Auch die Bergkamener Grünen haben das Zentralbad nicht aufgegeben

dzSchwimmbad für Bergkamen

Die Grünen vermissen bei der Planung des neuen Bergkamener Schwimmbades den Willen zum Sparen. Deshalb unterstützen sie einen Antrag der CDU.

Bergkamen, Kamen

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Die CDU bekommt bei ihrer Forderung, noch einmal mit Kamen wegen eines gemeinsamen Zentralbades zu verhandeln, Unterstützung von den Grünen. Die Grünen wollen den entsprechenden Antrag der Christdemokraten unterstützen, kündigte der Fraktionsvorsitzende Jochen Wehmann an. Anders als die Christdemokraten lehnen die Grünen aber den Bau eines eigenen Bergkamener Bades mit den von den Gemeinschaftsstadtwerken (GSW) vorgeschlagenen Elementen grundsätzlich ab.

Kein teures Bad für jede Kommune

Die Grünen halten es für „Irrsinn“ in Kamen und Bergkamen jeweils ein Bad für einen Betrag weit jenseits der 20 Millionen Euro zu bauen. „Wir werden letztlich bei einer Investitionssumme von 60 Millionen Euro für zwei Städte mit nicht einmal 100.000 Euro landen“, rechnete Wehmann vor. Rechne man das erst vor wenigen Jahren gebaute Bad in Bönen, das ebenfalls die GSW betreiben und das neue Bad in Werne hinzu, kommen eine Investitionssumme von etwa 120 Millionen Euro zusammen – bei einer Gesamtbevölkerung der Kommunen von nicht einmal 150.000 Einwohnern.

Grüne wollen Geld einsparen

Bei der Planung eines neuen Bades sei es vor drei, vier Jahren noch darum gegangen, Geld einzusparen, kritisierte Wehmann. „Damals wollten wir sparen, damit die GSW die Kosten weiter aus den Erlösen vom Strom- und Gasverkauf decken können“, sagte der grüne Fraktionsvorsitzende. Von diesen Plänen habe sich die Kommunalpolitik mittlerweile weit entfernt, meinte er angesichts von bisher geschätzten 26,5 Millionen Euro Investitionskosten für das Bergkamener Bad. „Wir können jetzt keine Spar-Effekt mehr erkennen“, sagt Wehmann – und das bei Städten, die ihr Geld für den Strukturwandel benötigen.

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Die Bergkamener Grünen schlagen vor, das Kamener Hallenbad zu erhalten, aber es für Schulen und Vereine zu reservieren. „Dafür spricht schon, dass sich die Gesamtschule mit 1200 Schülern gleich nebenan befindet“, erklärt Wehmann.

Zusätzlich sollten die Kommunen ein Zentralbad bauen – als Ergänzung für Schulen und Vereine und vor allem für die zahlenden Schwimmer. Dafür soll es auch eine entsprechende Ausstattung bekommen.

Wehmann schätzt, dass ein solches Zentralbad etwa 30 bis 35 Millionen Euro kostet – je nach Ausstattung. Damit würden die Kommunen das Angebot für die Badegäste verbessern und trotzdem weniger Geld ausgeben, als wenn jede ein neues Bad baut.

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