Auf einem Teil des Rünther Friedhofs bleibt die Natur sich selbst überlassen

dzNaturschutz

Die Martin-Luther-Gemeinde will der Natur auf einem Teil des Rünther Friedhofs freien Lauf lassen. Sie weiß auch schon, wie sie verhindert, dass sich Besucher an dem Wildwuchs stören.

Rünthe

, 08.11.2019, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ehrenamtlichen Gärtner aus der Martin-Luther-Gemeinde habe sich für den kommenden Donnerstag einiges vorgenommen: Sie wollen auf dem Friedhof in Rünthe 240 Pflanzen einsetzen. Die sollen auf Dauer eine Hecke bilden, die eine Länge von 60 Metern erreichen wird. Ein bisschen Geduld ist aber vonnöten, berichtet Artur Gallas aus dem Friedhofsausschuss der Gemeinde: „Die Pflanzen sollen ungefähr acht Jahre wachsen, dann zurückgeschnitten werden und danach wieder austreiben.“

Lebensraum für Insekten und Vögel

Vor allem aber soll die Hecke auf dem Friedhof als Lebensraum dienen: Für Insekten, die dort Nahrung finden, und für Vögel, die darin nisten. Damit erfüllt die Gemeinde die Kriterien, die der Kreis Unna für sein Programm „Förderung von Hecken und Gehölzen in der freien Landschaft“ aufgestellt hat.

Auf einem Teil des Rünther Friedhofs bleibt die Natur sich selbst überlassen

Die Gräber auf dem Friedhof haben eine Ruhezeit von 30 Jahren. © Stefan Milk

Deshalb kommt das Geld für die neue Friedhofshecke aus der Kreiskasse. Dafür muss sich die Gemeinde aber auch an den Pflanzplan halten, der ausschließlich heimische Gewächse vorsieht, die den Insekten und Vögeln auch tatsächlich eine Heimstatt bieten. Außerdem müssen die Gemeindemitglieder selbst Hand anlegen, um die Hecke zu pflanzen.

Gemeindemitglieder pflanzen selbst

Laut Gallas beteiligen sich ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem Friedhofsausschuss, dem Männerdienst und dem Arbeitskreis „Grüner Hahn“ an der Aktion. Und die soll langfristig noch in einer anderen Hinsicht dem Umweltschutz dienen. Die Gemeinde pflanzt sie nämlich in die nordwestliche Ecke des Friedhofs. Das ist jener Teil, den die Gemeinde stilllegen will, um die Kosten zu senken.

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„Entwidmet wird dieser Teil des Friedhofs nicht“, sagt Gallas. Aber es gebe dort keine Gräber mehr und er sei auch nicht mehr für Bestattungen vorgesehen. „Deshalb wollen wir die Fläche auf Dauer sich selbst überlassen“, sagt Gallas.

Pflanzen sollen ungestört wuchern können

Dann können die Pflanzen natürlich vor sich hinwuchern. Allerdings soll das erst geschehen, wenn die Hecke hoch genug gewachsen ist, um den Blick auf die wilde Wiese zu verdecken. Dann würden sich auch keine Friedhofsbesucher daran stören, meint Gallas.

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Auf Dauer will die Gemeinde ohnehin den gesamten tiefergelegenen Friedhofsteil aufgeben, der westlich der Bever liegt. Bis sich die Natur dort ungestört ausbreiten darf, dauert es aber noch Jahrzehnte: In den Gräbern dort sind noch Beibestattungen, zum Beispiel von Ehepartnern, erlaubt. Und die Ruhezeit für ein Grab beträgt 30 Jahre.

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