Kinder-Paradies im Kreis Unna überlebt die Corona-Krise nicht

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Vor knapp zwei Jahren hat Anja Niklaus in Rünthe Deutschlands erste Indoor-Hüpfburg eröffnet. Zunächst mit großem Erfolg. Dann kam Corona. Niklaus schließt die Halle, gibt aber nicht auf.

Bergkamen

, 25.09.2020, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anja Niklaus verdient ihr Geld immer noch mit Hüpfburgen. Aber Deutschlands erste Indoor-Hüpfburg in Rünthe gibt es nicht mehr. Corona hat ihr den Garaus gemacht. Wie so vielen anderen kleinen Unternehmungen und kleinen Läden.

Im Herbst 2018 hatten Niklaus und ihr Mann Sascha das „Area 50 Jump“ in einer Lagerhalle an der Gewerbestraße eröffnet. Dort, wo Anja Niklaus auch ihren erfolgreichen Hüpfburgen-Verleih betreibt.

Schon der Start stand unter einem schlechtem Stern

Auf einer Fläche von 450 Quadratmetern bot sie einen überdachten Hüpfburgen-Parcours an. Schon der Start stand unter einem schlechten Stern: Eigentlich wollte Niklaus die Halle schon im Sommer eröffnen – ein massiver Wasserschaden verhinderte das. Im November war es dann aber wirklich soweit.

Die Eröffnung im Sommer 2019 musste Anja Niklaus wegen eines Wasserschadens verschieben, Stattdessen feierte sie ein Fest unter freiem Himmel.

Die Eröffnung im Sommer 2019 musste Anja Niklaus wegen eines Wasserschadens verschieben, Stattdessen feierte sie ein Fest unter freiem Himmel. © Stefan Milk

Und das „Area 50 Jump“ entwickelte sich zu einer echten Erfolgsgeschichte, war ein beliebtes Ziel für Familien und für Kindergeburtstagsgesellschaften.

Im Frühjahr 2019 berichtete Niklaus von durchschnittlich 700 Besuchern pro Monat.

Vom Erfolg war sie selbst überrascht: „Wir haben viel mehr Zeit dafür investiert als wir ursprünglich geplant hatten“, sagt sie. Deshalb dachten sie und ihr Mann darüber nach, das Projekt in andere Hände zu geben.

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Im März musste das „Area 50 Jump“ schließen

Doch bevor sich Niklaus auf die ernsthafte Suche nach einem neuen Betreiber begeben konnten, kam Corona. Im März musste das „Area 50 Jump“ schließen. Es wird nie wieder öffnen, hat Anja Niklaus nun beschlossen.

Unter den herrschenden Corona-Regeln lässt es sich nicht betreiben – denn Abstand ist auf dem Hüpfburgen-Parcours kaum einzuhalten. Da sich nicht absehen lässt, wann die Pandemie überwunden ist, will Niklaus kein wirtschaftliches Risiko eingehen.

In der Hüpfburg-Halle „Area 20 Jump“ in Bergkamen-Rünthe haben sich viele Kinder vergnügt – bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie.

In der Hüpfburg-Halle „Area 20 Jump“ in Bergkamen-Rünthe haben sich viele Kinder vergnügt – bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie. © Borys Sarad

Zumal sie die Corona-Krise auch anderweitig gespürt hat: mit ihrem Hüpfburgen-Verleih. Sie verfügt über 40 Hüpfburgen, die sie weit über die Bergkamener Grenzen hinaus vermietet. Gerade im Frühling und Sommer.

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Doch weil es in diesem Frühjahr keine Feste und Veranstaltungen gab, brach dieses Geschäft komplett ein. „Anjas Hüpfburgenverleih“ wird Corona aber überleben, ist sich Niklaus sicher: „Die beiden vergangenen Monate liefen schon wieder viel besser.“

In der Halle an der Gewerbestraße wird es allerdings definitiv keine Hüpfburgen mehr geben: Dort, wo sich bis zum Ausbruch der Pandemie Kinder vergnügt haben, hat inzwischen ein Fliesenhändler seinen Showroom eingerichtet.

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