Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Aufräumen im Wald am Beversee und im Lüttke Holz

Natur

Das große Aufräumen im Wald am Beversee und im Lüttke Holz ist fast abgeschlossen. Nach der Durchforstung im alten Jahr beginnt Revierförster Oliver Stenzel-Franken im neuen Jahr mit der Aufforstung.

12.01.2019 / Lesedauer: 3 min
Aufräumen im Wald am Beversee und im Lüttke Holz

Nach dem Durchforsten ist vor dem Aufforsten: In den Bergkamener Wäldern will Revierförster Oliver Stenzel-Franken im Herbst diesen Jahres wieder mit dem Aufforsten beginnen. Archiv © Borys Sarad

Mit dem Wald verhält es sich fast so wie mit den eigenen vier Wänden: Hin und wieder ist Aufräumen angesagt, damit noch ein Durchkommen ist und Altes wird durch Neues ersetzt. Waren Revierförster Oliver Stenzel-Franken und seine Mitarbeiter im alten Jahr vor allem damit beschäftigt, das Waldgebiet am Beversee und Lüttke Holz in Weddinghofen zu durchforsten, für mehr Licht und Platz alte und kranke Bäume zu fällen, so wird in diesem Jahr an entsprechenden Stellen wieder aufgeforstet.

Neues Konzept für den Beversee

Zu enge Wege für die Holzernte

Eigentlich bekommt die Trockenheit dem Wald nicht gut, davon ist Revierförster Oliver Stenzel-Franken überzeugt. Dennoch findet er etwas Gutes an den harten Böden: „Die Holzernte am Beversee hat dem Wald nicht geschadet.“ Rund 500 Festmeter Holz hat Revierförster Oliver Stenzel-Franken in diesem Waldstück rund um den Beversee fällen lassen. Und weil der Boden so hart war, konnte der Abtransport des Holzes keine größeren Schäden anrichten. Dennoch wünscht sich Revierförster Oliver Stenzel-Franken für den Wald am Beverseegebiet andere Wege: „Es müsste ein neues Konzept her, wie der Wald anders bewirtschaftet werden könnte.“ Denn für die großen Fahrzeuge, die nach der Durchforstung das Holz abtransportiert haben, war es nur mit Mühe möglich, zu rangieren. Das Beverseegebiet eigne sich nur bedingt für die Forstwirtschaft, sagt der Förster. Lkw könnten nicht in den Wald und um die Kurven, um das Holz abzufahren, ebenso bestehen dort kaum Möglichkeiten, das Holz zu poltern, also es nach der Ernte auf einem Sammelplatz als Stapel oder nebeneinanderliegende Stämme bereit zu legen. Als Ausweichmöglichkeit blieb nur der Wanderparkplatz.

Das wird allerdings erst im Herbst diesen Jahres geschehen. Als Revierleiter des RVR Ruhr Grün ist er unter anderem auch für das Bergkamener Grün zuständig. Der Revierförster will vermeiden, dass Wetter-Kapriolen wie im Vorjahr den jungen Pflanzen schaden. „Vielerorts sind 90 Prozent der Aufforstungen, die im Frühjahr bereits gepflanzt worden sind, zu 90 Prozent vertrocknet“, sagt der Förster. „Im März hatten wir noch Schnee und im April schon Hochsommer, der Frühling ist ganz ausgefallen und dann kam die große Hitze.“

Die ist dem Wald ohnehin nicht gut bekommen, prinzipiell sei auch jetzt noch viel zu wenig Feuchtigkeit im Boden enthalten. Selbst der Regen der vergangenen Wochen sei nicht ausreichend, das sei ja überwiegend nur Sprühregen gewesen. Wenn Stenzel-Franken im Herbst mit der Aufforstung beginnt, werden es überwiegend Eichen, Kastanien und Esskastanien sein, die auf den Bergkamener Waldflächen gepflanzt werden.

Baum des Jahres

Außerdem noch Flatterulmen, Baum des Jahres 2019. Das ist eine Ulmenart, die noch relativ unbekannt ist und sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie feuchte Standorte mag und sich bislang relativ erfolgreich gegen die Ulmenkrankheit wehren konnte und widerstandsfähiger erwies als andere Ulmenarten. Der Wilddruck sei hoch, viele kleine Pflanzen seien verbissen. Da bleibt nichts anderes übrig, als beim Aufforsten von Anfang an größere Bäume zu pflanzen oder sie einzuzäunen.

Aufräumen im Wald am Beversee und im Lüttke Holz

Die kranken Kronen der Bäume sind im Sommer zwischen all dem Grün gut zu erkennen. Drawe © Marcel Drawe

Die Aufforstungen plant der Revierförster zunächst im Bereich des Kleiwegs, wo im vergangenen Jahr viele Pappeln gefällt werden mussten und auf der Waldfläche nahe des Sandbochumer Weges. Auch hier mussten eine Reihe von Pappeln abgeholzt werden.

Noch steht allerdings in einigen Teilen des Bergkamener Waldgebietes das Aufräumen an erster Stelle. In erster Linie ist dies noch Sturmholz, das abgeräumt werden muss. „Wir haben im Bereich des Kleiwegs nach den Orkanschäden zwar bereits das Bruchholz aufgearbeitet, aber noch nicht weggeräumt“, sagt der Förster. Während der Weihnachtsferien waren die Waldarbeiter vor allem damit beschäftigt, im Lüttke Holz „Ordnung“ zu schaffen. „Wir wollten dies möglichst noch vor Schulbeginn erledigen, weil für viele Weddinghofer der Schulweg durch diesen Wald führt“, erklärt Stenzel-Franken.

Nach den Aufräumarbeiten kehrt in den Bergkamener Waldflächen bis zum Herbst dann erst einmal wieder Ruhe ein.

Lesen Sie jetzt