Erstmals gibt es ein „Blind Date“ in der sohle 1 – und eine Vernissage am Ende der Ausstellung

dzKunstausstellung

Die Eröffnung der Ausstellung „Blind Date“ sollte feierlich zelebriert werden. Das fällt wegen der Angst vor dem Coronavirus jedoch ins Wasser. Das ist schade, denn die Art der Ausstellung ist ein Novum.

Bergkamen

, 12.03.2020, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das zusammen aussehen wird“, sagt die Künstlerin Petra Eckardt. Für das Mitglied der Dortmunder Künstlergruppe Duktus 06 ist es ein Novum, mit einer anderen Gruppe auszustellen. Mit dem Ergebnis ist sie aber zufrieden. Die Werke von Duktus 06 harmonieren gut mit den Bildern des Photoclub Lünen.

Das sieht auch Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel so. Es sei das erste Mal, dass in der Galerie im Stadtmuseum zwei Künstlergruppen gemeinsam ausstellen. Der Museumsmitarbeiter Uwe Semrau habe die Arbeiten toll zusammengebracht. „So kam etwas Drittes dabei heraus“, sagt Schmidt-Apel. Die Ausstellung zeigt Fotos, Malereien, Keramik, Bronzen und mehr. „Breiter kann man kaum fächern“, so Schmidt-Apel. Es sei nicht einfach gewesen, die vielen unterschiedlichen Werke zusammenzufügen.

Ausstellung in Bergkamen: Das Bild „In der Moschee“ zeigt etwas, das für den Fotografen Ralf Heerbrand zur Heimat gehört. Er wohnt direkt neben der Moschee.

Das Bild „In der Moschee“ zeigt etwas, das für den Fotografen Ralf Heerbrand zur Heimat gehört. Er wohnt direkt neben der Moschee und kommt gut mit den Muslimen aus. Sie hat es beim Beten nicht gestört, dass er bei der Entstehung dieser Fotografie auf dem Boden lag. © Stefan Milk

Semrau hat das geschafft – ganz zur Zufriedenheit der Künstler. Die Mischung lockere die Ausstellung auf, sagt Ralf Heerbrand, Vorsitzender des Photoclubs Lünen. Dem Hobby-Fotografen war es wichtig, dass die Fotos gut zusammen wirken und hatte etwas Sorge. Doch Semrau hätte die Fotos genau richtig aufgehängt.

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Photoclub Lünen zeigt Fotografien zu dem Thema „Heimat“

Während die Künstlergruppe Duktus 06 vorhandene Arbeiten zusammengetragen hat, die gut in die Museumsräume hineinpassen, haben die Fotografen aus Lünen eigens für die Ausstellung auf den Auslöser gedrückt. Laut Heerbrand sind rund 80 Prozent der Fotografieren eigens für die Ausstellung in Bergkamen entstanden.

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Grund dafür ist das Motto „Heimat“, das sich die Künstler vorgenommen haben. Es gab zwar schon Fotos von alten Gebäuden, aber man war sich schnell einig, dass Heimat mehr ist als das und die Menschen eine wichtige Rolle spielen.

Und so ist eine Frau mit ihren Schweinen zu sehen, ein Mann mit seiner bunten CD-Sammlung und betende Muslime in der Moschee. „Ich wohne direkt nebenan. Die Moschee gehört zu meiner Heimat dazu“, sagt der Fotograf des Bildes, Ralf Heerbrand.

Ausstellung in Bergkamen: Die Keramik-Fischchen in der Sardinenbüchse seien eher aus einer Laune und übrig gebliebenem Material heraus entstanden. Aber das ist eben Kunst, sagt Petra Eckardt.

Die Keramik-Fischchen in der Sardinenbüchse seien eher aus einer Laune und übrig gebliebenem Material heraus entstanden. Aber das ist eben Kunst, sagt Petra Eckardt. © Stefan Milk

„Heimat ist ein Gefühl“, habe eine Fotografin des Photoclubs gesagt. Schmidt-Apel gefiel das. „Das haben wir dann als Motiv genommen“, sagt sie.

Es sei faszinierend, wie unterschiedlich und persönlich Heimat definiert werden kann. Unter anderem hat es ihr ein Foto, auf dem ein Kind in einer selbstgebauten Höhle sitzt, angetan. Man könne sich selber in der Höhle sehen und sich an die eigene Kindheit zurückerinnern. „Da springen Gefühle über“.

Eröffnungsprogramm soll bei der Finissage nachgeholt werden

Keine positiven, sondern eher negative Gefühle kommen bei den Künstlern und Schmidt-Apel indes auf, wenn sie an die gut geplante Ausstellungseröffnung denken, die nun aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus abgesagt werden musste.

Die Künstlerin Petra Eckardt malt zwar vor allem, hat aber auch Keramikfiguren mitgebracht, weil sie wusste, dass es dafür im Bergkamener Museum Platz dafür gibt.

Die Künstlerin Petra Eckardt malt zwar vor allem, hat aber auch Keramikfiguren mitgebracht, weil sie wusste, dass es dafür im Bergkamener Museum Platz dafür gibt. © Stefan Milk

Sie wollen das Programm – bei dem Bürgermeister Roland Schäfer die Begrüßung übernehmen wird, die Kunsthistorikerin Anke Schmich die Einführung und Sven Bergman die musikalische Begleitung – aber nachholen. „Spätestens bei der Finissage“, sagt Schmidt-Apel. Während der Öffnungszeiten seien aber alle Besucher herzlich willkommen. „Eröffnet“ wird die Ausstellung am 15. März (11-18 Uhr), sie läuft bis zum 26. April.

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