Auch die Rünther wollen RAG-Entschädigungen für die Erdstöße

dzBergbau-Erschütterung

Wegen der durch den Bergbau verursachten Erdstöße zahlt die RAG pauschale Entschädigungen. In Bergkamen fließt aber nur Geld nach Overberge. Darüber wundern sich die Rünther.

Bergkamen

, 17.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grundsätzlich findet Karlheinz Röcher es ja gut, dass die RAG pauschale Entschädigungen wegen der Bergbau-Erdstöße zahlt. Allerdings wundert sich der Vorsitzende des „Aktionskreises Wohnen und Leben Bergkamen“, dass in Bergkamen nur ein überschaubarer Kreis von Menschen in Overberge in den Genuss der Zahlungen kommt: „Auch in Rünthe hat die Erde kräftig gebebt“, sagt Röcher, der ebendort wohnt. Er kritisiert, dass auch die Overberger, die rund um die Kamer Heide leben und von den Erdstößen besonders stark betroffenen gewesen seien, leer ausgingen.

RAG zahlt nur an bestimmte Gebiet

Die RAG hat die Liste der Straßen, die für eine Entschädigung in Frage kommen, im Internet veröffentlicht: www.rag.de/wohnwertminderung/online-formular. Das Bergbau-Unternehmen begründet die Auswahl damit, dass es Gebiete berücksichtig hat, die besonders häufig und besonders stark von Erschütterungen betroffen waren.

Auch die Rünther wollen RAG-Entschädigungen für die Erdstöße

Karlheinz Röcher vom „Aktionskreis Wohnen und Leben“ kritisiert die RAG, weil sie nur einen Teil der von den Erderschütterungen Betroffenen entschädigt. © Foto: Arndt Brede

Dann müsste aber auch Geld nach Rünthe fließen, meint Röcher. Sein Aktionskreis habe Daten einer Aufzeichnungsstation ausgewertet, die in der Taubenstraße stand. Der Aktionskreis gehört dem Landesverband Bergbaubetroffener (LVBB) an, Der ist nicht zu verwechseln mit dem Verband bergbaugeschädigter Haus- und Grundeigentümer (VGBH), der die pauschale Entschädigungsregelung mit der RAG ausgehandelt hat. Zwischen den beiden Verbänden gibt es eine gewisse Konkurrenz-Situation.

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Klage gegen die RAG verloren

Ein Mitglied des Bergkamener Aktionskreises hat die Daten genutzt, um gegen die RAG zu klagen, verlor aber vor dem Amtsgericht Kamen. Wie der Landesvorsitzende des LVBB, Ulrich Behrens, berichtet, nannte die RAG in einem „informellen Gespräch“ dieses Urteil als Begründung, warum sie keine Entschädigung für Rünthe zahlt: Dort habe es ja einen Musterprozess zu den Erdstößen gegeben, den die RAG gewonnen habe, habe das Unternehmen argumentiert.

Laut Röcher wäre ein Berufung möglich gewesen. Allerdings weigerte sich die private Rechtsschutzversicherung des Klagenden, die Kosten zu übernehmen. Das kann man als Indiz für mangelnde Erfolgsaussichten interpretieren. Röcher kündigte an, der LVBB wolle mit der RAG darüber sprechen, das Gebiet für die Entschädigungszahlungen auszuweiten. Falls das Unternehmen das ablehnt, bleibt den Rünthern nur die Möglichkeit einer individuellen Klage. Angesichts der juristischen Vorgeschichte stehen die Chancen, die zu gewinnen, aber nicht allzu gut.

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