Ob das Naturfreibad Heil nach dieser Saison noch eine Zukunft hat, ist ungewiss. Die Geschäftsführerin des Schwimmvereins, Daniela Jack, sucht nach einer Lösung, braucht aber Unterstützung.

Heil

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Daniela Jack ist nun wirklich nicht Schuld daran, dass die Zukunft des Naturfreibades Heil in der Schwebe hängt. Im Gegenteil, die Geschäftsführerin des Schwimmvereins Heil bemüht sich nach Kräften, eine Lösung zu finden, die die Existenz des Bades über die laufende Saison hinaus sichert. Aber eines ist auch klar: „Alleine schaffe ich das nicht“, sagt Jack. Doch sie ist auch nicht alleine. Bei einer Versammlung im Mai, zu der Jack und ihre Mitstreiter eingeladen hatten, meldeten sich immerhin 14 Heiler, die bereit sind, sich für ihr Bad zu engagieren.

Auf der Suche nach einer Zukunft für das Naturfreibad

Friedrich-Karl Knäpper und seine Frau Brigitte haben sich bisher um den Schwimmbad-Betrieb gekümmert, hören aber nach dieser Saison auf. © Stefan Milk


Ehepaar Knäpper hört nach dieser Saison auf

Ob das reicht, muss man abwarten. Eines steht fest: Nach dieser Saison werden der langjährige Schwimmvereins-Vorsitzende Friedrich-Karl Knäpper und seine Frau Brigitte sich zurückziehen. Zwei Schultern, auf denen die ehrenamtliche Arbeit für das Naturfreibad bisher ruhte, stehen dann nicht mehr zur Verfügung. Am 27. Juni will sich Jack bei einem weiteren Treffen im Vereinsheim mit Interessierten Gedanken darüber machen, wie es weitergehen könnte und ob sich ausreichend Freiwillige finden, um den Badbetrieb auch im kommenden Jahr aufrechtzuerhalten. Wenn man in diesen Tagen mit der Vereinsgeschäftsführerin spricht, klingt sie zumindest verhalten optimistisch.

Auf der Suche nach einer Zukunft für das Naturfreibad

Bei einer Versammlung in Mai haben sich Heiler Gedanken über die Zukunft ihres Bades gemacht. © Stefan Milk


Es stehen noch Gespräche mit der Stadt an

Aber eine Prognose, ob sich eine Lösung für das Bad in einem Altarm der Lippe findet, gibt sie lieber nicht ab: „Vorher muss ich noch einige Gespräche führen.“ Zum Beispiel mit der Stadt Bergkamen. Die hat schon zur Saisonvorbereitung Mitarbeiter des Baubetriebshofes ins Naturfreibad geschickt, damit sie dort bei Grünschneidearbeiten helfen. Das Rathaus hat auch weitere Unterstützung signalisiert.

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Doch wie regelmäßig die städtischen Arbeiter zum Beispiel zum Rasenmähen kommen können, muss Jack erst noch ausloten. Sie pflegt auch Kontakt zu unterschiedlichen DLRG-Gruppen. Denn damit die Badegäste ins Wasser dürfen, muss auf jeden Fall ein ausgebildeter Rettungsschwimmer im Naturfreibad sein. In der Vergangenheit hat die DLRG Bergkamen den Wachdienst übernommen. Im Sommer 2018 funktionierte das nicht immer: „Da hat es Kommunikationsschwierigkeiten gegeben“, sagt Jack.

Treffen im Vereinsheim

Versammlung am 27. Juni

Die nächste Versammlung zur Zukunft des Naturfreibades ist für Mittwoch, 27. Juni, geplant. Sie beginnt um 19 Uhr im Jugend- und Vereinsheim an der Nördlichen Lippestraße in Heil.

Die Grenzen der Ehrenamtichkeit

Sie will den Gesprächsfaden zu den Lebensrettern nicht abreißen lassen. Aber vielleicht stößt die Ehrenamtlichkeit beim Naturfreibad-Betrieb an ihre Grenzen. Denn nicht nur die Aufsicht muss verlässlich geklärt sein, es muss auch einen Verantwortlichen geben, der die Einsätze der Helfer koordiniert und zum Beispiel kurzfristig entscheidet, ob das Wetter für eine Freibad-Öffnung spricht. Vielleicht kann der Verein jemanden einstellen, der dann einen Vertrag für die Sommersaison bekommt und sich in dieser Zeit voll um das Bad kümmert. Es scheint nach der Versammlung im Mai zumindest denkbar, dass die Stadt dafür einen Kostenzuschuss zahlt. Politisch sollte das durchsetzbar sein. Aus Sicht des Rathauses hätte das den Vorteil, dass eine überschaubare Summe Geld fließt, die Stadt selbst aber niemanden anstellen muss.

Auf der Suche nach einer Zukunft für das Naturfreibad

Das Schwimmbad ist ein beliebtes Ausflugsziel. © Stefan Milk


Der Verein muss die Strukturen schaffen

Allerdings hat Sportdezernentin Christine Busch auch klar gemacht, dass zunächst einmal der Schwimmverein am Zuge ist, und Strukturen schaffen muss, die den Fortbestand des Naturfreibades sichern und Gespräche über städtische Hilfe überhaupt erst möglich machen. Es gibt also noch eine ganze Reihe von Fragenzeichen, die über der Zukunft des Naturfreibades schweben. Daniela Jack hält das nicht davon ab, sich weiter für die beliebte und traditionsreiche Einrichtung in Heil zu engagieren und nach eine Lösung zu suchen, die das Badevergnügen auch in den kommenden Jahren ermöglicht. Dafür wird sie einen langen Atem brauchen. Jack glaubt nicht, dass sie schon nach der Versammlung am 27. Juni Antworten auf alle Fragen präsentieren kann: „Ob und wie es mit dem Naturfreibad weiter geht, werden wir wahrscheinlich erst am Jahresende wissen.“

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