Auch Tesla weiß die Präzisionsarbeit von Metallbau Knepper zu schätzen

dzTraditionsunternehmen

Metallbau Knepper setzt auf Tradition und auf moderne Technik. Das Familienunternehmen produziert seit 1880 an der Königslandwehr und liefert seine Präzisionsmaschinen in die ganze Welt.

Bergkamen

, 20.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pferde werden an der Königslandwehr heutzutage nicht mehr beschlagen. Aber die Schmiede, die dort seit 1880 in Betrieb war, hat Spuren hinterlassen: Sie war der Ursprung eines der traditionsreichsten Familienunternehmen in Bergkamen: Der Knepper Maschinenbau GmbH. Chef ist Christoph Knepper (55), der Urenkel des Schmiedes von der Königslandwehr.

Auch Tesla weiß die Präzisionsarbeit von Metallbau Knepper zu schätzen

Christoph Knepper führt das Familienunternehmen in der vierten Generation. Die Firmengeschichte reicht bis 1880 zurück. © Stefan Milk

Er führt die Firma in der vierten Generation. Die Fabrikhalle auf der Nordseite des Datteln-Hamm-Kanals wirkt eigentlich nicht sehr spektakulär. Die Branchenbezeichnung Stahl-, Maschinen- und Anlagenbau auch nicht unbedingt. Aber das täuscht: Knepper beliefert Kunden in der ganzen Welt. Und zwar nicht etwa mit Maschinen von der Stange, sondern mit Maßanfertigungen.

Metallbau Knepper produziert fast nur Unikate

„Fast jedes unserer Produkte ist ein Unikat“, sagt Christoph Knepper. „Wenn wir zwei oder dreimal die gleiche Maschine bauen, ist das schon eine kleine Serie.“ Das Unternehmen ist nicht als Zulieferer auf eine oder wenige Branchen festgelegt.

Auch Tesla weiß die Präzisionsarbeit von Metallbau Knepper zu schätzen

Zerspanungstechniker Lothar Zwanziger richtet in der Werkhalle von Knepper ein CNC-Bohrwerk ein. © Stefan Milk

Knepper liefert Maschinen für nahezu alle industriellen Zwecke und ist dadurch breit aufgestellt: „Mit keinem unserer Kunden erwirtschaften wir mehr als 15 Prozent unseres Umsatzes“, sagt Knepper. Das macht die Firma unabhängig vom Auf und Ab der Konjunktur.

Kundenliste reicht von Thyssen bis Tesla

Auf der Kundenliste finden sich Unternehmen, die nur Insidern ein Begriff sind, aber auch bekannte Namen wie ThyssenKrupp oder Siemens. Für den Elektroauto-Bauer Tesla in Kalifornien hat Knepper auch schon gearbeitet.

Auch Tesla weiß die Präzisionsarbeit von Metallbau Knepper zu schätzen

Christoph Knepper (re) und sein Mitarbeiter Thomas Katthöfer begutachten den Plan für eine neue Maschine. © Stefan Milk

„Oft sind unsere Kunden Ingenieurbüros“, sagt Knepper. Die konzipieren die Maschinen, die Knepper dann konstruiert. Das Bergkamener Unternehmen liefert Einzelteile, Komponenten und baut auch ganze Anlagen zusammen. Das allerdings erledigt ein Schwesterunternehmen: Die Knepper Montagetechnik GmbH in Lünen.

Sie hat ihren Sitz auf dem ehemaligen Westfalia-Gelände in Lünen, also nur wenige Kilometer vom Stammsitz an der Königslandwehr entfernt. Für das 2008 gegründete Schwesterunternehmen hat Knepper eine 90 Meter lange und 20 Meter breite Montagehalle bauen lassen, in der es Kräne mit einer Traglast von 16 und acht Tonnen und einer Hakenhöhe von sieben Metern gibt.

Auch Tesla weiß die Präzisionsarbeit von Metallbau Knepper zu schätzen

Bei Metallbau Knepper wird Präzisionsarbeit geleistet. © Stefan Milk

Hier bauen die Mitarbeiter der Montagetechnik die Einzelteile, die Kollegen der Maschinenbau GmbH fertigen, zu kompletten Anlagen und Maschinen zusammen. Die Arbeitsteilung funktioniert.

Auch die Ausbildung hat bei Knepper Tradition

In Bergkamen beschäftigt Knepper 35 Mitarbeiter, in Lünen zehn. Die meisten sind schon ziemlich lange in der Firma. Sie müssen nicht nur fachlich versiert und flexibel, sondern auch reisefreudig sein. Knepper baut die Anlagen bei Bedarf vor Ort auf. Auch Wartungs- und Reparaturarbeiten zählen zur Angebotspalette. Solche Aufträge führen Kneppers Leute nicht nur ins sonnige Kalifornien, sondern auch schon mal in den russischen Winter. Eben überall dorthin, wo die Präzisionsarbeit made in Bergkamen geschätzt wird.

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Alexander Knepper setzt die familiäre Firmentradition noch in einer anderen Hinsicht fort: Er bildet aus, auch über den eigenen Bedarf hinaus. Dafür sind die Zeiten lange vorbei, in denen ihm die benachbarten Zechen die besten Leute abwarben. Den Strukturwandel im Ruhrgebiet hat Knepper ohne große Probleme bewältigt: „Selbst zu den Hochzeiten des Bergbaus haben wir mit ihm höchsten drei Prozent unseres gesamten Umsatzes gemacht.“

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