Anderen helfen ist heute nicht mehr angesagt: Dieses Team macht‘s trotzdem gerne

dzZehn Jahre Ehrenamt

Das Café im Haus am Nordberg wird von Ehrenamtlichen geleitet. Ohne sie würde es an Donnerstagen und Sonntagen dort keine Torten geben. Selbstverständlich ist ihr Einsatz nicht.

Bergkamen

, 01.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Als ich jung war, war es noch anders. Da stand einer für den anderen ein. Heute ist das nicht mehr so“, sagt Leni Köhnemann. Die Bergkamenerin ist 71 Jahre alt und setzt sich ehrenamtlich für ältere bzw. schwächere Personen ein. Im „Glück-Auf“-Café in der Senioreneinrichtung Haus am Nordberg verteilt sie Waffeln oder Kuchen und kocht Kaffee für die Gäste.

Für sie und die anderen Helfer sei es selbstverständlich, freiwillig zu helfen. „Es macht Spaß und die Leute sind dankbar. Wir bekommen also etwas zurück“, sagt Köhnemann. Außerdem seien viele der Ehrenamtler alleine. „So haben wir eine Aufgabe.“

Und dennoch schrumpft die Gruppe ganz langsam. „Mit 15 Helfern haben wir angefangen, jetzt sind wir nur noch neun“, sagt Köhnemann. Das reicht noch aus, doch Köhnemann weiß, dass es um ehrenamtliche Arbeit schlecht steht, „egal in welchem Bereich.“

Ehrenamtliche stemmen die Arbeit seit zehn Jahren

Leni Köhnemann ist schon von Anfang an dabei – genau wie fünf weitere Ehrenamtler. Die langjährigen Helfer werden am Donnerstagnachmittag für ihr Engagement und ihre Treue geehrt.

Seit zehn Jahren gibt es das Café im Haus am Nordberg und seitdem arbeiten die Ehrenamtlichen autark und teilen sich etwa die Dienste selbstständig ein. Und es funktioniert.

Anderen helfen ist heute nicht mehr angesagt: Dieses Team macht‘s trotzdem gerne

Musik spielt im Haus am Nordberg eine wichtige Rolle. Und so bedankt sich die Hausband am Donnerstagnachmittag musikalisch bei dem Café-Team. Auch der Einrichtungsleiter Bernward Bisplinghoff (r.) greift da gerne zur Gitarre. © Stefan Milk

In der Einrichtung weiß man das zu schätzen.

Dass die Ehrenamtler den Betrieb alleine stemmen, sei etwas besonders, sagt Einrichtungsleiter Bernward Bisplinghoff. Die Küche der Einrichtung stelle lediglich Kaffee und Kuchen, den Rest übernehmen die Ehrenamtler.

„Sie flankieren unsere Arbeit“, sagt Bisplinghoff. Der Personalmangel in der Pflege ist freilich kein Geheimnis. Ehrenamtler sind da eine dankbare Unterstützung. Die Ehrenamtler bringen Zeit mit und können sich intensiver mit den Leuten beschäftigen. Im Haus am Nordberg gibt es neben dem Café-Team einen Ehrenamtlichen, der regelmäßig zu einer Zeitungs- und einer Männerrunde einlädt und außerdem eine Märchenerzählerin.

Öffnungszeiten

Ein Café für alle

  • Das „Glück-Auf“ - Café im Haus am Nordberg ist jeden Donnerstag und Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.
  • Angeboten werden Kaffee, Tee, Cappuccino, Torten, Kuchen und Waffeln.
  • Das Café steht nicht nur Bewohnern, sondern auch Gästen von außerhalb zur Verfügung

Bisplinghoff weiß das zu schätzen. Und so stellt sich der Chef auch gerne selbst mit seiner Gitarre auf die Bühne, um mit der Hausband den Ehrenamtlern zu danken. Auch Stammgäste sind dabei. Köhnemann kennt die Gäste gut. Durch die Arbeit im Café lernt sie verschiedene Menschen und ihre Geschichten kennen. Die Arbeit an sich hat sich laut Köhnemann in all den Jahren übrigens kaum verändert. „Nur die Leute haben gewechselt.“

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