Medikament aus Deutschland ist die letzte Hoffnung für todkranke Zwölfjährige

dzSpendenaktion

Die Bergkamenerin Tatjana Galwas kämpft aus der Entfernung um das Leben ihrer Nichte Sofiya. Dem Kind, das in einer Klinik in Istanbul behandelt wird, hilft wohl nur noch ein Medikament aus Deutschland.

Bergkamen

, 27.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bergkamenerin Tatjana Galwas lebt in ständiger Angst um ihre Nichte Sofiya. Die Zwölfjährige, die in Kasachstan lebt, ist an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt. Jetzt kämpfen die Ärzte in einem Istanbuler Krankenhaus um ihr Leben – und ihre Tante in Deutschland versucht, mithilfe von Spenden das Geld für die Behandlung aufzubringen.

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Seit einigen Tagen versucht sie zusätzlich, dringend benötigte Medikamente in Deutschland zu bekommen, die es in der Türkei nicht gibt. Ihre Nichte hat sich bei der zum Teil fehlgeschlagenen Behandlung in Kasachstan eine Pilzinfektion in der Lunge zugezogen. Deshalb ist eine Knochenmarkstransplantation, um die Leukämie zu heilen, nicht möglich.

Behandlung hat nur drei Wochen lang angeschlagen

Drei Wochen lang hatte die Familie die Hoffnung, dass die Behandlung gegen die Infektion anschlägt. Sofiya machte gute Fortschritte. Sie schien um die Amputation eines Lungenflügels, die auch schon im Raum stand, herumzukommen. Doch dann der Rückschlag: Nach drei Wochen schlugen die Medikamente nicht mehr an. Die Pilzinfektion breitete sich wieder aus, auch auf den zweiten Lungenflügel.

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Die letzte Hoffnung ist ein Medikament, das es nur in Deutschland gibt. Tatjana Galwas hat mithilfe einer Verwandten, die Ärztin ist, das Medikament bekommen – jedoch nur in Form von Tabletten. „Eigentlich müsste es flüssig sein“, sagt Galwas. Die Ampullen gibt es aber nur für Krankenhäuser. Sie kämpft jetzt darum, dass sie die Ampullen bekommt und nach Istanbul schicken kann.

Sofiya und ihre Mutter Marina hoffen, dass die Behandlung mit einem neuen Medikament doch noch anschlägt.

Sofiya und ihre Mutter Marina hoffen, dass die Behandlung mit einem neuen Medikament doch noch anschlägt. © Marcel Drawe

Familie muss das Geld für die Behandlung komplett aufbringen

Die Familie muss die Behandlung komplett selbst bezahlen. Die Behandlung der Pilzinfektion treibt sie weiter in die Höhe. Allein die erste Charge des Medikaments, das sie nach Istanbul geschickt hat, habe 1000 Euro gekostet, sagt Tatjana Galwas. Vier Chargen sind mindestens notwendig. Die Kosten der Leukämiebehandlung lagen ohnehin schon bei fast 170.000 Euro.

Spende für Sofiya

Spendenaktion mithilfe der Martin-Luther-Gemeinde

  • Tatjana Galwas hat mit Unterstützung der evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen eine Spendenaktion für die Behandlung ihrer Nichte gestartet.
  • Ansprechpartner dort ist Pfarrer Reinhard Chudaska.
  • Wer für die Behandlung spenden möchte, kann das Geld auf das Konto des evangelischen Kirchenkreis Unna überweisen.
  • Die Überweisung muss den Verwendungszweck „Spende für Sofiya“ haben.
  • Das Konto des Kirchenkreises bei der KD Bank hat die IBAN DE17 3506 0190 2011 4980 11, BIC GENODED1DKD.
  • Die Spende kann steuerlich geltend gemacht werden.

Ihre Nichte ist ohnehin in dem Krankenhaus, weil dort die Behandlung nicht so teuer ist wie in Deutschland. In einem deutschen Krankenhaus würden die Kosten bei rund 400.000 Euro liegen, schätzt sie.

Sie ist dankbar für die vielen Menschen, die ihr helfen. Viele haben schon gespendet, damit die Familien die Behandlung von Sofiya bezahlen kann.

Der Leiter der UPS-Niederlassung im Kamen hat alles dafür getan, dass die Medikamente per Expressversand nach Istanbul geliefert wurden.

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