Anwohner in Schönhausen sollen doch über die Alleen in ihren Straßen mitdiskutieren

dzAlter Baumbestand

Um die Platanen in Schönhausen soll es jetzt doch eine intensive Diskussion geben. Die Frage, welche Bäume bleiben können, ist in vielen Fällen offenbar nicht leicht zu lösen.

Bergkamen

, 23.12.2019, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner in der Siedlung Schönhausen sollen doch intensiv mit darüber diskutieren können, welche der über 100 Jahre alten Platanen vor ihren Häusern stehen bleiben. Auch die Stadtverwaltung geht mittlerweile davon aus, dass diese Diskussion längere Zeit in Anspruch nimmt. Sie hat den größten Teil der Mittel für die sogenannte Sanierung des Baumbestandes für 2020 aus dem städtischen Haushalt herausgenommen.

Signal, dass es eine Diskussion mit den Anwohnern geben soll

„Das ist das deutliche Signal, dass es 2020 keine einschneidenden Maßnahmen geben wird“, sagte Marco Morten Pufke (CDU), der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr. Ursprünglich war im Haushalt eine halbe Million Euro vorgesehen. Die CDU hatte beantragt, die Mittel ins Haushaltsjahr 2021 zu verschieben. Die Stadtverwaltung hatte von sich aus die Mittel für das nächste Jahr auf 50.000 Euro reduziert. Sie sind lediglich als Reserve für unbedingt notwendige Maßnahmen vorgesehen.

Anwohner in Schönhausen sollen doch über die Alleen in ihren Straßen mitdiskutieren

Die riesigen Bäume bilden eine Pflanzengesellschaft, in der sie sich gegenseitig vor Stürmen schützen. © Borys Sarad

Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters hatte es jedoch als schwierig angesehen, tatsächlich über einzelne Baumstandorte zu diskutieren. Ein Planungsbüro aus Kamen hat einen Vorschlag gemacht, welche Bäume stehen bleiben und welche gefällt werden sollen. Mittlerweile hat aber auch Peters geäußert, dass er eine intensive Diskussion mit den Anwohnern führen will.

Zu der Diskussion um die über 100 Jahre alten Bäume ist es vor allem gekommen, weil sie in einigen Fällen direkt vor den Fassaden der Häuser stehen, sodass ihre Wurzeln das Fundament bedrohen. Deshalb hatte die Stadt das Kamener Büro beauftragt, einen Plan zur Sanierung des Baumbestands zu machen.

Pflanzengesellschaft, in der sich die Bäume gegenseitig schützen

Die Landschaftsplaner sind zu dem Schluss gekommen, dass es nicht einfach ist, einzelne Bäume aus den Alleen herauszunehmen. Nach Pufkes Angaben hat sich im Laufe der Jahre eine Art Baumgesellschaft gebildet, in der sich die Bäume bei einem Sturm gegenseitig schützen. Es bestehe die Gefahr, dass die Bäume, die stehen bleiben, bei einem Sturm wesentlich gefährdeter sind als bisher.

Pufke versprach, dass die Diskussion absolut „ergebnisoffen“ geführt werden soll. Dabei sollen auch Aspekte wie der Klimaschutz und die Bedeutung der Bäume für das Mikroklima in der Siedlung eine Rolle spielen.

Es sind zwar Ersatzpflanzungen vorgesehen. Aber selbst wenn die Stadt neue Bäume pflanzt, würden Jahrzehnte vergehen, bis sie die gleiche Wirkung wie die Platanen haben.

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