Ausschuss bremst die Pläne für das neue Einkaufszentrum auf dem Turmarkaden-Gelände

dzBauleitplanverfahren beschlossen

Der Hauptausschuss hat beschlossen, für das Turmarkaden-Gelände einen Bebauungsplan aufzustellen und das geplante Einkaufszentrum dadurch zu bremsen. Die Entscheidung war jedoch umstritten.

Bergkamen

, 08.06.2020, 19:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Investoren werden ihre Pläne für ein neues Einkaufszentrum anstelle der Turmarkaden wohl auf keinen Fall so verwirklichen können, wie sie es geplant haben. Der Haupt- und Finanzausschuss entschied an diesem Montagabend, ein Bebauungsplanverfahren für das Gelände einzuleiten. Das bedeutet zumindest eine deutliche Verzögerung für die Pläne der Interra AG, die das Einkaufszentrum vermarktet und Bauherr Hilee B. Bis der Bebauungsplan verabschiedet ist, werden wahrscheinlich zwei bis drei Jahre vergehen.

CDU will Entscheidung in die nächste Ratssitzung vertagen

Die Entscheidung war jedoch umstritten. Die CDU versuchte zu Beginn der Sitzung, den Aufstellungsbeschluss von der Tagesordnung zu nehmen. Der Fraktionsvorsitzende Thomas Heinzel begründete das damit, dass sich besser der gesamte Stadtrat mit diesem wichtigen Thema beschäftigen soll. Der Rat soll am 26. Juni erstmals seit Beginn der Corona-Krise wieder tagen. Bis dahin hat er seine Aufgaben an den Haupt- und Finanzauschuss übertragen.

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Außerdem hoffte Heinzel bis dahin Antworten auf Fragen zu bekommen, die er an die Stadtverwaltung gerichtet habe, wie er sagte. Vor allem geht es um mögliche Entschädigungsforderungen, die auf die Stadt zukommen könnten, wenn die Investoren erfolgreich klagen.

Für den größten Teil Fläche gab es im Aufstellungsbeschluss keine Vorgaben. Die Wohnbebauung an der Gedächtnisstraße soll allerdings bis zur Hubert-Biernat-Straße weitergeführt werden.

Für den größten Teil der Fläche gab es im Aufstellungsbeschluss keine Vorgaben. Die Wohnbebauung an der Gedächtnisstraße soll allerdings bis zur Hubert-Biernat-Straße weitergeführt werden. © Michael Dörlemann

BergAUF sieht Investoren getäuscht

Unterstützung erhielt er bei seiner Position nicht nur von der FDP-Vertreterin im Stadtrat, sondern auch von unerwarteter Seite: Auch Claudia Schewior von BergAUF kündigte an, dem Aufstellungsbeschluss nicht zuzustimmen. Die Stadtverwaltung habe dem Investor immer zu verstehen gegeben, dass sie seine Pläne billigt, sagte sie – und jetzt gebe es eine andere Entscheidung.

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Heinzel beklagte auch, dass er von der Stadtverwaltung keine Antwort auf seine Fragen bekommen habe. Der Beigeordnete Marc Alexander Ulrich widersprach. „Die Antwort haben sie bekommen, aber die hat ihnen nicht gefallen“, sagte er.

Verärgerung über Bauvoranfrage bei SPD und Grünen

Bürgermeister Roland Schäfer unterbrach die öffentliche Beratung sogar, um dem Ausschuss in nicht öffentlicher Sitzung weitere Informationen zu geben. Am angekündigten Abstimmungsverhalten änderte das nichts: Der Ausschuss fasste den Beschluss mit den Stimmen von SPD und Grünen.

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Beiden Fraktionen war die Verärgerung über die Bauvoranfrage der Investoren immer noch anzumerken. Die Pläne sollen sich deutlich von der Videoanimation unterscheiden, die Ende der vergangenen Woche von den Investoren verschickt wurde.

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