Auch ohne die Kapelle feiern die Heiler Gottesdienste in ihrem Stadtteil

Martin-Luther-Gemeinde

Mehr als ein Jahr nach der Entwidmung der Kapelle Heil hat sich die Martin-Luther-Gemeinde auch formell von dem Gebäude verabschiedet. Das Gemeindeleben in Heil kommt aber nicht zum Erliegen.

27.08.2019, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch ohne die Kapelle feiern die Heiler Gottesdienste in ihrem Stadtteil

Die Martin-Luther-Gemeinde hat die Kapelle Heil vor mehr als einem Jahr aufgegeben. Doch es gibt noch einen anderen Ort im Stadtteil, an dem sie Gottesdienste feiern kann. © Stefan Milk

Das Erntedankfest am Sonntag, 6. Oktober, ist für Pfarrerin Petra Buschmann-Simons ein Beleg dafür, dass die Martin-Luther-Kirchengemeinde den Stadtteil Heil nicht vernachlässigt: Den Gottesdienst wird Pfarrer Reinhard Chudaska um 15 Uhr im Naturfreibad feiern. Auch Christi Himmelfahrt hatte die Gemeinde an der Lippe in Heil gefeiert.

Landeskirche genehmigt den Erbpachtvertrag

Die Kapelle Heil steht für solche Zwecke nicht mehr zu Verfügung. Die Gemeinde hat sie bereits im Juli 2018 entwidmet. Und mittlerweile – also mehr als ein Jahr später – hat sie sich auch formell von dem Gebäude getrennt: „Die Landeskirche von Westfalen hat den Erbpachtvertrag genehmigt“, berichtet Buschmann-Simons. Den hat die Gemeinde mit der Heilerin Birgit Willeke abgeschlossen, die schon länger das Sagen über die Kapelle hat und nun auch bald ganz offiziell über das Hausrecht verfügt.

Auch ohne die Kapelle feiern die Heiler Gottesdienste in ihrem Stadtteil

Das Erntedankfest will Pfarrer Reinhard Chudaska wieder mit einem Gottesdienst im Naturfreibad Heil feiern. © Borys Sarad


Gemeindegruppen nutzen die Kapelle weiter

Das ist ganz im Sinne der Gemeinde, deren Verantwortliche stets betont haben, dass sie die Kapelle gerne erhalten wissen möchten. Zumal einige Gemeindegruppen sie weiterhin nutzen dürfen: Die Frauenhilfe trifft sich dort ebenso wie ein Chor und eine Tanzgruppe. Möglicherweise hat das dazu beigetragen, dass der Ärger vieler Heiler Gemeinde-Mitglieder über das Aus für die Kapelle abgeebbt ist. Diesen Eindruck hat zumindest die Ortsvorsteherin Rosemarie Degenhardt.

Manche Heiler fahren nicht zum Gottesdienst nach Oberaden

Allerdings gebe es durchaus auch Heiler, die ausdrücklich nicht zu den Gottesdiensten nach Oberaden führen, meint sie: „Das sind gerade die Älteren.“ Dabei will die Gemeinde im Zusammenhang mit der Kapellen-Schließung die verbliebenen Gottesdienst-Orte – also die Martin-Luther-Kirche und die Christuskirche in Rünthe – stärken. Und zumindest in Sachen Luther-Kirche nimmt das auch langsam, aber sicher Gestalt an. Noch vor den Sommerferien hat sich ein Arbeitskreis gebildet, der sich Gedanken über die Neugestaltung des Kircheninneren machen soll. „Dabei geht es vor allem um die bisher kaum genutzten Raum unter der Empore“, sagt Buschmann-Simons. Das nächste Treffen ist für den 19. November um 19 Uhr geplant. Neues Leben herrscht auch am benachbarten Martin-Luther-Haus: Dort hat Imker Werner Löbbe ein Bienenhaus aufgestellt und im Sommer mit Kindern den ersten Honig geerntet. Von dem werden auch die Heiler etwas haben, sagt Buschmann-Simons: „Den Luther-Honig gibt es beim Gottesdienst im Naturfreibad.“

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