Barrierefreie Stadt benötigt Hilfestellung

dzEine halbe Stelle

Der Weg zur barrierefreien Stadt Bergkamen ist lang: Die ersten Schritte sind getan, die Verwaltung präsentiert Ideen und Pläne zur Umsetzung. Doch die funktioniert wohl nicht ohne weitere personelle Unterstützung.

Bergkamen

, 13.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Umsetzung der Pläne, die die Stadtverwaltung bereits zum Thema Barrierefreiheit entwickelt hat, werden wir wahrscheinlich eine halbe Stelle im gehobenen Dienst brauchen“, kündigte Beigeordnete Christine Busch in der jüngsten Sitzung des Stadtrates an. Über das wie und wann soll nach Anregung der CDU erst im Zusammenhang mit dem neuen Stellenplan für 2020 endgültig beraten werden.

Andere Wahrnehmung

Doch dass die Verwaltung nicht umhin kommen wird, für die Prozesssteuerung auf dem Weg zur barrierefreien Stadt personell aufzustocken, darüber waren sich die Vertreter aller Fraktionen einig.
Denn ihr gemeinsamer Wunsch ist, dass die Stadt nach und nach barrierefrei wird. Das Ziel: Jeder Mensch soll sich in all jenen Lebenslagen gut zurecht finden, die von Menschen geschaffen wurden.

Und das können sowohl eine für alle lesbare Informationsbroschüre sein als auch ein Gebäude, so Busch. Immer erst dann, wenn man sich in einer bestimmten Lebensphase befinde, sei schnell zu entdecken, wo es Barrieren gebe.

Es ginge nicht immer nur darum, nicht mit dem Rollstuhl um die Ecken zu kommen: „Wenn ich mit dem Kinderwagen spazieren gehe und nicht durch eine Absperrung komme, bemerke ich andere Barrieren als ein Gehörloser, der unsere Broschüren nur begrenzt lesen kann“, sagte Busch. Denn Letztere verfügten oftmals über einen geringeren Wortschatz.

Sensibilisierung

Statt eines umfassenden Planungsansatzes bediene sich die Verwaltung nun zunächst eines Schneeballsystems, um so schnell wie möglich erste Barrieren aus dem Weg zu schaffen.

Die einzelnen Felder, die in der kommenden Zeit im Fokus stehen, sind unter anderem die Bereiche Bauen und Wohnen, der öffentliche Raum, Mobilität und der ÖPNV, Bildung, Arbeit und Berufsausbildung, Kultur, Freizeit und Sport. Denkbar seien in diesem Zusammenhang auch Impulsveranstaltungen, Befragungen, Begehungen und immer wieder auch die Kommunikation nach außen. Nicht zu vergessen eine Sensibilisierung der Mitarbeiter.

„Das können wir alles auf Dauer nicht allein stemmen“, betonte Christine Busch.
Erste Schritte in Richtung barrierefreier Stadt soll es trotz allem so schnell wie möglich geben.

Im Mittelpunkt des Interesses, Stolpersteine der verschiedensten Art für andere aus dem Weg zu räumen, stehen zu Beginn des Prozesses Orte, an den regelmäßig viele Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen aufeinander treffen: Das Stadtmuseum in Oberaden, das Rathaus, das Trauzimmer in der Marina und das studio theater.

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