Autofahrerin fährt junge Radlerin um: Reue schützt vor Strafe nicht

dzGericht

Im Sommer fuhr eine Autofahrerin eine 15-jährige Radfahrerin um, die sich dabei schwer verletzte. Vor Gericht zeigte die Frau Reue und entschuldigte sich. Eine Strafe erhielt sie dennoch.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 08.01.2020, 10:04 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer verursachte eine 45-Jährige in Bergkamen einen Unfall, bei dem eine junge Fahrradfahrerin schwer verletzt wurde. Nun musste sie sich vor dem Amtsgericht Kamen verantworten. Der Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

Der Grund für das, was am Abend des 28. Juni auf der Hammer Straße geschah, konnte nicht ermittelt werden. Urplötzlich kam die Autofahrerin mit ihrem Pkw ein Stück von der Fahrbahn ab, geriet auf den rechten Seitenstreifen und stieß von hinten gegen das Fahrrad.

Jugendliche kämpft noch heute mit den Schmerzen

Bei der Kollision zog sich die damals 15-jährige Radfahrerin eine Fraktur im Hüftbereich, Schürfwunden und Prellungen zu. Fünf Tage verbrachte sie im Krankenhaus. Noch heute kämpft die Jugendliche mit Schmerzen, Narben und der nicht weichenden Furcht, dass so etwas noch einmal passieren könnte.

„Es ist ja eine Verletzung erfolgt. Ich fühle mich so schuldig, bin sehr traurig“, erklärte die 45-jährige Autofahrerin nun im Prozess.

Sie, die zunächst vor Ort sogar davon ausging, dass das Mädchen gestorben sei und von der zwischenzeitlich erschienenen Mutter der heute 16-Jährigen beruhigt werden musste, konnte sich nicht erklären, warum sie von der Fahrbahn abkam. „In einem Augenblick ist das passiert.“

Für die Angeklagte sprach das aufrichtige Bedauern

Fakt ist, dass sie, wie die Polizei später ermittelte, nicht von ihrem Handy abgelenkt wurde. Sie besuchte den Teenager bereits im Krankenhaus und bat immer wieder um Entschuldigung – zuletzt im Gerichtssaal. Auch dankte sie Mutter und Tochter für den ruhigen, versöhnlichen Umgang mit dem Vorfall.

Die schweren Verletzungen und die gravierenden Folgen für die Schülerin mussten sich letztlich strafschärfend auswirken.

Deutlich für die Angeklagte sprachen ihr aufrichtiges Bedauern von Beginn an und der Umstand, dass sie zuvor noch nie negativ in Erscheinung getreten war. Für sie endete die Verhandlung mit 750 Euro Geldstrafe und einem Monat Fahrverbot.

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