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Wenn es voll ist im Wellenbad, dann haben Daniel Knapp und die anderen Schwimm-Meister jede Menge zu tun. Doch auch an Schlecht-Wetter-Tagen legen sie die Hände nicht in den Schoß.

Weddinghofen

, 12.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Daniel Knapp hat nichts dagegen, wenn ihn die Besucher des Wellenbades mit „Bademeister“ anreden. „Das ist doch besser, wenn sie ,Ey!‘ rufen“, meint er. Seine eigentliche Berufsbezeichnung, für die er eine dreijährige Ausbildung absolviert hat, ist ja auch ein wenig umständlich: „Fachangestellter für Bäderbetriebe“. Die sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begeht, Badbetreiber klagen über Fachkräftemangel. „Im Sommer kriegt man praktisch niemand“, sagt auch Knapp mit Blick auf die laufende Freibad- und Badesaison.

Wellenbad musste Öffnungszeiten einschränken

Das hat auch sein Arbeitgeber, die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW), im vergangenen Jahr gemerkt. Damals fiel Knapp wegen eines Verkehrsunfalls mehrere Monate aus. Seine Kollegin Marion Soboleweski erlitt zeitgleich einen Achillessehnenriss. Weil nicht ausreichend Fachpersonal zur Verfügung stand, mussten die GSW die Öffnungszeiten des Wellenbades einschränken: Das löste bei den Nutzern angesichts der Hitzesommers 2018 Verständnislosigkeit aus. Aber so ein öffentliches Schwimmbad darf eben nur öffnen, wenn auch eine ausgebildete Fachkraft zur Verfügung steht. Dabei geht es gar nicht alleine darum, dass Knapp und seine Kollegen in der Lage sind, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren: „Wir müssen unsere Rettungsfähigkeit alle zwei Jahre nachweisen“, sagt knapp.

Auch bei schlechtem Wetter geht dem Schwimm-Meister die Arbeit im Wellenbad nicht aus

Während seiner dreijährigen Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe hat Daniel Knapp den Umgang mit der Badtechnik gelernt. Zum Beispiel die Bedienung der Mess-und Regelstation für das Mehrzweckbecken. © Stefan Milk


Fachmann für die Badtechnik

Aber das können die Rettungsschwimmer auch, die die GSW als Aushilfs- und Honorarkräfte beschäftigt. Doch zu Knapps Kompetenzen gehört auch die Badtechnik. Zum Beispiel die Chlorgasanlage, die zur Desinfektion des Wasser dient, „Der Umgang damit ist nicht ungefährlich“, sagt Knapp. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte die Bergkamener Feuerwehr einen Großeinsatz im Wellenbad, weil das giftige Gas ausgetreten war. Zum Glück waren damals noch keine Badegäste im Bad. Auf deren Sicherheit zu achten ist die vornehmste Aufgabe von Knapp und seinen Kollegen.

Auch bei schlechtem Wetter geht dem Schwimm-Meister die Arbeit im Wellenbad nicht aus

Zu den täglich zu erledigenden Aufnahmen gehört es, den PH-Wert des Wasser zu ermitteln. © Stefan Milk Stefan Milk


Wenn es voll wird, kommen Security-Leute

Und an sonnigen und heißen Tagen haben sie damit auch alle Hände voll zu tun. „Am ersten Juni-Sonntag waren über 1500 Besucher im Bad“, berichtet Knapp. Um die zu beaufsichtigen beziehen die Schwimm-Meister ihre Zentrale, den Glaskasten zwischen dem Wellen- und dem Sportbecken. Von dort haben sie die beste Übersicht. An den Tagen, in denen im Bad richtig Betrieb herrscht, bekommt die Beckenaufsicht Unterstützung. „Dann sind auch Mitarbeiter eines Security-Unternehmens im Einsatz“, sagt Knapp. Die achten vor allem darauf, dass sich die Besucher benehmen und zum Beispiel keine Glasflaschen mit auf die Liegewiese bringen.

Auch bei schlechtem Wetter geht dem Schwimm-Meister die Arbeit im Wellenbad nicht aus

Wenn kaum Badegäste zu beaufsichtigen sind, bleibt Zeit für technische Wartungsarbeiten wie den Austausch eines Ventils zur Steuerung der Filteranlage. © Stefan Milk Stefan Milk


Schwere Badeunfälle sind selten

Der letzte erstzunehmende Badeunfall, um den Knapp sich kümmern musste, liegt drei Jahre zurück: „Ein Jugendlicher wollte einen Salto vom Sprungbrett machen und hat sich den Kopf angeschlagen“, erinnert sich der Bademeister. So etwas kommt zum Glück nicht allzu oft vor. Häufiger müssen er und seine Kollegen um Wespenstiche, kleinere Schnittwunden und ähnliche Malheurs verarzten, die sich mit einem Heftpflaster beheben lassen. Auch im Badetrubel verlorenen gegangene Kleinkinder hat Knapp schon zu ihren Eltern zurückgebracht. Doch auch an Tagen wie den vergangenen, an denen sich kaum Badegäste an den Häupenweg verirren, geht den Fachangestellten für Badewesen die Arbeit nicht aus.

Auch bei schlechtem Wetter geht dem Schwimm-Meister die Arbeit im Wellenbad nicht aus

Für die Auswertung der Wasserproben verfügen die Schwimm-Meister über einen Instrumente-Koffer. © Stefan Milk Stefan Milk


Regelmäßige Wassertests

Schließlich gibt es Routine-Aufgaben, die an jedem Öffnungstag erledigt werden müssen. „Wir nehmen zum Beispiel drei Mal am Tag Wasserproben“, sagt Knapp. Der Ph-Wert muss ebenso untersucht werden wie der aktuelle Wasserstand in den Becken. Das Ergebnis wird sorgfältig in die Listen eingetragen. Die Filter, die das Wasser reinigen, müssen regelmäßig durchgespült werden. „Wir machen das mindestens einmal die Woche“, sagt Knapp. Wenn viel Betrieb herrscht, müssen die Filter alle zwei bis drei Tage gereinigt werden. An Schlechtwetter-Tagen bleibt Zeit für Wartungs- und Kontrollarbeiten, zu den die Schwimm-Meister sonst nicht kommen.

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Ein Knopfdruck startet die Wellenmaschine

Zu den spezifischen Aufgaben eines Weddinghofer Bademeisters gehört das Ein- und Ausschalten der Wellenanlage. Dafür ist allerdings keine besondere Ausbildung notwendig, die Druckknöpfe dafür befinden sich im besagten Glaskasten. „Bei Normalbetrieb stellen wir sie zu jeder vollen Stunde eine Viertelstunde lang an“, sagt Knapp. Wenn mehr als 800 Besucher im Bad sind, gibt es alle halbe Stunde Wellen. Wenn kaum ein Besucher im Bad ist, dann bleibt die Wellenmaschine aus. Es sei denn, es will doch jemand im Wellenbecken baden: „Solche Wünsche erfüllen wir dann auch“, sagt Knapp.

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