Der Bergkamener Gerald Hansberg fährt in die Region, die vom Hochwasser betroffen ist und bringt sein Notstromaggregat vorbei. © Claudia Pott
Hochwasser-Katastrophe

Auf gut Glück: Bergkamener fährt in Hochwasser-Region, um zu helfen

Gerald Hansberg hat versucht, Kontakt zu den Menschen in den Krisengebieten aufzunehmen. Dabei merkt er, dass Helfen gar nicht so einfach ist. Er will nicht mehr warten und zieht einfach los.

Als er gehört hat, dass die Menschen teilweise Wasser aus den Flüssen abschöpfen, um etwas zum Trinken zu haben, riss die Geduldsschnur von Gerald Hansberg. Der Bergkamener hat schon seit Tagen versucht zu helfen, aber niemanden erreicht. Er habe sich in eine Liste eingetragen und angegeben, womit er helfen kann. Auch zu Hilfsorganisationen und Feuerwehren habe er versucht, Kontakt aufzunehmen.

Aber so richtig hat er niemanden erreicht, der ihm sagen konnte, wo genau was benötigt wird. Hansberg meint, hilfreich wäre eine Plattform, auf der Menschen angeben können, was genau sie brauchen und was sie bieten – so wie bei Ebay. „Das kann ja auch anonym sein“, sagt er. Helfen würde das auch den Hilfsbereiten, die sich fragen, was gebraucht wird.

Bergkamener hat ein Notstromaggregat

Hansberg weiß, dass zum Bespiel keine Kleidung mehr gebraucht wird. Doch er hat auch etwas, von dem er ganz sicher ist, dass die Menschen in den Krisenregionen dankbar dafür sein werden: ein Notstromaggregat. „Ich habe mir das für Notfälle angeschafft“, sagt Hansberg. Seitdem habe er das Gerät aber nicht benötigt.

Hansberg hat einen Stromerzeuger, Benzin, eine Kabeltrommel und einen kleinen Hochdruckreiniger dabei. © Claudia Pott © Claudia Pott

Nachdem Hansberg seit ein paar Tagen niemanden erreicht hat, fährt er auf eigene Faust los und hofft, dass er mit seinem Stromerzeuger inklusive Benzin, Kabeltrommel und außerdem einem kleinen Hochdruckreiniger helfen kann. Bei seiner Recherche hat er erfahren, dass Heimerzheim im Kreis Swisttal westlich von Bonn stark betroffen ist. Dorthin brach er am Dienstagnachmittag auf.

Gerald Hansberg würde noch einmal ins Krisengebiet fahren

Hansberg hat vor seiner Abfahrt noch versucht, in hiesigen Baumärkten Spenden zu erhalten, die er mitnehmen könnte. Doch dort erreichte er nicht viel. Das hielt Hansberg aber nicht auf.

Er packte noch etwas Besteck und Gläser ein, die eventuell jemand brauchen könnte, und fuhr los. „Ich brauche eineinhalb Stunden dorthin. Wobei ich aber nicht weiß, welche Straßen befahrbar sind“, sagt der Bergkamener. Doch auch eine Straßensperre wird den Helfer nicht aufhalten.

Hansberg kann sich sogar noch vor seiner Abfahrt vorstellen, noch einmal ins Krisengebiet zu fahren. „Ich kann auch einen 7,5-Tonner fahren, sagt er. Falls jemand ebenfalls helfen will oder vielleicht sogar Kontakt zu Menschen hat, die bestimmte Dinge brauchen, kann über unsere Redaktion Kontakt zu Hansberg aufnehmen unter [email protected]

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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