Auch 2021 wird wohl ein Jahr ohne große Feste und Veranstaltungen

dzPessimismus beim Stadtmarketing

Der Lichtermarkt ist schon lange abgesagt, Weihnachtsmärkte wird es nicht geben – und auch bei den Veranstaltungen im kommenden Jahr ist das Stadtmarketing eher pessimistisch.

Bergkamen

, 30.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um die Veranstaltungen in Bergkamen geht, dann ist Karsten Quabeck, der Leiter des Bergkamener Stadtmarketing sehr pessimistisch. Er kann sich wegen der Corona-Pandemie nicht vorstellen, dass es in diesem Jahr die eigentlich geplanten Weihnachtsmärkte in den Stadtteilen geben wird. Pläne für das kommende Jahr macht das Stadtmarketing zurzeit gar nicht erst. „Wir wollen uns Ende des Jahres noch einmal darüber unterhalten wie es weitergehen soll. Aber angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen bin ich nicht sehr optimistisch“, sagt er.

Die Weihnachtsmärkte sind keine großen Veranstaltungen, aber die Menschen kommen sich nahe. Das Stadtmarketing geht davon aus, dass sie in diesem Jahr ausfallen.

Die Weihnachtsmärkte sind keine großen Veranstaltungen, aber die Menschen kommen sich nahe. Das Stadtmarketing geht davon aus, dass sie in diesem Jahr ausfallen. © Stefan Milk

Chancen für Weihnachtsmärkte stehen schlecht

Quabeck gibt den Weihnachtsmärkten keine Chance, weil sie zwar in Bergkamen eigentlich keine Großveranstaltungen sind – aber trotzdem relativ viele Menschen auf relativ engem Raum zusammenkommen. Die größte Veranstaltung, die in diesem Jahr noch auf dem Terminplan stand – der Lichtermarkt Ende Oktober – ist ohnehin schon abgesagt. Er gehört mit normalerweise bis zu 20.000 Besuchern ohnehin zur Kategorie Großveranstaltungen. Die sind bis Ende des Jahres definitiv nicht erlaubt.

Hafenfeuer in der Marina fällt aus

Die nächste größere Veranstaltung, die im kommenden Jahr wieder auf dem Programm stehen würde ist das Hafenfeuer in der Marina. Das war die letzte, die in diesem Jahr noch in der Vor-Corona-Zeit stattfinden konnte. Jetzt hat sich das Stadtmarketing noch nicht einmal an die Organisation gemacht, denn Quabeck ist sich sehr sicher, dass er das mittlerweile etablierte Fest bei Winterwetter ohnehin absagen müsste. „Abstand, wie in den Hygieneregeln vorgeschrieben, würde sich kaum halten lassen“, meint er.

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Ohnehin könne er sich kaum vorstellen, dass den Besuchern größere Veranstaltungen Spaß machen, bei denen sie sich strikt an Abstands- und Hygieneregeln halten müssen. Das sei allenfalls bei Veranstaltungen wie dem „Kulturpicknick“ möglich, das vom Kulturreferat an diesem Freitag schon zum zweiten Mal angeboten wurde. Bei solchen kleinen, eher ruhigen Veranstaltungen im Freien sei das möglich.

Bei der Blumenbörse wird es immer voll auf dem Nordberg – wohl zu voll für die Corona-Abstandsregeln.

Bei der Blumenbörse wird es immer voll auf dem Nordberg – wohl zu voll für die Corona-Abstandsregeln. © Marcel Drawe (Archiv)

Stadtmarketing organisiert vorerst keine Veranstaltungen

Wenn sich bei den Infektionszahlen oder bei der Entwicklung eines Impfstoffs keine entscheidende positive Entwicklung ergibt, geht Quabeck davon aus, dass es auch 2021 keine größeren Veranstaltungen geben wird. Das Stadtmarketing steht ohnehin vor einem Dilemma: Die großen Veranstaltungen wie das Hafenfest benötigen Monate Vorlauf, um sie zu organisieren. Der Aufwand lohnt sich aber nur, wenn auch feststeht, dass sie stattfinden können.

Noch schlimmer als diejenigen, die sich auf die städtischen Feste und Veranstaltungen freuen treffen die Absagen diejenigen, die sonst ihr Geld damit verdienen. Viele Standbetreiber hätten sogar schon ihre Fahrzeuge abgemeldet, um Geld zu sparen, sagt der Leiter des Stadtmarketing.

Der Hollandmarkt würde sich schnell organisieren lassen, falls die Corona-Situation es zulässt.

Der Hollandmarkt würde sich schnell organisieren lassen, falls die Corona-Situation es zulässt. © Stefan Milk (Archiv)

Holland-Markt würde sich schnell organisieren lassen

Auch das Drive-In an der Marina, das vom Stadtmarketing organisiert wurde, habe nicht viel Einnahmen gebracht – obwohl es ein großer Erfolg war. „Aber mancher war schon froh, dass es endlich wieder eine Aktion gab, bei der er arbeiten konnte“, sagt Quabeck.

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Deshalb hält sich das Stadtmarketing zumindest noch die eine oder andere Hintertür für Veranstaltungen offen, die sich relativ schnell organisieren lassen. Das Stadtmarketing hat mit den Organisatoren des Holland-Markts vereinbart, in Kontakt zu bleiben. Falls sich die Lage in der Corona-Pandemie ändern sollte, könnten sie den Markt relativ schnell auf die Beine stellen.

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