An Kanal und Kuhbach sind die Alltagsradler unterwegs

dzRegionales Radweg-Konzept

Wer die Stichworte Regionalverband Ruhr (RVR) und Radverkehr hört, der denkt vor allem an Touristen. Aber es gibt auch Menschen, die das Rad als alltägliches Verkehrsmittel nutzen.

Bergkamen

, 12.11.2018, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch an die denkt der RVR und stellt deshalb ein Konzept zur Weiterentwicklung des Regionalen Radwegenetzes für das Ruhrgebiet auf. Darin tauchen natürlich auch Wege für die Bergkamener Radler auf. Daher befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr in seiner Sitzung an diesem Dienstag mit dem Konzept. Der städtische Radverkehrsbeauftragte Hans Irmisch hält das Konzept für gut – hat aber nichtsdestotrotz noch einige Wünsche.

Das Konzept streicht die Bedeutung jener Radwege heraus, die für „Alltagsradler“ wichtig sind, erläutert Irmisch. Also für jene, die das Rad dazu verwenden, zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen. Aus Bergkamener Sicht fehlen in dem RVR-Entwurf drei Routen. Das ist zum einen die Landwehrstraße, auf deren Radlerstreifen die Pedaleure die Zechenbahntrasse erreichen. Auf der soll bekanntlich dereinst der Radschnellweg RS 1 verlaufen. Zudem würde Irmisch auch gerne den kompletten Kuhbachweg auf der RVR-Karte sehen, weil ihn viele Alltagsradler als Verbindung zwischen den Stadtteilen benutzen. Gleiches gilt für den Radweg am Datteln-Hamm-Kanal. „Auch dort sind ja nicht nur Radtouristen unterwegs“, sagt Irmisch. Immerhin stellt der die schnellste Rad-Verbindung zwischen Oberaden und Lünen dar.

Falls der Ausschuss der Vorlage zustimmt – und daran gibt es wenig Zweifel – wird die Stadt ihre Wünsche dem RVR offiziell übermitteln. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass die genannten Wege in dem Konzept auch tatsächlich auftaucht, meint Irmisch.

Praktische Auswirkungen hat das zunächst allerdings nicht. Die Routen bleiben erst einmal, wie sie sind. Aber dass sie im regionalen Radverkehrsnetz aufgeführt sind, kann von Bedeutung sein, wenn es um Fördermittel oder den Ausbau geht. „Dann können wir argumentieren, dass ihre Bedeutung für die Alltagsradler vom RVR offiziell festgestellt worden ist“, sagt Irmisch. Das sei hilfreich, um übergeordnete Stellen von der Wichtigkeit dieser Radwege zu überzeugen.

Diese Argumentationshilfe kann Irmisch möglicherweise schon bald gebrauchen. Denn die SPD will ihre absolute Mehrheit nutzen, um sich in der nächsten Ratssitzung für die Asphaltierung von Radwegen stark zu machen. Die Sozialdemokraten wollen die Verwaltung beauftragen, bei Neubauten und Erneuerungen die bisher üblichen so genannten wassergebundenen Decken auf den Radwegen durch Asphalt zu ersetzen. Das sei für die Radler wesentlich angenehmer und verringere die Unfallgefahr, meinen die Sozialdemokraten. Und der Asphalt halte auch länger. Der SPD-Antrag bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf die städtischen Radwege. Und so wird sich Irmisch demnächst womöglich beim RVR und dem Lippeverband, der für die Kuhbachtrasse zuständig ist, für eine Asphaltierung der Radwege einsetzen.

Öffentliche Beratung

  • Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr kommt an diesem Dienstag, 13. November, zusammen.
  • Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal im Ratstrakt neben dem Rathaus.
  • Die Sitzung ist öffentlich.
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