tagen bestätigte ein Sprecher der PueD GmbH, dass das Unternehmen einen neuen Geldgeber für das Projekt sucht. Busch geht sogar davon aus, dass es einen Investor sucht, der das komplette Projekt übernimmt. Immerhin gibt es schon eine Baugenehmigung.

Bisher gibt es nur eine Computeranimation, wie der Kindergarten im PueD aussehen sollte.

Bisher gibt es nur eine Computeranimation, wie der Kindergarten im PueD aussehen sollte. © Archiv

Ausbau von schon bestehenden Kindergärten

Die Sozialdezernentin will jetzt mit den anderen Kindergartenträgern prüfen, ob sich schon bestehende Kindergärten ausbauen lassen, um die erforderlichen Plätze zu schaffen. Zurzeit kann die Stadt nicht für alle Kinder einen Platz bieten, deren Eltern eigentlich einen Rechtsanspruch haben. Busch setzt außerdem darauf, dass der Bedarf abnimmt. „Nach den neuen Prognosen geht die Geburtenzahl landesweit zurück“, sagt sie.

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Die Aussichten, den Kindergarten mit einem anderen Partner als PueD zu bauen, sind nach ihrer Ansicht schlecht. Sie will am liebsten mit einem kommunalen Unternehmen wie der UKBS oder dem Lüner Bauverein zusammenarbeiten. Die UKBS baut beispielsweise den Awo-Kindergarten an der Berliner Straße. zurzeit seien die Unternehmen aber komplett ausgelastet, sagte Busch. Das Lebenszentrum kommt als Bauherr und Investor nicht in Frage.

Probleme auch bei Pflegeplätzen

Die unsichere Lage bei PueD macht auch beim Pflegebedarfsplan Probleme. Dort sollten unter anderem Tagespflege-Plätze entstehen, die in den Plan mit eingerechnet sind.

Die Hoffnung, dass das Gesundheitszentrum helfen könnte, den Ärztemangel in der Stadt zu bekämpfen, hat die Dezernentin ohnehin fast aufgegeben. Sie verwies auf die UKBS: Die wollte im Stadtfenster auch Ärzte ansiedeln, fand aber keine, die sich neu niederlassen wollten.

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