Armes Bergkamen: Bergbau-Stadt ist Schlusslicht beim Einkommen im Kreis Unna

dzEinkommensvergleich

Die Bergkamener sind die ärmsten Menschen im Kreis Unna. Zumindest statistisch gesehen, im Durchschnitt des verfügbaren Einkommens. Beim Blick auf die anderen Städte ergibt sich ein Nord-Süd-Gefälle.

Bergkamen/Kreis Unna

, 21.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Armes Bergkamen, könnte man denken, wenn man sich die Auswertung der verfügbaren Einkommen in Nordrhein-Westfalen anschaut. Wie IT.NRW als Statistisches Landesamt mitteilt, hatte rein rechnerisch jeder Einwohner Bergkamens im Jahr 2018 genau 17.732 Euro zur Verfügung. Das war zwar ein Plus von 561 Euro im Vergleich zum Vorjahr, reicht aber nur für Platz 389 unter insgesamt 396 Städten und Gemeinden in NRW. Weiter hinten geht also kaum. Nur in sieben Kommunen haben die Menschen noch weniger Geld in der Tasche, ganz unten rangieren Gelsenkirchen (16.450 Euro) und Kranenburg im Kreis Kleve (16.350 Euro).

Ganz vorne liegen indes Attendorn im Kreis Olpe mit 39.443 Euro, Schalksmühle im Märkischen Kreis (36.004 Euro) und Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss (33.834 Euro).

Holzwickede liegt im kreisweiten Vergleich vorne

An derlei Summen kommt im Kreis Unna freilich keine Kommune auch nur ansatzweise heran, wenngleich Holzwickede mit 26.979 Euro (+1122 Euro mehr als 2017) immerhin auf Rang 27 liegt.

Überhaupt stehen die Kommunen im Südkreis relativ ordentlich da, liegen allesamt deutlich über der 20.000-Euro-Marke. Die „Armenhäuser“ neben Bergkamen sind Lünen (18.451 Euro) und Bönen (19.285 Euro). Kamen liegt mit 20.663 Euro erstmals über der Grenze von 20.000 Euro pro Nase. Landesweit kommt die Sesekestadt aber auch nur auf Rang 342 und liegt unter dem kreisweiten Durchschnitt des verfügbaren Einkommens von 21.494 Euro.

Das ist mit dem verfügbaren Einkommen gemeint

Unter dem verfügbaren Einkommen verstehen die Statistiker die Einkommenssumme (Arbeitnehmerentgelt und Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen), die den privaten Haushalten nach der sogenannten Einkommensumverteilung, also abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangener Sozialleistungen, durchschnittlich für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht.

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Es ist als Indikator für die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung der Gemeinden zu verstehen und ermöglicht mittelbar Aussagen zur lokalen Kaufkraft, wobei die regionale Preisentwicklung unberücksichtigt bleibt, heißt es in einer Pressemitteilung von IT.NRW.

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