Attacke auf Mädchen: Mobbing-Coach Carsten Stahl fordert Konsequenzen für Schule

dzFreiherr-vom-Stein-Realschule

Anti-Mobbing-Kämpfer Carsten Stahl fordert nach einem missglückten Telefonat Konsequenzen für die Freiherr-vom-Stein-Realschule. Auch die Mutter des Opfers ist nicht zufrieden.

Bergkamen

, 09.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In die Angelegenheit um das von einer Mitschülerin verprügelte Mädchen hat sich jetzt Carsten Stahl noch einmal eingeschaltet. Der Berliner, der bundesweit wegen seines Kampfs gegen Mobbing bekannt ist, fordert Konsequenzen für die Leitung der Bergkamener Freiherr-vom-Stein-Realschule. Anlass ist eine Nachricht, die von der Schule auf dem Anrufbeantworter der Familie hinterlassen wurde. Als am Ende der Nachricht der Hörer aufgelegt wird, ist der Raumlautsprecher offenbar noch an und es ist Gelächter zu hören.

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Stahl wirft der Schulleitung vor, den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt zu haben. Sie sei offenbar nicht daran interessiert. „wirklich konsequent zu handeln und nachhaltig etwas gegen das Mobbing und die Gewalt an dieser Schule unternehmen zu wollen“, schreibt Stahl in einer Stellungnahme.

Stahl erinnert an die Vorgeschichte der Attacke

Stahl, der auch durch eine RTL II-Serie bekannt ist, erinnert daran, dass die Attacke eines Mädchens auf ihre Mitschülerin eine lange Vorgeschichte habe. Die Eltern des Opfers hatten sich nach eigener Aussage schon über ein Jahr lang bei der Schule über Mobbing-Attacken der Täterin gegen ihre Tochter bei der Schule beschwert. „Wer in so einer angespannten Situation (...) in Gelächter ausbricht, ist unserer Meinung nach als Schulleitung nicht tragbar und nicht fähig den Schutz von Kindern und Schutzbefohlenen an einer Schule zu gewährleisten“, schreibt Stahl auch im Namen des Bündnis Kinderschutz.

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Nach seiner Ansicht muss die Schulaufsicht bei der Bezirksregierung sofort zum Schutz der Kinder eingreifen. Außerdem fordert er „klare Konsequenzen gegenüber der Schulleitung wegen ihres beschämenden Fehlverhaltens gegenüber den betroffenen Eltern“. Die Schulleitung muss sich nach seiner Ansicht außerdem wegen des Gelächters persönlich bei den Eltern entschuldigen.

Mutter fordert Deeskalationstraining für alle Schüler

Die hat nach Aussagen der Mutter des angegriffenen Mädchens zumindest am Montag angerufen und ein Deeskalationstraining für die gesamte Klasse ihrer Tochter angekündigt. Zufrieden ist die Mutter damit nicht. Das Mädchen, das ihre Tochter geschlagen hat, sei mittlerweile in eine andere Klasse versetzt worden, argumentiert sie. Sie bekomme kein entsprechendes Training. „Ich habe nachgefragt, warum nicht alle Klassen der Schule ein entsprechendes Training bekommen“, sagt sie.

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Ihre Tochter geht seit Ende der vergangenen Woche wieder zur Schule. Zumindest die Mitschüler hätten sich um ihre Tochter gekümmert, sagt sie.

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