Anwohner klagen: Illegaler Durchgangsverkehr macht unsere Straße kaputt

dzIm Breil

Schlaglöcher in der Straße sind für Anwohner ein besonderes Ärgernis. Die Straße Im Breil ist ein Beispiel dafür. Anlieger meinen auch zu wissen, woran das liegt: Am illegalen Durchgangsverkehr.

Bergkamen

, 19.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Zustand einer Straße liegt im Auge des Betrachters. Karl-Heinz Papenhöfer, Hans Michaelis und Klaus Wleklik, die seit Jahrzehnten an der Straße Im Breil wohnen, jedenfalls sind der Überzeugung, dass die Straßendecke vor ihren Haustüren ein einziges Flickwerk ist. Und sie wissen auch, woran das liegt: Vor allem am illegalen Durchgangsverkehr auf der reinen Anliegerstraße.

Viele Auto- und Lastwagenfahrer, die die Abkürzung von der Bamberg- zur Heinrich- und weiter zur Werner Straße nehmen, ignorierten die Verbotsschilder, berichten die Anwohner.

Die Fahrbahn der Straße im Breil in Bergkamen  hat in der Tat schon bessere Tage gesehen.

Die Fahrbahn der Straße im Breil hat in der Tat schon bessere Tage gesehen. © Stefan Milk

Wie zum Beweis fährt beim Ortstermin ein Passat mit einem schwäbischen Kennzeichen vorbei. Eher kein Anlieger. Zudem hielten sich viele Autofahrer nicht an das vorgeschriebene Tempo 30, schildern die drei Nachbarn. Auch diese Einschätzung bestätigt der Augenschein.

Für die Schlaglöcher Im Breil ist die Stadt zuständig. Eine entsprechender Hinweis an die Stadt habe diese ignoriert, berichtet Papenhöfer.

Die Stadt stopft Schlaglöcher nach Prioriät

Nach einer Anfrage bei der Straßenverkehrsbehörde der Stadt schickt deren Leiter Thomas Reichling immerhin einen Mitarbeiter los, der sich den Breil anschaut. „Die Straße ist wirklich in keinem guten Zustand“, lautet Reichlings Urteil. Grundsätzlich unterhält der Baubetriebshof auch eine Truppe, die zum kurzfristigen Schlaglochflicken ausrückt. Aber da gehe es nach Priorität: „Wir haben leider in Bergkamen Straßen, die in einem noch schlechteren Zustand sind.“ Also werden die Breil-Bewohner wohl noch eine Weile mit den Schlaglöchern leben müssen.

Immerhin hat Reichling auch eine gute Nachricht für sie: „Eine grundhafte Sanierung wird wohl nicht notwendig sein.“ Die ist besonders aufwändig und teuer.

Schlaglöcher gibt es auch in anderen Straßen. Die Stadt Bergkamen sagt, sie beseitige sie nach Priorität.

Schlaglöcher gibt es auch in anderen Straßen. Die Stadt sagt, sie beseitige sie nach Priorität. © Marcel Drawe

Papenhöfer und Co. hegen den Verdacht, dass die Stadt ihre Straße soweit verkommen lassen will, bis sie die Anwohner an den Baukosten beteiligen kann. Das weist Reichling zurück. So eine Kostenbeteiligung sei rechtlich nur dann möglich, wenn die Straßenbewohner einen echten wirtschaftlichen Nutzen von den Arbeiten hätten. Auf das Flicken von Schlaglöchern trifft das eher nicht zu.

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Polizei hofft auf Raser-Hinweise von Anwohnern

Bleiben die Raser und der illegale Durchgangsverkehr. Die lassen sich am besten durch Kontrollen abschrecken. Die sind Sache der Polizei. Die allerdings haben Papenhöfer, Michaelis und Wleklik allerdings lange nicht mehr Im Breil gesehen. Dabei sind die Ordnungshüter durchaus dankbar für Hinweise von Anwohnern, die auf Regelverstöße vor ihrer Haustür aufmerksam machen, sagt Pressesprecher Bernd Pentrop.

Die Polizei könnte Temposündern in Bergkamen mit der Radarpistole auf die Spure kommen.

Die Polizei könnte Temposündern mit der Radarpistole auf die Spur kommen. © picture alliance/dpa

Kontakt könnten die Bürger über die Facebook-Seite der Polizei Unna, per Mail poststelle.unna@polizei.nrw.de oder per Tel. (02303) 9210 aufnehmen. Der Verkehrsdienst sei grundsätzlich bereit, in den entsprechenden Straßen zu kontrollieren. Allerdings habe es durchaus schon Situationen gegeben, in denen sich die Anwohner beklagt, die Polizei aber kaum Temposünder erwischt hätten, schildert Pentrop. In solchen Fällen bleiben die Kontrollen dann eher eine einmalige Angelegenheit.

Das muss nicht unbedingt damit zusammenhängen, dass eine Radarfalle im Messwagen leicht zu erkennen ist und die Autofahrer deshalb auf die Bremse treten. „Unsere Beamten verwenden auch Laserpistolen zur Tempokontrolle“, sagt Pentrop. Die sind deutlich unauffälliger und können auch an engeren Stellen zum Einsatz kommen. Manchmal allerdings stoßen die Raser-Jäger aber auch an ihre baulichen Grenzen, sagt Pentrup: „Es gibt Straßen, das sind einfach keine Kontrollen möglich.“

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