Auf die Bergkamener Katholiken kommen Entbehrungen zu

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Nach der Fusion der katholischen Gemeinden schließen die meisten Gemeindebüros schon zum 1. April. Womöglich wird es für die Bergkamener Katholiken nicht bei diesen Einschränkungen bleiben.

Bergkamen

, 07.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bergkamener Katholiken feiern am Sonntag, 22. März, eine Messe zur Gründung der neue Gemeinde Heilig Geist. Eine gute Woche später spüren sie die ersten negativen Auswirkungen der Fusion der bisher fünf Kirchengemeinden: Bereits zum 1. April schließen die bisherigen Gemeindebüros in den Stadtteilen. Gemeindemitglieder, die ein Anliegen persönlich erledigen wollen, müssen dann in das Pfarrbüro im Pfarrhaus an der Kirche St. Elisabeth in der Stadtmitte.

Der erste Schritt zu weiteren Einschränkungen

Möglicherweise ist diese Zentralisierung nur der erste Schritt zu weiteren Einschränkungen, auf die sich die Gemeindemitglieder einstellen müssen. „Wir werden uns sicherlich auch die Auslastung der Gemeindehäuser anschauen“, sagt Pastor Thorsten Neudenberger, der die neue Gemeinde zumindest bis auf weiteres als Pfarradministrator leitet.

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Schließungen stehen zwar nicht unmittelbar bevor. Aber früher oder später werde das Thema auf die Tagesordnung rücken. Es kann also durchaus sein, dass die Katholische Gemeinde sich von der einen oder anderen Immobilie trennt - die beiden evangelischen Gemeinden haben diesen Schritt schon vor einigen Jahren vollzogen.

Die Gemeinde will sich auch die Auslastung der Pfarrheime anschauen: In St. Michael Weddinghofen  Bergkamen ist beim Pfarrkarneval und anderen Festen meist ziemlich viel los.

Die Gemeinde will sich auch die Auslastung der Pfarrheime anschauen: In St. Michael Weddinghofen ist beim Pfarrkarneval und anderen Festen meist ziemlich viel los. © Marcel Drawe

Und letztlich haben beide Kirchen ähnliche Probleme. Die Zahl der Mitglieder geht kontinuierlich zurück. „Das liegt alleine schon an der Demographie“, sagt Neudenberger. Und sicherlich auch an den Kirchenaustritten, die sich nach wie vor auf hohem Niveau bewegen. Auch die Zahl der Gottesdienstbesucher geht immer weiter zurück. Das merken Neudenberger und die anderen Priester auch in den Bergkamener Kirchen. Allerdings ergibt sich dort ein etwas differenziertes Bild, berichtet der Pastor. Die Sonntagsmesse in der Elisabeth-Kirche ist zum Beispiel meistens recht ordentlich besucht. „Dort kommen vor allem jüngere Leute und Familien“, hat Neudenberger beobachtet.

Manch ein Kirchgänger schläft gerne aus

Das liegt an der Anfangszeit: Die Messe beginnt um 11.30 Uhr. Das ist für katholische Verhältnisse relativ spät, aber ideal für Kirchgänger, die sonntags gerne etwas länger schlafen oder ausgiebig frühstücken.

In der Kirche St. Barbara in Bergkamen-Oberaden beginnt die Sonntagsmesse bereits um 10 Uhr, was traditionelle Gottesdienstbesucher zu schätzen.

In der Kirche St. Barbara beginnt die Sonntagsmesse bereits um 10 Uhr, was traditionelle Gottesdienstbesucher schätzen. © Borys Sarad

Traditionelle Gottesdienst-Besucher bevorzugen eher die Sonntagsmesse in St. Barbara Oberaden. Die beginnt um 10 Uhr, man ist dann zum 12 Uhr zum Mittagessen zu Hause. Die Sonntagsmessen in Oberaden seien längst nicht so gut besucht wie in St. Elisabeth, sagt Neudenberger. Dafür liege der Altersdurchschnitt höher.

Pastor Thorsten Neudenberger leitet die neue Großgemeinde Heilig Geist in Bergkamen vorerst als Pfarradmnistrator.

Pastor Thorsten Neudenberger leitet die neue Großgemeinde Heilig Geist vorerst als Pfarradministrator. © Borys Sarad

Katholiken können ihre Pflicht zum sonntäglichen Kirchgang aber auch erfüllen, wenn sie am Samstag ab 17 Uhr in eine Vorabendmesse gehen. Früher sei das ein sehr beliebter Termin gewesen, sagt Neudenberger. Die beiden Vorabendmessen in Bergkamen, um 17 Uhr in Herz-Jesu Rünthe und um 18.30 Uhr in St. Michael Weddinghofen, allerdings stoßen nach Neudenbergers Beobachtung auf eine eher geringe Resonanz. „In Weddinghofen kommen samstags 50 oder 60 Besucher zum Gottesdienst.“

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Demnächst gibt es weniger Priester

Diese Zahlen dürften spätestens eine Rolle spielen, wenn die neue Großgemeinde in Bergkamen den nächsten Zentralisierungsschritt unternimmt und im Pastoralen Raum mit Kamen und Bönen aufgeht. Wann das sein wird, steht noch nicht fest. Aber klar ist bereits jetzt, dass sich dann weniger Priester um die Katholiken in den drei Kommunen kümmern werden, die zudem auch noch längere Wege zurücklegen müssen. Die Bergkamener Katholiken müssen sich also wohl darauf einstellen, dass auch die Zahl der Gottesdienste sinkt,

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