Asbest und andere Gifte erschweren den Abriss der Heide-Hauptschule

dzNeues Wohngebiet

Der immer wieder verzögerte Abriss der ehemaligen Heide-Hauptschule soll bald beginnen. Das Grundstück wird jedoch nicht vom Eigentümer Fakt AG bebaut. Er hat die Vermarktung weitergegeben.

Bergkamen

, 10.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Heide-Hauptschule an der Berliner Straße steht schon seit Jahren ungenutzt leer. Der schon lange geplante Abriss hat sich jedoch immer wieder verzögert. Eigentlich sollten die Gebäude schon im vergangenen Jahr dem Abrissbagger zum Opfer fallen. Jetzt geht der Eigentümer, die Fakt AG aus Essen, davon aus, dass der Abriss im Laufe des Sommers beginnt.

In den Gebäuden sind viele Stoffe verbaut, die heute als gefährlich gelten und auf eine entsprechende Deponie müssen.

In den Gebäuden sind viele Stoffe verbaut, die heute als gefährlich gelten und auf eine entsprechende Deponie müssen. © Marcel Drawe

Viele Schadstoffe machen den Abriss schwierig

Das Unternehmen sei zurzeit dabei, alle erforderlichen Verträge zu unterzeichnen, sagte Heinz-Günter Lang, der Projektleiter bei der Fakt AG. Bis die Schule abgerissen ist, wird es aber beträchtliche Zeit dauern. „Die Schule ist hochgradig verseucht, es gibt viele Altlasten“, machte Lang deutlich.

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In dem Gebäude seien in den 60er und 70er Jahren viele Stoffe verbaut worden, die heute als Schadstoffe gelten und besonders deponiert werden müssten – zum Beispiel Asbest. Auch die Entsorgung der Inneneinrichtung sei zum Teil schwierig.

Nach Langs Einschätzung muss das Abrissunternehmen beträchtliche Zeit aufwenden, um die Gebäude vorsichtig abzureißen, Schadstoffe auszusortieren und gesondert zu deponieren.

Ein großer Teil des ehemaligen Schulgeländes ist schon überwuchert. Sobald die Schule abgerissen ist, soll die Erschließung für das Baugebiet angelegt werden.

Ein großer Teil des ehemaligen Schulgeländes ist schon überwuchert. Sobald die Schule abgerissen ist, soll die Erschließung für das Baugebiet angelegt werden. © Marcel Drawe

Die Vermarktung übernimmt ein Bauträger

Wenn das Schulgebäude abgerissen ist, soll das Gelände für ein neues Wohngebiet erschlossen werden. Das gilt auch für die gegenüberliegende Fläche, auf der sich früher unter anderem ein Bolzplatz befand und die ansonsten eine Brache war. Die Fakt AG hatte das Schulgelände von der Stadt und die anderen Flächen von einem anderen Eigentümer gekauft.

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Obwohl die Fakt AG eigens eine Tochtergesellschaft namens „Wohnpark Weddinghofen“ gegründet hat, will sie die Bebauung der Fläche nicht selbst in Angriff nehmen. Es gebe bereits einen Vertrag mit einer Bauträgergesellschaft, die alle Bauflächen vermarkten will, sagte Lang. Das sei auch schon mit der Stadt abgestimmt.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite baut die UKBS einen neuen Kindergarten für die Awo.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite baut die UKBS einen neuen Kindergarten für die Awo. © Marcel Drawe

Nur der Kindergarten wird schon gebaut

Auf der Fläche sind vor allem Eigenheime als Reihen-, Doppel- und Einzelhäuser geplant. Auf einem Teil des ehemaligen Schulgeländes sollten Mehrfamilienhäuser mit barrierefreien Wohnungen entstehen. Bisher ist auf der gesamten Fläche nur ein Bauprojekt tatsächlich schon im Gange: Die UKBS baut an der Berliner Straße einen neuen Vier-Gruppen-Kindergarten für die Awo.

Den westlichsten Teil des Baugebiets an der Straße am Hauptfriedhof hat ein Unternehmen aus Unna vermarktet. Dort sind alle Grundstücke verkauft und fast alle Häuser im Bau.

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